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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Jun202026

Ein Gemeinschaftstraktor und der Fall des verrückten Papageien. IX. und letzter Teil: Der seltsame, einzigartige Fall des verrückten Papageien und die vergessenen Superhelden.

Ein Gemeinschaftstraktor und der Fall des verrückten Papageien.

IX. und letzter Teil:
Der seltsame, einzigartige Fall des verrückten Papageien und die vergessenen Superhelden.

Zu Anfang muss ich erklären: Der Papagei war nicht verrückt noch ist er verrückt. Es handelte sich dabei um ein Missverständnis. Doch bevor ich fortfahre, erzähle ich Euch von den Schwierigkeiten, die es gab, um Euch diese Geschichte weiterspinnen zu können. Die erste Schwierigkeit, und nach meinem Urteil, die hauptsächlichste, liegt im Respektieren der geheimen Identität der Superhelden. Ich weiß, es scheint merkwürdig zu sein, dass bei einer Geschichte über einen – nun doch nicht verrückten – Papageien, das Thema Superhelden und ihre geheimen Identitäten aufkommt.

Schaut mal, obwohl Ihr es nicht glaubt, wir Superhelden leiden. Jawohl, hier in erste Person Plural. Da ich – auch wenn ich keine Superkräfte habe und kein Star der Marvel- oder DC-Comics bin (oder was auch immer) – während meiner freien Zeit der beauftragte Torwächter des Zugangs zum kleinen Ort bin, an den die vergessenen Superhelden gelangen, um dort zeitweise zu wohnen.

Ja, Ihr müsst wissen: Alle Superhelden haben ihre geheimen Orte, wohin sie sich zurückziehen, um ohne Masken, ohne Höschen über den schön eng geschnürten Beinkleidern – oder ohne die kurzen Röckchen und Lederanzüge, welche die Superheldinnen gewöhnlich tragen und die einfach nicht zu glauben sind – herumlaufen zu können. Derart können sie sich »nachlässig gekleidet« bewegen. Einer der Orte ist beispielsweise die »Festung der Einsamkeit«, wo Superman ohne Über-Höschen herumwandelt und sich mit seinem Hund Krypto das Trockenfutter teilt. Ein anderer stellt die Batcave dar, worin Batman, Robin, Alfred, Batgirl und Catwoman »Himmel und Hölle« hüpfen und »Du bist dran« Fangen spielen (auch bekannt als »Das englische Versteck«). Im nächsten Video taucht es auf; Verónica wird dort zu sehen sein, wie sie ihr Opfer »abklatscht«. Ein weiterer Ort ist, na klar, das Haus der Tante May, wo sich Spiderman mit Biskuit-Kuchen vollstopft. Oder die High-Tech-Villa von Iron Man (Elon Musks größter Traum). Es sind auch Orte, wo die Superhelden sich versammeln, um ihnen gemäß »die Welt zu retten« – wie die »Halle der Gerechtigkeit«. In Wirklichkeit treffen sie sich jedoch nur, um untereinander anzugeben. Die »Justice League« gleicht daher eher einer Aktionärsversammlung, wo die Gewinne von Marvel oder DC oder anderen sie begleitenden Gaunern, zusammengerechnet werden.

Ihr werdet damit einverstanden sein, dass das Erlangen ihrer Superkräfte gewöhnlich ziemlich lächerlich erscheint: Superman ist nicht mehr als ein Migrant, der durch den ICE-uniformierten Bösewicht Lex Luthor von seinen Eltern getrennt wurde. Und ja, wenn man ihn mit seinem über die engen Beinkleider gezogenen Schlüpfer so sieht, fragt man sich schon, ob es in der »Festung der Einsamkeit« nicht einen Kleiderschrank gibt, aus dem der ursprünglich aus Krypton Stammende endlich hervortreten wird – auch wenn seine Schwäche in den Social Media liegt. Sind Batman und Iron Man gelangweilte Millionäre, die es müde sind, Arbeitende auszubeuten, indem sie angeblich die Gauner, die sie selbst begünstigt haben, bekämpfen? Wurde Peter Parker von einer Spinne gebissen? Wer wurde, bitteschön, nicht von einer Spinne gebissen? Und dennoch ist da keine*r, der*die versucht, einen Rotschopf mit dem alten Trick verliebt zu machen: »Hallo, ich wurde von einer Spinne gebissen«. Hulk ist nur ein erzürnter Autofahrer mit Leberproblemen, den du im städtischen [Verkehr] in jeder Blechbüchse finden kannst. Captain America ist ein Produkt der Experimente – wie bei AIDS, Ebola und COVID-19-Erkrankungen – und ist ziemlich angeschlagen aus [dem] Vietnam[-Krieg] und vom Playa Girón [auf Kuba] zurückgekehrt.

