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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Oct052026

Worte des Subcomandante Insurgente Moisés, beim Treffen am 3. Oktober 2026, 11:00, im CIDECI-Unitierra.

Worte des Subcomandante Insurgente Moisés
beim Treffen am 3. Oktober 2026, 11:00, im CIDECI-Unitierra.

.- Das hauptsächliche Ziel: das Treffen-die Umarmung mit den Sucherinnen. Es ist wichtig, dass dies gut verstanden wird und klipp und klar bleibt. Denn wir werden ein Treffen oder eine Aktivität mit den Sucherinnen nicht wegen anderer Sachen absagen.

Viele Jahre warten wir schon auf den Moment, uns mit ihnen zu treffen.

Somit sind die Versammlungen/ Treffen und Aktivitäten mit den Sucherinnen, die Priorität oder das Wichtigste in unserer Agenda oder Organisierung des Programms; Tag und Uhrzeit legen sie fest.

Jeglicher andere Vorschlag zu Aktivität oder Versammlung wird dann sein müssen, wenn es keine Versammlung oder Aktivität mit den Sucherinnen gibt.

Ebenso wird auch unsere Feier des Jahrestags des Aufstands von der Umarmung mit den Sucherinnen abhängen.

.- Das Geld für die Busse der Delegation ist bereits zusammen. Es gelang, dank der Unterstützung des widerständigen Europas, welches das spendete, was zusammengebracht wurde für das Kapitel Europa der Reise für das Leben und nicht vollkommen aufgebraucht wurde. Diese Compañeras, Compañeros und Compañeroas haben uns seit Zeiten gesagt, dieses Geld ist Geld der Zapatistas. Es muss jedoch gesagt werden, es ist Produkt ihrer Arbeit, ihrer Anstrengung und Hingabe; diese bedingungslose Solidarität muss anerkannt werden. Wir hoffen, dieses Beispiel wird nachher bei den folgenden Kapiteln der Reise für das Leben nachgebildet – so dass jedes Kapitel die Umsetzung des folgenden Kapitels unterstützt.

Unterdessen erkennen wir hier die uneigennützige Arbeit aller Personen, Gruppen, Kollektive, Organisationen und Bewegungen des Europas von unten und links an.

Auch war die Unterstützungsarbeit des Kollektivs der Sexta Mexiko: Mujeres y la Sexta [Frauen und die Sexta] fundamental, um die Busse zu bekommen.

Danke, Compañeras, Compañeros und Compañeroas. Wir werden die Sucherinnen über Eure Unterstützung informieren.

.- Deswegen wird jetzt die gesamte ökonomische Kampagne dazu da sein, um den Transport aller möglichen Gruppen, Kollektive und Organisationen nach Mexiko-Stadt zu unterstützen – zu den Daten, die ihnen am passendsten scheinen, innerhalb des Monats Dezember 2026 bis zur ersten Januar-Woche 2027.

Im Falle von Drohungen und Gefahren wird versucht, dass ihr Hin- und Rück-Transport per Flugzeug sein wird, sodass sie nicht beim Über-Land-Transport Gefahr laufen.

.- Es wird Euch schlecht ergehen, denn wir kommen nicht mit 1.111, sondern bis jetzt sind es 1.509, die kommen. Plus denen, die im letzten Moment dazukommen. Es gibt jedoch Platz für das Frayba, falls sie uns begleiten möchten.

.- Das zweite Ziel besteht darin, uns mit einigen Gruppen, Kollektiven, Organisationen und Bewegungen der Sexta zu treffen, um zusammen und gemeinsam, das zu planen, was für die Zweite Etappe der Reise für das Leben – Kapitel Mexiko möglich ist.

Dies bedeutet: Wenn wir kommen, um Euch zuzuhören, was Ihr seid und was Ihr macht, und zu Euch sprechen, was wir sind und was wir machen, das heißt: vom Gemeinschaftlichen.

.- Wenn es Zeit und Modus gibt, können wir uns zu Orten bewegen, die geographisch nahe an Mexiko-Stadt liegen.

