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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Jun152015

Widerstand und Rebellion II. Subcomandante Insurgente Moisés. 7. Mai

Worte von Subcomandate Insurgente Moisés

7. Mai 2015 (Nachmittagssitzung)

Guten Abend Compañeros, Compañeras, Brüder und Schwestern.

Mir scheint man braucht ein kaltes Wasser denn es wird provoziert1.

Also müssen wir vom Spanischen zum Tzeltal, Tojolabal, Tzotzil, Chol übergehen, dann wird die gemeinsame Antwort kommen, denn es gibt Dinge, die wir diskutieren möchten, wie es die Compañeros, an dem Tisch an dem wir uns jetzt befinden, geplant haben.

Fahren wir fort mit unseren Worten der Erklärung, dem Gespräch, darüber, was unser Widerstand und unsere Rebellion als Zapaistas ist.

Für uns, als Organisation, die Widerstand leisteen und den Kampf der Rebellion betreiben, müssen wir uns zunächst klar darüber sein warum man Widerstand leistet und rebelliert. Wenn uns nicht klar ist warum? Wofür? Wodurch?, kommt man einfach nicht vorwärts.

Der Widerstand und die Rebellion gibt uns Leben. Warum? Weil wir wissen wofür, wodurch und für wen. Also tun wir das, was wir vereinbart haben und wir werden sehen, ob wir Resultate haben werden bzw. ob wir bekommen werden, was wir wollen.

Und so erkennen wir, dass es tatsächlich Leben spendet, wenn man den Widerstand und die Rebellion organisiert. Denn der Widerstand und die Rebellion, genau diese zwei Dinge, sind es, weshalb wir hier mit euch sprechen. Hätte man nicht gesehen bzw. hätte sich unsere Rebellion überholt, der Mut, hätten wir nicht bemerkt was passiert ist, also die Bewegung vom 12. Januar 1994. Hätten wir das ignoriert, wüssten wir nicht wo jede*r einzelne wäre und wir würden hier nicht mit euch sprechen.

Also dank der Rebellion und dem Widerstand haben wir es verstanden und deshalb sind wir hier mit euch. Aber auch, dank der Rebellion und des Widerstands, konnten wir uns Zapatistas etwas winzig Kleines erschaffen, wie dies – ihr da hinten, könnt ihr es sehen? Nein? Darum geht es, denn so haben wir begonnen, klein, man sieht es nicht, aber wenn sich jener Widerstand und jene Rebellion organisiert, werden sie sich multiplizieren.

Dieses Kleine.

Als wir uns besprachen, sagten wir ´eines Tages werden wir mit den Mexikanerinnen und Mexikanern, mit den Brüdern und Schwestern und Compañeros und Compañeras der Welt sprechen`. Und nun ist es tatsächlich so, aber es muss Widerstand und Rebellion geben.

Wir sagen nicht, dass Widerstand und Rebellion das Einzige ist, deshalb sagen wir kopiert nicht. Es geht nicht darum etwas zu kopieren. Aber unser Regieren bzw. unsere Autonomie als Zapatisten und Zapatistinnen, die wir uns selbst regieren, verdanken wir dem Widerstand und der Rebellion. Denn hätten wir uns nichts weiter als Bomben und Kugeln, den militärischen Dingen, gewidmet, Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern, dann wären wir sicher nicht hier.

Aber wie man verstanden hat, sah man, dass zu widerstehen und den Widerstand zu organisieren auch eine Waffe des Kampfes ist. Wir sind also hier und, man sieht an den Fakten, so bekämpfen wir den Kapitalismus.

Unser Widerstand und unsere Rebellion hat für uns kein Ende. So verstehen wir unsere Praxis die wir machen, denn mit unserem Widerstand und Rebellion erfüllen wir eine Notwendigkeit.

Zum Beispiel lösen wir das Fehlen von Bildung, indem wir unsere Promotoren suchen und den Compañeros und Compañeras etwas zu Essen geben. Dann ist da das Problem mit der Gesundheit: nun suchen und bereiten wir Compañeros und Compañeras vor und nicht nur das, man muss sie unterstützen und ihnen helfen, denn die Frage der Gesundheit ist speziell, denn es ist so, dass es zunehmend neue Medikamente und andere Krankheiten gibt, dann lösen wir dies erneut.