Sie* – außer dass sie lächerliche, provozierende Kleidung tragen (bunte Unterhosen, Röckchen, Anzüge, die »Body Paint« scheinen, störende Umhänge, die von jedem gut geknüpften Paliacate-Halstuch überflügelt werden) und anderen Krimskrams – besitzen gewöhnlich eine geheime Identität. Diese stellt eine Identität dar, die sie »normal« erscheinen lässt.

Die Geschichte hier handelt jedoch nicht von langweiligen Superhelden, sondern von den vergessenen Superhelden. Diese bleiben die meiste Zeit unbeachtet, weil sie sich nur zu besonderen Gelegenheiten äußern und zeigen. Du wirst nur ganz gewöhnliche Leute sehen: die Kassiererin eines Supermarktes; der alte Mann, der die [dort gekauften] Artikel [für andere] in eine Tüte packt; der Fahrer eines öffentlichen Transports; der anonyme Straßenkehrer; die Grundschullehrerin; der Lehrer der CNTE-[Gewerkschaft]; die suchende Mutter; die Migrantin, die die ausgedehnte Grenze (ein Geschenk der 4T) überqueren muss, welche vom Río Suchiate [im Süden Mexikos] bis zum Río Bravo [im Norden Mexikos] reicht; der Junge, der seinen Namen in »Goku« [Hauptfigur der Dragon Ball Manga-Serie] zu ändern plant, obzwar seine Eltern dagegen sind; die Ärztin, die mit dem Skalpell geschickt Prostata- oder Gebärmutter-Probleme beseitigt; die zapatistische Indigene, die betet, am nächsten Tag solle es bloß heftig regnen, damit sie nicht Dornengestrüpp roden müsse; die*der Otroa, der*die mit Bedacht den Glitzerglimmer ihrer*seiner Kleidung für den Christopher-Street-Day auswählt. Letztendlich ganz gewöhnliche Leute, die so oft Heldentaten begehen, dass sie sich dessen gar nicht bewusst sind.

Nun gut, diese Personen machen sich manchmal ihre Kräfte bewusst und sehen die Notwendigkeit, eine geheime Identität zu haben. Sie wissen, wenn sie das nicht machen, kommen Journalisten und Fotographen, um zu belästigen; es werden Comics und Trend Topics produziert; sie werden zu Gefangenen der Streaming-Dienste; all dessen, was Moderne simuliert, wobei es jedoch um Frivolität geht. Es stellte sich also heraus, dass diese Personen entschieden haben, einen Ort gemeinschaftlich zu schaffen – wo sie sein können, was sie sind, ohne dass sie eine*r belästigt. Dort arbeite ich, die Pforte hütend.

Und natürlich gibt es auch die Orte, an denen sich die Superschurkenversammeln. Es ist nicht Washington, Tel Aviv, Moskau, die Achse Paris-Rom-London oder Peking, wo sie residieren. Nein, diejenigen, die dort wohnen, sind lediglich Angestellte der wahren Bösewichte: der Banker. Nun gut, das ist aber ein anderes Thema.