Jedoch nur wenn es die entsprechenden Bedingungen gibt und wir eingeladen sind. Bis jetzt haben wir Einladungen in Oaxaca, Bundesstaat Oaxaca, Querétaro, Bundesstaat Querétaro, und es wird gerade geschaut, ob nach Puebla, Bundesstaat Puebla. Falls es an anderen Orten möglich ist, muss sich organisiert und ein Vorschlag gemacht werden.

Die Compañeras aus Oaxaca haben begonnen, sich zu organisieren, seit die Fahrt nach Mexiko-Stadt angekündigt wurde. Sie haben bereits [das Problem der] Unterkunft und Verpflegung für einen Teil der zapatistischen Delegation gelöst.

.- Wir sind in Equipen organisiert und können somit gut das abdecken, was im Valle de México veranstaltet wird und können so in nahegelegenen Geographien präsent sein. Dezentralisiert könnten wir zur gleichen Zeit verschiedene Orte und Themen abdecken.

.- Es werden mehr als 300 [zapatistische] Theaterleute kommen, mit 3 Theaterstücken: Tiere / Wässerchen / Das Gemeinschaftliche am Tag Danach. Falls welche die Werke oder eines davon an geeigneten Orten präsentieren möchten, indem sie [auch] das mit dem Transport lösen, der innerhalb Mexiko-Stadt gewöhnlich ein Problem ist.

.- Das Datum für die Abfahrt vom CIDECI aus ist: Sonntag, 29. November [2026] in der Morgendämmerung. Die genaue Uhrzeit hängt davon ab, was die Geschwister Chauffeurologen der Unternehmen empfehlen, die sich freundlicherweise bereit erklärt haben, uns die mehr als 31 Busse zu vermieten, welche genutzt werden sollen. Wir haben diesen Wochentag gewählt, damit – falls welche aus Mexiko-Stadt oder von nahegelegenen Punkten und in Chiapas die Hinfahrt begleiten möchten – in ihrer Arbeit nicht beeinträchtigt werden.

.- Wir kalkulieren, dass die Rückfahrt am Sonntag, 10. Januar 2027 sein wird; dies muss aber noch genauer geklärt werden.

.- Die Orte, an die sich gerichtet werden muss, um als Sucherinnen teilzunehmen, um Aktivitäten vorzuschlagen oder für den Transport der Sucherinnen zu spenden, sind die von Frayba, der RUA, sowie das Konto von »Llegó la Hora«, die Ihr bereits wisst.
[https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2026/08/10/bezuglich-der-reise-subcomandante-insurgente-moises-capitan-insurgente-marcos-comision-sexta-zapatista/]

.- Die operative Basis der Delegation ist ihr Ort der Unterkunft und Versammlungen/ Treffen, die möglich sein werden. Dies wird in der Casa de los Pueblos Samir Flores Soberanes sein, mit der Compañera-Gemeinschaft Otomí in Mexiko-Stadt.

.- Sehr aufgepasst: Da wir uns bereits im betrügerischen Wahlprozess von 2027 befinden, in dem eine kriminelle Gruppe mit anderen kriminellen Gruppen um die politische Macht ringt, ist zu erwarten, dass einige dieser Bösewichter*innen vom Schmerz, Kampf der Sucherinnen und dem Andauern der Treffen profitieren wollen.

Oder ein Stillschweigen wird den Kommunikationsmedien auferlegt; oder die Regierung greift auf ihr lächerliches Liedchen von »den Konservativen«, »den Rechten«, »den ausländischen Kräften, die die unsägliche 4T destabilisieren wollen« zurück.

Somit heißt es, aufmerksam, wachsam zu ein. Wir müssen den Sucherinnen garantieren, dass ihr Schmerz und ihr heroisches Unterfangen für nichts anderes genutzt wird, zu dem sie sich nicht frei und willentlich entschieden haben.

An die Sexta Mexikos:
Wenn wir nicht zulassen, dass Wahlkräfte ihre Arbeit [die der Sucherinnen] beschädigen, indem sie unseren Besuch und unsere Umarmung ausnutzen – so werden wir aus diesem Grund, dieser Sache oder diesem Zweck auch nicht zulassen, dass Einzelpersonen, Gruppen, Kollektive, Organisationen und Bewegungen der Sexta Nacional e Internacional, sowie der Erklärung für das Leben, diese Treffen nutzen, um ihre eigenen politischen und sozialen Agenden voranzutreiben.