Also jedes Mal, mit jeden kleinen Schritt mit dem wir das Problem lösen, müssen wir wieder den Widerstand organisieren. Dann sagen wir scherzhaft ´wofür wollen wir die Autonomie?`

Dann erkennen wir, wie wir sprechen, wie wir hier sagen, um den Kapitalismus zu verarschen. Also sagen wir hier nochmal ‘dass man, um sie [die Autonomie] zu erschaffen, auch sich selbst den Arsch aufreißen muss`.

Deshalb sagen wir, dass es kein Ende hat. Mit jeden Schritt, den wir tun werden, werden wir aufbauen, damit geht auch der Widerstand und die Rebellion einher, organisiert natürlich.

Mit unserem Widerstand und unserer Rebellion leiten wir uns in unseren Gesetzen als Zapatistas. Mit unserem Widerstand werden wir diese Gesetze, Regeln die wir konstruieren, schaffen und verbessern, stets durch Versammlungen der Dörfer, immer durch Demokratie, das heißt, durch die Gedanken und Worte der Dörfer.

Mit unserem Widerstand wird die Rechtsprechung, die wir betreiben, gestärkt. Hier möchte ich Beispiele geben, da man wirklich Mittel braucht. Zuerst einmal sind wir uns darüber im Klaren wie wir Justiz, anders als es im kapitalistischen System ist, betreiben, doch zum Zeitpunkt ihrer Praktizierung ist es wo wir Schwierigkeiten haben. Bei einem Mord zum Beispiel, ist es in unserer Theorie so, dass das Gesetz besagt, wenn ich ein Mörder bin muss ich arbeiten damit meine Familie leben kann, aber außerdem soll die Familie des Ermordeten leben können.

Und wenn das passiert ist, wird man mit dem Problem konfrontiert, denn wenn der Schuldige arbeiten soll, muss man ihm seine Werkzeuge geben, dann kann er fliehen und er entkommt. Also muss man ihn töten, damit er nicht flieht, und das ist, was wir nicht tun konnten. Warum? Was ist das Problem? Also es gibt kein Gefängnis in dem all die Arbeiten ausgeführt werden können bzw. müsste alles vorhanden sein, damit der Mörder jedwede Arbeit innerhalb des Gefängnisses verrichten kann, und diese zu Mais, Bohnen und alles was die geschädigte Familie zum Essen als Entschädigung braucht, ebenso wie die Familie des Mörders, wird. Aber das gibt es nicht, es gibt keine Ressourcen dafür. Was ist das Problem des Systems? In einigen Gefägnissen gibt es Materialien, aber sie werden von jenen geraubt die Justiz betreiben, die sagen, dass sie Gerechtigkeit betreiben.

Was also tun wir, wenn es solche Probleme gibt, die schon vorgekommen sind? Was die Compañeros dann machen ist Mediation während sie untersuchen wie der Mord geschah. Dann sprechen die Autoritäten mit der Familie des Mörders sowie mit der geschädigten Familie und so überschneiden sich die Informationen. Während die Zeit der Untersuchung verging, kam es, dass die Familie des Mörders kam und sagte, dass sie ihnen $ 40.000 Pesos geben. Daraufhin sagt die Autorität: ´ich kann euch nichts zusagen, ich muss zuerst die geschädigte Familie fragen, denn wir als Autoritäten werden dem Leben einer Person keinen Preis geben`.

So also wird die Autorität zum Mediator. Sie geht erneut zur geschädigten Familie und so verstreicht die Zeit bis man zu einem Einverständnis kommt. So geschah es und so wurde es nun gelöst, dort wo Widerstand und Rebellion ist – deshalb sagte ich gestern, dass man nicht nur Stärke und Wut gegenüber dem Feind, dem Kapitalismus braucht, sondern auch, dass wir wissen, was wir nicht tun können, wie zum Beispiel das Stehlen. Man weiß sehr gut warum sie stehlen, warum sie vergewaltigen, woher die Probleme kommen, weil es Vergewaltigung gibt wenn gestohlen wird.

