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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Feb032026

Aufruf zu nationalen und internationalen Aktionstagen Gerechtigkeit für Samir und Selbstbestimmung für die Pueblos „Gerechtigkeit von unten kann nur mit Erinnerung, Rebellion und Organisation errichtet werden.“

Aufruf zu nationalen und internationalen Aktionstagen

Gerechtigkeit für Samir und Selbstbestimmung für die Pueblos [1]

„Gerechtigkeit von unten kann nur mit Erinnerung, Rebellion und Organisation errichtet werden.“

Vom 19. bis 22. Februar 2026 oder wann immer es in euren Kalendern passt

IN ANBETRACHT DESSEN

Dass unser Compañero Samir Flores Soberanes, Verteidiger des Territoriums, indigener Sprecher und Vorbild im Kampf für viele von uns wegen seiner Beharrlichkeit, Bescheidenheit, Kreativität, Würde und seines Engagements, aus der Gemeinde Amilcingo, Morelos, geboren am 2. August 1982, am 20. Februar 2019 vor seinem Haus ermordet wurde.

Dass er drei Tage vor der von López Obrador durchgesetzten Volksbefragung ermordet wurde, mit der die Fertigstellung des Proyecto Intergral Morelos (Anm. d. Übers.: einem Infrastruktur-Projekt der staatlichen mexikanischen Stromgesellschaft CFE), gerechtfertigt werden sollte, anstatt es zu stoppen, wie eigentlich im Wahlkampf 2014 in Yecapixtla, Anenecuilco und Tepoztlán versprochen. Das kommt einem blutigen Verrat an den Wahlversprechen eines Präsidenten gleich, der zugesagt hatte, sich an die Entscheidung der Bevölkerung zu halten und Gerechtigkeit über alle Privilegien zu stellen, letztlich aber nur ein neues Nest für die Anhänger der PRI, Morena und ähnlicher Parteien schuf und eine extraktivistische und kapitalistische Regierung vorantrieb.

Dass Samir zehn Tage vor seiner Ermordung zusammen mit anderen Compañer@s von López Obrador in Almeal in einer Hassrede als „Linksradikale, die für mich (ihn) nichts anderes als Konservative sind … von den Yankees finanzierte Umweltschützer … die sich gegen die Bevölkerung und die gute Regierung stellen … die nicht für mich gestimmt haben … die zur Nichtwahl aufgerufen haben“ bezeichnet worden war, die für unseren Compañero Samir das Todesurteil bedeutete.

Dass wir in Mexiko in einem Narco-Staat leben, der entgegen den Behauptungen der Regierungen der Vierten Transformation (4T) und jetzt Trump vom Großkapital unterstützt und gesponsert wird, um die Kontrolle über die Territorien der Pueblos zu behalten und Militarisierung, Invasionen und Ausbeutung durch den extraktivistischen Kapitalismus zu rechtfertigen.

Dass der Krieg überall stattfindet, auf verschiedenen Ebenen, aber die Ursache immer dieselbe ist, das Kapital, das ausplündert, um Tod und Zerstörung in Profit zu verwandeln, wie es die Invasion Venezuelas zeigt, die Ermordung von Carlos Manzo und die Umsetzung des „Plans Michoacán für Frieden und Gerechtigkeit“ (Plan Michoacán por la Paz y la Justicia), der nichts anderes bewirkt hat, als die Militarisierung und die Kontrolle des organisierten Verbrechens in Michoacán zu verschärfen, die Drohnenangriffe auf die Gemeinde Santa María Ostula, die Angriffe auf die Wirarika-Gemeinde San Lorenzo Azqueltán und die Ermordung des Compañero Marcos Aguilar, die Angriffe auf den CIPOG-EZ (Concejo Indígena y Popular de Guerrero – Emiliano Zapata), den Krieg gegen die zapatistischen Gemeinden und die Enteignung ihres Landes neben vielen anderen Fällen, die in Mexiko, auf dem Kontinent und weltweit angeführt werden können.

Dass die Formel des Kapitals aus Drogenhandel/Militarisierung/Enteignung die wahre Strategie der „neuen“ Donroe-Doktrin ist, Amerika für das US-Kapital, kolonialistische Doktrinen, die im Osten mit fundamentalistischen Rechtfertigungen des Irak begleitet werden, um das Territorium Palästinas zu kontrollieren, oder von Russland über die Ukraine. Wieder versuchen verschiedene Staatsmächte, die Welt unter sich aufzuteilen unter dem Vorwand, das Recht des Stärkeren zu haben und ihre Reviere gegenseitig zu respektieren, in denen wir die Hilfskräfte und Wegwerfartikel sein sollen, die verschwinden können und  enteignet, zerstört und wieder aufgebaut werden, um dem Kapital zu dienen.