Wenn wir etwas als Sexta in Mexiko tun müssten, dann ist es, die Sucherinnen um Entschuldigung zu bitten, für wenig oder gar nichts in all den Jahren getan zu haben, in denen sie ihren Schmerz auf dem Rücken trugen. Und unterdessen flüchteten sich einige* der Sexta in Regierungspöstchen, wandelten sich derart zu Komplizen dieses Verbrechens des Staates, welches das gewaltsame Verschwundenmachen, die Ermordung Unschuldiger sind. Ihre Radikalität und Unnachgiebigkeit dauerte genauso lange, wie es dauert, in die Gehaltsliste der Regierung aufgenommen zu werden.

Während andere Personen der Sexta – obwohl sie sagen, von unten und links zu sein – ihren Bauchnabel betrachtet haben und sich als zu revolutionär ansahen, um die Hand zu reichen – nicht denen, die weit entfernt sind, in den Bergen des Südosten Mexikos oder in Palästina – sondern denen, die leben, kämpfen und sterben innerhalb derselben Geographien, nicht selten in derselben Stadt, demselben Stadtteil, derselben Straße.

Sie haben somit eine politische Position in eine Pose für den lokalen oder sogar familiären Gebrauch gewandelt.

Trotz allem gibt es auch welche, die verstanden haben, dass unten und links nicht bedeutet, eine Unterstützungsgruppe oder ein Solidaritätskomitee mit den zapatistischen Pueblos zu sein, sondern eine permanente Selbstverpflichtung im Kampf gegen das System und in Unterstützung aller Kämpfe, die gegen die vielfältigen Köpfe der kapitalistischen Hydra widerstehen und rebellieren.

Jede*r nach seinem*ihrem Modus, Kalender und Geographie, haben wir ein ums andere mal gesagt, und so leben wir als Zapatistas, die wir sind.

Die sich radikale oder nicht so radikale Revolutionäre nennen, sollten zumindest die Beschämung und die Würde haben, anzuerkennen, dieser gesamte Alptraum liegt zum Teil in unserer Verantwortung.

Alle tragen wir unsere eigenen Alpträume, erleiden unsere eigenen Schmerzen, stehen unseren eigenen Schwierigkeiten und Hemmnissen gegenüber. Das gibt uns aber nicht das Recht, das Weinen, die Bitten und Forderungen derjenigen zu ignorieren, ihnen gegenüber die Ohren zu verschließen, welche einen Teil ihres Lebens durch die Abwesenheit einer nahen Person verlieren, ohne auch nur die Möglichkeit zu haben zu wissen, ob diese noch lebt oder tot ist.

Wir können uns, obwohl die Grausamkeit des kapitalistischen Systems keine Grenzen kennt, keinen größeren Schmerz vorstellen als die Qual der Ungewissheit; die Ungewissheit und der Verdruss eines jeden Tages, auf das Erscheinen und die Rückkehr der vermissten Person zu warten; selbst wenn es nur noch Knochenstücke und zerrissene Kleidung sind.

Und doch aus diesem Schmerz, Gemeinschaft entstehen zu lassen, einander zu suchen, ähnliche Schmerzen zu suchen, was auch bedeutet, gleiche Hoffnungen.

Selbst wenn es Raub und Verachtung sind, die die Pueblos originarios erfahren, die Ausbeutung, welche die Arbeitenden aller Berufszweige erleiden, die körperlichen und verbalen Angriffe aus Gender- und Non-Gender-Gründen, die alltäglichen Ungerechtigkeiten als Gemeinschaftliches der Leute, die Popularität oder Unpopularität für ehrenwerte Anliegen in nahen oder fernen Geographien, die unbestreitbare Notwendigkeit der Solidarität mit dem palästinensischen Pueblo oder dem kubanischen Pueblo oder anderen Bevölkerungen, die derzeit durch den Befehlsgeber bedroht sind.

Oder die Leiden und Ängste der politischen Klasse, die das Liedchen der straflosen Korruption ihrer Vorgänger wiederholt.