Ich erzähle Euch das, damit Ihr ein Kind mit äußerst ungewöhnlichen Superkräften ausfindig machen könnt. Ich muss seine geheime Identität aus offensichtlichen Gründen schützen; darüber hinaus musste ich die Erlaubnis seiner Eltern einholen, um Euch das zu erzählen, was ich jetzt erzähle. Da ein Name verwendet werden muss, damit Ihr ihn innerhalb der Erzählung identifizieren könnt, nehmen wir: »Ernesto«. Und zwar nicht, um den brillanten Otroa, der Oscar Wilde gewesen ist und immer noch ist, zu ehren [sein Theaterstück: The Importance of Being Earnest] – sondern weil es zu viel Nichtigkeit bedeutet hätte, ihn »Marcos« zu nennen. Somit bleibt es bei: »Ernesto«.

Nun gut, die Superkraft Ernestos ist einfach unglaublich. Er erfindet Spiele, ohne KI zu brauchen! Ohne elektronisches Gerät! Mit dem Staunen angesichts der Welt, dessen sich nur Kinder erfreuen können, spielt er mit was auch immer es sein mag.

Ich habe ihn in einem der vergangenen Semilleros kennengelernt. Es war in einer der Pausen, in er ich den Website-Leuten die Hypothese ausbreitete, das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft würde zwischen Mexiko und den USA ausgetragen werden. Ich war dabei zu erklären, im Finale sei alles so geplant, dass die US-amerikanische Mannschaft den Pokal gewinnen wird (während sie Infantino und seinen entsprechenden Mitläufern ein Trinkgeld übergeben). Trump hatte Sheinbaum zum Finale eingeladen. Niemals wird man wissen, ob sie da war oder nicht, denn es passierte das Folgende: CIA und ICE präsentierten sich in der Umkleidekabine der mexikanischen Equipe mit dem üblichen Klassiker: »Ihr wisst schon Bescheid …« Sie drohten den Spielern, ihnen das Gringo-Visum zu entziehen und dass Malu Campos zur Mannschaftspatin ernannt würde, wenn sie nicht das Spiel verlieren. Wie zu erwarten war, machte das Vasco und den anderen ganz schöne Sorgen. Zeigten die Drohungen des Stars-and-Stripes-Empire ihre Wirkung? Wir werden es nicht wissen. Was gewusst wird, ist, dass der Brief, in dem die Spieler und der Trainerstab sich mit den Müttern Sucherinnen solidarisiert haben, nicht veröffentlicht wurde.

Denn es stellte sich heraus – in meiner Hypothese: Die gesamte Latino-Bande umzingelte das New-Yorck-Stadion und drang dort ohne Eintrittskarten ein, ICE und US-Armee überrennend. Sie schleuderte – in dem Moment als das Spiel begann – ununterbrochen Tacos und nicht-gare Tamales aufs Fußballfeld. Trump wurde von einer jungen Migrantin niedergestreckt und als er sich erheben und mit gereckter Faust: »Fight! Fight!« rufen wollte, traf sein Gesicht ein Strahl scharfer Sauce à la Eje Central (keine Ahnung, ob es so noch genannt wird). Als sie sein Gesicht zu säubern trachteten, entfernten sie zwar das Orangefarbene, jedoch verblieb die Farbe der grünen Sauce – mit gaaaanz viiiiiiiel Chili. So schnell sie konnte, rettete die Airforce den Magnaten und brachte ihn zur Epstein-Insel – in der Hoffnung, dass Nostalgie ihm die Zuversicht wieder gebe. Das Spiel jedoch wurde trotz allem nicht abgebrochen. Im Gegenteil, da die Spieler geflohen waren, um ihre Werbespots zu retten, entwickelte sich mit den Müttern Sucherinnen ein spontanes Freundschaftsspiel. Der Pokal wurde mit Pozol-Maisgetränk gefüllt und zirkulierte in der Menge. Obzwar, das muss gesagt werden, einige* nicht den altehrwürdigen Geschmack des Pozol Agrio zu goutieren wussten. Am Ende sammelten sich alle* in der Platz-Mitte und widmeten Gmail ein wohlklingendes: »Aaaaarschloch«, weil Gmail die Mails der Registrierungen [für das kommende Semillero] blockiert.