Dass es dieser Narco-Staat ist, der Samir ermorden ließ, unter einem Netzwerk, an dem der ehemalige Präsident Lopez Obrador, der Abgeordnete Hugo Erik Flores, Manuel Bartlett als Direktor der CFE, der amtierende Gouverneur Cuauhtemoc Blanco, der ehemalige Gouverneur Graco Ramirez und sein Instrument der Spaltung in Amilcingo, Humberto Sandoval, der Staatsanwalt von Morelos, Uriel Carmona, der Bürgermeister von Temoac, Valentin Lavin, und die ehemalige Stadtkämmerin Angelina N. alias La Patrona beteiligt sind, wobei die beiden Letzteren mit der kriminellen Zelle Los Aparicio in Verbindung stehen, die vermutlich den Mord an Samir verübt haben und mit dem Kartell Jalisco Nueva Generación in Verbindung stehen, jenem Kartell, das mit dem Amtsantritt von López Obrador im ganzen Land gewachsen ist. Ein narcopolitisches Netzwerk, das mit der Ermordung von Samir unter anderem die transnationalen Unternehmen Elecnor, Enagas, Bonatti, Saint Gobain, Gas Natural del Noreste und jetzt auch das US-Unternehmen Macquarie begünstigt hat.

Dass wir Pueblos in Mexiko und weltweit gegen diese lokale und globale Strategie des Terrors, der Plünderung und Zerstörung mit Erinnerung, Rebellion und Organisation ankämpfen, um unsere Selbstbestimmung zu verteidigen und zu stärken, dieses natürliche und unveräußerliche Recht der Pueblos, über ihr Schicksal zu entscheiden, die Grundlagen, die der Westen als Völkerrecht bezeichnet. Deshalb stehen wir den Interessen der Mächte gegenüber, die das Leben, wie wir es kennen, beherrschen und untergraben wollen, indem sie sich Öl, Lithium, Gold, Wasser und alle natürlichen Ressourcen der Erde aneignen, die wir Pueblos seit Jahrhunderten schützen und bewahren. Wir verurteilen die Intervention der USA gegen Venezuela und fordern die Achtung der Selbstbestimmung der Pueblos.

Dass es sieben Jahre nach der Ermordung unseres Compañeros Samir Flores und 30 Jahre nach der Gründung des Congreso Nacional Indígena notwendig ist, unsere Stimmen, Köpfe und Herzen zu vereinen, um weiter den besten Weg zum Aufbau von Gerechtigkeit von unten und zur Achtung der Selbstbestimmung der Pueblos zu beschreiten, denn von oben sind nur Krieg, Tod, Ausbeutung und Zerstörung zu erwarten, während von uns Gerechtigkeit von unten und Wege des Lebens kommen. Deshalb lautet unser

AUFRUF

An die Pueblos, Organisationen, Kollektive, Gruppen, Künstler:innen, Akademiker:innen, Feministinnen, Angehörigen von Verschwundenen und Ermordeten, Angehörigen politischer Gefangener und alle im Einzelnen und Kollektiven, uns am 19., 20., 21. und 22. Februar zu den nationalen und internationalen Aktionstagen „Gerechtigkeit für Samir und Selbstbestimmung für die Pueblos“ zusammenzutun, die in jedem eurer Territorien stattfinden sollen und für die wir als gemeinsame Agenda vorschlagen:

  1. Februar: Um unsere Toten, Verschwundenen und zu Unrecht Inhaftierten zu benennen und gemeinsam lautstark gegen das System der Ungerechtigkeit zu protestieren, dem sie uns unterwerfen wollen.
  2. Februar: Um mit Leben und Würde unseres Compañeros Samir Flores Soberanes zu gedenken. Wir rufen dazu auf, mit künstlerischen und gemeinschaftlichen Wandbildern, Liedern, Kulturveranstaltungen, Aktionen und Aufklärungsarbeit darüber zu informieren, wer Samir war und wofür die Pueblos des Vulkans, Mexikos und der Welt kämpfen.
  3. und 22. Februar: Um die Megaprojekte anzuprangern und Aktionen zur Verteidigung des Lebens durchzuführen.

Wir laden euch ein, diesen Aufruf mitzutragen und eure Aktivitäten bis zum 10. Februar per E-Mail an cnicomunicacion@gmail.com zu melden, damit wir sie gemeinsam verbreiten können.

Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra y el Agua Morelos, Puebla, Tlaxcala
Congreso Nacional Indígena
Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Anm. d. Übers.:

[1] Pueblos: kann Dörfer oder Ortschaften bedeuten, bezieht sich hier aber auf die Bevölkerung in einem Territorium, z. B. auch Pueblos Originarios – „indigene Völker“.

 

 

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