Nichts von dem gleicht dem Schmerz der Sucherinnen auch nur annähernd. Und nur wenige, wirklich nur sehr wenige, können sich auch nur im entferntesten deren Hingabe, deren Kampf, Selbstverpflichtung und Beharrlichkeit anähneln.

Wir müssen etwas tun, und zwar nicht nur die längst überfällige Umarmung überbringen, die viel von Bedanken hat und die Sucherinnen um Entschuldigung zu bitten.

Wir müssen etwas mehr tun. Zumindest sie wissen lassen, wir sind an ihrer Seite und von ihrer Seite – was nicht dasselbe bedeutet, aber das ist egal.

Jede*r – gemäß seinem*ihrem Kalender, Geographie, Modi und Non-Modi – sollte die Form finden, dass dies alles nicht zu einem begrenzten Event wird.

[Nicht] etwas Vergängliches, wie es die Andere Kampagne sein konnte, der Marsch von der Farbe der Erde, die Befragung der 5.000, der Marsch der 1.111, die Abfahrt der Comandanta Ramona oder der indigene Aufstand, begonnen am 1. Januar 1994, vor Jahrhunderten konzipiert und noch jetzt, fast 33 Jahre später, das andere Differente – jedoch ähnlich im Schmerz wie in Widerstand und Rebellion – suchend.

Wir suchen weiter, um Bündnisse zu schließen/ Vereinbarungen zu treffen, uns zu organisieren, ohne das sein zu lassen, was wir jeweils sind, ohne die Identität und die eigene Geschichte zurückzuweisen.

Denn dies und nichts anderes bedeutet die Reise für das Leben. Nicht um Hegemonie zu suchen, nicht um Homogenität aufzuzwingen, sondern um den Reichtum unserer Unterschiede sowie die Ähnlichkeit unserer Schmerzen anzuerkennen.

In den aktuellen Zeiten bedeutet jeder Kampf für das Leben ein anti-systemischer Kampf.

Wir als organisierte zapatistische Pueblos, die wir sind, haben unseren verdoppelten Blick auf zwei Ziele gerichtet:

Intern: der Aufbau des Gemeinschaftlichen, mit dem Tag Danach am Horizont.

Extern: Die Begleitung der Sucherinnen, selbst wenn es aus der Ferne geschieht. Sie wissen zu lassen, dass ihr Schmerz der unsere ist; wir die hartnäckige Hoffnung teilen, die sie antreibt – und dass das Finden, in dem ihre Suche kulminieren wird, nicht nur in ihren Häusern mit ihren Familien, in ihren Gruppen, Kollektiven, Organisationen, Bewegungen und Netzwerken gefeiert wird. Auch in einem Winkel, weit entfernt in der Geographie, jedoch nah in der Menschlichkeit, wird gefeiert werden. Und so werden wir in den zapatistischen Gemeinden mit ihrem Triumph lächeln, der auch der unsere sein wird – ohne dass er es sein lässt, der ihrige zu sein.

Und dies, Compas der Sexta und der Vida [der Erklärung für das Leben] ist das, was ausdrücken möchte: »Alle Kämpfe und eine Forderung gemeinsam: Wahrheit und Gerechtigkeit für die Vermissten/ für die, die nicht da sind«.

Da habt Ihr es. Wenn Ihr Euch allein und klein fühlt, dann erzählt es mal der Frau, die ihren Mann, ihren Sohn, ihre Tochter, ihren Bruder, ihre Schwester sucht. Und sie sucht allein; wenn sie Glück hat mit Spitzhacke und Schaufel; wenn nicht, dann mit den Fingernägeln – denn sie fühlt, es ist ihre Verpflichtung zu suchen – denn sie weiß, diese Abwesenheit hofft, wartet darauf, dass sie gesucht und gefunden wird.

Falls Ihr Selbstmitleid habt, sagen wir Euch klar, Ihr habt Euch im Kanal geirrt; in der Sexta und in der Vida werdet Ihr weder Mitleid noch Trost finden; nur Verbindlichkeit, Selbstverpflichtung.

Vielen Dank.

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