In dem Moment – wo ich zum Ende meiner brillanten Hypothese gelangte und die skeptischen Blicke von Tobi‘s Club der Website-Leute geflissentlich übersah, indem ich mit der Ausführung meines Plan B begann: ein Endspiel zwischen Japan und Südkorea (eine epische Schlacht zwischen K-Pop und Anime) – entdeckte ich einen Jungen. Ich schätze, 3 oder 4 Jahre alt; er lief zusammen mit einigen Mädchen … des Kommando Popcorn! herum.

Er stürzte gerade auf den Schotter. Wir Macker verblieben erwartungsvoll, in der Annahme, dass jetzt ein lautes Geschrei und Tränen folgten, die das hochheilige Gesetz: »Männer weinen nicht« in Frage stellen würden. Grabesschweigen bemächtigte sich jedoch der Welt … ok, ok, ok, dem Vorplatz des CIDECI. Aber nein, der Junge stand wieder auf, klopfte sich den Staub von der Kleidung und lief weiter, ohne genaue Richtung.

Ein wenig später sah ich ihn, wie ich annahm, eine Lumpenpuppe werfen. Er warf sie nach oben, so hoch, wie seine kleine Statur es ihm erlaubte. Ein ums andere Mal. Die Lumpenpuppe flog hoch und fiel wieder herunter. Ich näherte mich vorsichtig, spürend, dass hier etwas Ernsthaftes und Transzendales geschieht. Ich wagte ein: »Was tust du da?« Der Junge – ohne aufzuhören, die Lumpenpuppe – die kein Lumpen sondern, jetzt weiß ich‘s, ein Papageien-Stofftier war – nach oben zu werfen, ja, ohne aufzuhören, das zu tun, was er tat – gab mir zur Antwort: »Das ist, weil er nicht schwebt.« Ich wollte ihm das Gesetz der Schwerkraft und solche absurden Dinge erklären, aber es war klar, dies würde ihn nicht abhalten. Ich schob ihm einen Stuhl hin und schlug ihm vor: »Versuch mal, auf den Stuhl zu klettern.« Dies tat der Junge und versuchte erneut zu werfen, aber das Stofftier landete wieder mit einem Plumps auf der Erde. Ich meinte zu ihm: »Du musst es wohl erst überzeugen, dass es fliegen kann.« Der Junge hielt ein, um Luft zu holen (das Gesetz der Schwerkraft herauszufordern, kann sehr erschöpfend sein, glaubt mir). Er fragte mich: »Wie denn?« Und ich mit plötzlicher Aufrichtigkeit, die mich selbst überraschte, antwortete: »Keine Ahnung.« Daraufhin rief mich der SubMoy, um eines der Themen des Semillero vorzubereiten.

Tage später wurde ich gewahr, was passiert ist. An dem Ort, wo der verfluchte Teufelskerl … ah nein, das ist aus einer anderen Geschichte. Nun gut, dort, wo der Junge mit seiner Mutter schlief, wohnte auch ein Papagei. Das ist jedoch nicht irgendein Papagei, er ist mehrsprachig. Er spricht Hündisch, Kätzisch, und ein annehmbares Spanisch. Der kleine Ernesto dachte, es wäre eine prima Idee, den Papageien zu fragen, wie es dazu kommt, dass er fliegt.

Da aber Papageien – wer würde dies denken – ihren eigenen effizienten Nachrichtendienst haben (anders als die mexikanische Regierung, die allen Ernstes behauptet, erst jetzt zu realisieren, dass die FIFA ein Vielfach-Millionen-Geschäft betreibt), war er darüber informiert, ein ihm Ähnlicher, sei zu Boden geworfen worden, ungeachtet seiner Verfassung.

