Musik: Meme del Real: »El mundo en que nací – Die Welt, in die ich geboren wurde«.
Aufnahmen, Bearbeitung, Produktion: Terci@s Compas Zapatistas.
Umsorgen. Schützen. Bewahren.
Compañeras Familien Sucherinnen.
Es grüßt Euch der Subcomandante Insurgente Moisés, Hauptkoordinator der Reise für das Leben – Kapitel Mexiko.
Nun, ich erzähle Euch, dass wir weiter fortfahren, uns vorzubereiten für die Reise, die wir machen, um Euch kennenzulernen – sowie Euren Schmerzen und Eurem Widerstand zuzuhören und davon zu lernen. Und um Euer Wort in unserem Herzen und in unserer Erinnerung zu bewahren. Wir erwarten wirklich, von Euch viel zu lernen.
Hier, wo wir uns versammelt haben, regnet es plötzlich viel und es ist kalt. Das ist ok für die, die aus den kälteren Regionen kommen; diejenigen aus wärmen Regionen leiden jedoch ein wenig, weil sie es nicht gewohnt sind. Regen sind wir alle gewohnt, denn natürlich regnet es hier in den Bergen des Südosten Mexikos viel. Im Gebirge, auf den Bergen und im Urwald regnet es so lange bis es aufhört.
Aus der Kälte wie aus der Wärme haben die zapatistischen Gemeinden delegierte Frauen, delegierte Männer sowie drei delegierte Otroas-AndEre geschickt, um sich vorzubereiten. Bis jetzt sind es zusammengerechnet 1.530. Vielleicht sinkt die Anzahl noch wegen Erkrankungen oder aus familiären Gründen. Beispielsweise hatte sich eine Compañera schlecht gefühlt; sie wurde untersucht und beim Ultraschall stellte sich heraus, sie ist schwanger. Sie musste [in ihre Gemeinde] zurückkehren, damit es ihr und ihrem heranwachsenden Kind gutgeht. Schnell meinte aber ein Compañero – der Ahnung von Tacos hat (sie zu machen, nicht, sie zu essen; denn Tacos essen, darin sind wir alle* gut trainiert) – er springt ein. Und ja, die Comandantas und Comandantes haben ihn bestätigt, denn er hat natürlich den Gesprächsrunden zugehört, die gegeben werden, um uns gut vorzubereiten.
Hier im Video zeigen wir Euch einige unserer Vorbereitungen.
Sei es die vollständige Delegation, seien es die Teile, in die wir uns organisieren: Wir bereiten uns auf Demonstrationen vor, falls es sie gibt; wie auch auf die Treffen, die Ihr uns sagt. Auf diesen Demonstrationen [marchas] – falls sie gemacht werden – ist unsere Hauptsorge nicht, was wir dort sagen, sondern die Familien Sucherinnen zu umsorgen, zu schützen und zu bewahren. Das heißt, wir sind nicht auf Tumult oder Entspannen aus, sondern Euer Wort zu hören. Und nun, wir müssen danach sehen, die Familien Sucherinnen zu umsorgen: Denn in ihrem Herzen haben sie heftige, harte Worte, welche aufzeigen und im Kampf für das Leben Richtung geben.
Wir wissen, dass wir lernen werden; dazu bringen wir Notizheft und Bleistift mit, sogar Computer, Tabletts, Smartphones. Und es kommen Compañeras, zu denen wir »Tercias Compas« sagen. Sie kennen sich mit Kamera, Aufnahmen, [Video-]Bearbeitung sowie der Übertragung der Treffen aus. Das Wichtigste jedoch ist, dass wir unseren Kopf, unser Herz, unser Innerstes mitbringen, mit der Lust zu lernen.
Im Video könnt Ihr sehen: Einige Compañeras mit ihren Babies stellen sich auf, so als wären sie für Wahrheit und Gerechtigkeit demonstrierende Familien Sucherinnen; und sogleich geht unsere Delegation oder ein Teil unserer Delegation an ihre Seite und umgibt sie wie ein Schutzschild.
Selbst das Comando Popcorn [der Kinder] übt, ein Schutzschild zu bilden, welches umsorgt, schützt, bewahrt.
Denn so haben es uns unsere Vorgänger*innen gelehrt, die uns sagten: Wir sind Bewahrerinnen und Bewahrer der Erde, der allerersten Mutter.
Wie Ihr in den Aufnahmen seht: Bei so viel während den Übungen produzierten Schlamm ist es fast eher so als ob wir ausrutschen anstatt zu gehen. Nun, wir schlittern. Dabei passiert es, dass die Sandale oder der Tennisschuh steckenbleibt, und mensch kann nicht anhalten, denn hinter einem*einer kommt ja schon die Menge an Compas. Zweifellos muss bis zum Ende der Übung gewartet werden, um im Schlamm nach Sandale oder Tennisschuh zu suchen. In der Zwischenzeit bewegen wir uns wie ein hinkendes Hündchen.
Compañeras Familien Sucherinnen.
Wir kommen nicht, um spazieren zu gehen. Wir werden Euch umarmen, wenn Ihr wollt; und falls nicht, nun, wir kommen ebenso um Euer Wort zu hören.
Wir wissen, es gibt Leute, die von der Gira [der Reise für das Leben – Kapitel Mexiko] falsch reden. Sie spalten, sie möchten bestimmen, wer oder wer nicht sich mit uns treffen kann. Das heißt, sie wollen andere Gruppen draußen lassen, weil sie sich nicht vertragen; und solcherart Dinge. Der Capitán Marcos wird Euch später, an einem anderen Tag, von dem sprechen, sogar mit Namen.
Für diesen Augenblick möchten wir Euch lediglich unseren Respekt und unsere Zuneigung senden.
Das war‘s.
Aus den Bergen des Südosten Mexikos.
Subcomandante Insurgente Moisés.
Mexiko, Oktober 2026.
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