Natürlich wurde der Papagei wütend und attackierte die Mutter [Ernestos], die nicht einmal wusste, was vor sich ging. Der Junge erklärte: »Chefin, fürchte dich nicht; ich stehe für dich ein.« Und schon traf ein Schnabelhieb des zornigen Papageien die Wange des Jungen; er erzeugte auch nicht wenige Wunden an den Armen der Mutter. Eine Entspannung trat ein, und es erschienen Anwälte, Staatsanwälte, sogar ein Schwurgericht, gebildet aus einigen kleinen Chihuahua-Hunden und Katzen.

In das Gemeinschaftsdorf der vergessenen Superhelden (Abkürzung in spanisch: PCSO [Poblado Común de Superhéroes Olvidados]) geflüchtet erzählte mir Ernesto das weitere Geschehen und bat mich um zwei Dinge: Zum einen, und das war das Wichtigste, sollte seine Mutter und alle Beteiligten, den Vorfall vergessen, denn andernfalls würden sie und die anderen wissen, dass der kleine Junge ein Superheld war. Dies meint, er musste seine geheime Identität wiedererlangen. Seine andere Bitte bestand darin, dass ich ihn in dem Prozess vertrete, in dem entschieden werden sollte, wer der Schuldige ist.

Ich sammelte alle möglichen Informationen, einschließlich der Videos, die Ihr am Ende des Textes wertschätzen könnt. Ich wusste auch, dass der Staatsanwalt ein Käfer ist, mit dem Gehabe eines in den USA shoppenden Senators – bevor sie ihm das Visum entzogen und damit JC Penney einen seiner treuesten Kunden verliert. Ja, genau wie Ihr, hatte ich den Verdacht, es handele sich sich hier um keinen anderen als Durito. Die Lage schien kompliziert zu sein, sodass ich dem kleinen Ernesto vorschlug, wir sollten versuchen, zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen. Der Junge zweifelte und widersetzte sich zuletzt. Wahrheit und Gerechtigkeit (das, was die Mütter Sucherinnen und die Vermissten von Ayotzinapa erwarten) müssten den Ausschlag geben. Somit präsentierte ich mich vor Gericht, während der verdammte Teufelskäfer mich betrachtete und spöttisch lächelte.

Durito zeigte Foto und Videos des Jungen, das Stofftier in die Luft werfend, sowie arglistigerweise in Zeitlupe den Moment, in dem es zu Boden fiel. Es gab empörte Rufe. Es hatte etwas von einem schwierigen Fall, und alle Wetten sprachen gegen uns; in Las Vegas standen die Chancen, dass wir verlieren würden bei 77 zu 1.

Ich begann meine Ausführungen, indem ich den verstorbenen SupMarcos zitierte – den das liebe Herrgöttle in seinem Allerheiligsten bewahre und die heilige Jungfrau mit ihrem Segen erfülle. Der Verstorbene hatte erklärt: Ja, Himmel und Hölle würden existieren, jedoch nicht wie die verschiedenen Religionen sie präsentieren. Der Sup hatte aufgezeigt, dass es beide gebe – Himmel wie Hölle, am gleichen Ort. Aber es gab weder Engel, noch himmlische Höfe noch Sankt Peter u.s.w. – sondern eine große Anzahl kleiner Tiere aller Größen. Die vermeintlich verurteilte oder freigesprochene Person erschien dort vor den Tieren und diese sprachen zu ihr: »Wie du uns behandelt hast, so wirst du hier behandelt werden.« Das heißt, wenn du Tiere misshandelt, getreten, getötet, sie zu Weihnachten, an Halloween oder nationalen Festen in lächerliche Kleidung gesteckt hast, oder sie gezwungen hast, alle möglichen Kunststückchen vorzuführen oder an Wettbewerben teilzunehmen, dann wird dir hier genau das Gleiche passieren. Somit solltest du daran denken, wie es ist, unter Fußtritten ergriffen und geschleift oder als Kürbis, Chucky, Trump, Salinas Pliego kostümiert zu werden … und dies bis in alle Ewigkeit.

Ich führte aus, dass der kleine Ernesto nicht nur kein lebendes Tier geschädigt hat, sondern sein Interesse als Superheld, der er ist, auch darin bestand, den Lumpen-Papagei aus seiner Versklavung unter dem Gesetz der Schwerkraft zu befreien – und er ihm keinen Schaden zufügen sondern ihm helfen wollte zu »schweben«. Und deshalb wandte er sich aus rein wissenschaftlichem Interesse an den lebendigen Papageien. Obzwar der Papagei wohl dachte – dem Vorgeschehen geschuldet – er würde ein ums andere Mal nach oben geschleudert, um zu Boden zu stürzen – damit sein wundervolles Gefieder ruinierend.

Der Papagei bat ums Wort und richtete sich an die, wie ich bereits sagte, aus kleinen Hunden und Katzen gebildete Richterschaft. Entgegen dem, was gedacht werden könnte, sprach er nicht wider unseren Superhelden. Im Gegenteil, er erklärte, wie sehr er jedes Mal litt, wenn ihm die Federn gestutzt wurden. Fliegen zu können sei das Streben aller Papageien mit Selbstachtung, egal wie mehrsprachig einer ist oder einer Lumpenpuppe gleichen mag. Er verstünde nun Ernesto, und es gebe keinen anderen Schuldigen als dieses scheiß kapitalistische System. Und dann folgte eine Erklärung, die all jene Großkopfigen nur allzu gerne geben würden – jene, die behaupten, zu studieren … aber nichts dabei lernen.

Die Richter berieten sich. Ich verwarf die Anträge auf Hausarrest oder wenigstens Kontaktverbot. Durito machte ein Gosdooma-Gesicht, er wusste, er hatte verloren. Schlussendlich erging das Urteil. Die kleinen Hunde und Katzen, sowie ein Papagei auf Durchreise, entschieden, hier liege kein Strafdelikt vor, alles beruhte auf einem Missverständnis – auf jedem Fall müsste das System, das Tierquälerei erlaubt, verurteilt und bestraft werden.

Der Papagei und Ernesto umarmten sich, und ich konnte sehen, der Vogel erklärte dem Kleinen etwas ins Ohr. Na klar, ohne ihn zu beißen. Ernesto nickte zu dem, was gesagt wurde und sein Gesicht strahlte. Hat ihm der Papagei ein Geheimnis enthüllt, damit das Stofftier fliegen kann? Das weiß nur der Junge. Aber es muss etwas Geniales sein, denn jetzt versucht er es hinzukriegen, dass ein Stein »schwebt«.

Die Moral von dieser Geschichte ist klipp und klar: Es ist besser zu prüfen, ob die Tamale-Maispastete wirklich gar ist oder nicht. Abflusssystem und Latrine werden es danken. Und natürlich zu untersuchen, ob es besser ist, zu Yahoo … oder Hotmail … umzuziehen. Oh, oh, Hotmail gibt es nicht mehr? Hmm, das erklärt, warum keine*r mit mir chattet. Seufz.

Zum anderen hat ja bereits der SubMoy gesagt: Die Sachen werden mit dem gemacht, was da ist, sowie mit dem Kopf. Gern geschehen, Vasco (falls du einen Vorschlag für die Aufstellung beim Endspiel haben willst, das wird extra berechnet). Wenn sie dir die Werbespots für Matratzen wegnehmen, gibt es immer noch die »Hängematten La Migaja – Brosamen« (sie werden demnächst an der Börse notiert – Musk wird erzittern).

So so.

(Keine Fortsetzung folgt.)

Der Capitán.
Mexiko, Juni 2026.

PS. Na gut, es folgt noch der Teil mit den Aufrufen zum Treffen der Widerstände und Rebellionen, und zum Treffen der Künste. Beide Treffen sind im August.

[Die erste Mail-Adresse scheint die aus den beiden vorherigen Kommuniqués zu ersetzen:]

semillerojulio2026@proton.me
encuentroryragosto26@gmail.com
encuentroartes2026@gmail.com

Aufnahmen: Terci@s Compas Zapatistas
Musik: »La cotorra viajera – Die reisende Papageiin« von Cri-Cri; Stimmen der Widerstände und Rebellionen der Welt.

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