All diese Dinge muss man untersuchen, wie es ist, denn oft kommt es durch Drogen, durch Alkohol, durch Betrunkene. Was die Autoritäten dann tun ist eine intensive Kampagne in den Dörfern, damit soetwas nicht passiert, damit es keine Vergewaltigung durch Betrunkene, durch Drogenabhängige, gibt, denn es wird ihnen schwer ergehen; oder damit es keine Morde durch Betrunkene oder Drogenabhängige gibt, und diejenigen, die soetwas tun sind die Parteianhänger*innen.

Dann begannen wir erneut Probleme zu haben, denn es ergab sich, dass wir uns um die Mörder, die Parteianhänger*innen die töten, kümmern und ihnen zu Essen geben bzw. werden wir zur Polizei für sie, da man auf sie aufpasssen muss, damit sie nicht entwischen. Deshalb sagen wir, dass die zapatistische Justiz unabhängig davon, wer es ist, gemacht wird. Die Theorie ist sehr schön, doch in der Praxis ist es nicht das Gleiche, denn wenn du nun davon sprichst, dass du eine Woche auf sie aufpasst, musst du sie pflegen, ihnen zu Essen geben und aufpassen, wenn die Familie kommt und sich wegen der Menschenrechte beschwert und dann sagt, dass du ihre Menschenrechte verletzt, weil du ihnen nichts zu Essen gibst. Dann wird es zum Problem für uns Zapatistas.

Ich erzähle euch das, Compañeros und Compañeras, nicht um euch zu demotivieren noch zu demoralisieren. Sondern damit ihr erkennt, dass man sich, um sich zu regieren, organisieren und alles sehen muss, wie es ist sich zu regieren.

Was wir also getan haben, um jenes Problem zu lösen, ist, dass wir den Parteianhänger*innen sagen: ´Weißt du was, Herr Kommissar, wir werden den Fall lösen, wir werden eine Untersuchung und alles machen, aber Sie müssen den Mörder in ihrer Comunidad behalten, oder sie gehen zur Regierung an die sie glauben, besser gesagt zur schlechten Regierung.` Dann sagt die Familie des Parteiangehörigen: ´Nein, wir möchten, dass das Problem hier gelöst wird, denn wir wissen nicht wo sie ihn dort festhalten werden, wir wissen nicht wieviele Verletzungen sie der Familie antun werden, und dann haben wir kein Geld um immerwieder hin zu gehen und später braucht man noch mehr Geld für den Anwalt oder die Anwältin.

Wir sagen also, dass sie ihn in ihrer Comunidad einsperren müssen, so dass sie es übernehmen, damit die Comunidad der Parteianhänger*innen erkennt, dass es sehr arbeitsintensiv, sehr kostspielig und problematisch ist ein Mörder zu sein, da du dich um ihn kümmern, ihm zu Essen geben musst und alles zu Arbeit wird. So ist es, dass wir auch die Parteianhänger*innen erziehen und sie auch Stück für Stück gegen die Drogensucht ankämpfen und wo es sie viel kostet ist da wo sie schon damit leben, bis sie uns sagen: ´Wir haben ihn schon ergriffen, wir haben ihn schon vier, fünf Mal der schlechten Regierung übergeben, die auch nicht weiß was zu tun ist und ihn wieder gehen lässt.`

Mit unserem Widerstand und unserer Rebellion gehen wir und sehen wir, wie wir unsere sieben Prinzipien des gehorchenden Befehlens, in dem wir sagen, dass das Volk regiert und die Regierung gehorcht, praktizieren und verbessern.

Hier möchte ich euch Beispiele geben, was uns auch mit dem regierenden Volk und der gehorchenden Regierung passiert. Zum Beispiel in einer Munizipversammlung, welche aus drei bis vier Regionen bestehen kann, und die Regionen hunderte von Dörfern haben, weshalb wir von Versammlungen autonomer Munizipe (MAREZ) sprechen, entwickeln, lancieren die Autoritäten der MAREZ einen Vorschlag, einer Kooperative oder einer kollektiven Arbeit. Dann gehen sie in die Dörfer um zu sehen, was die Leute sagen. Dann kommt es, dass die Mehrheit sagt ´ja, wir sind einverstanden` und ein oder zwei Dörfer sagen ´wir sind nicht einverstanden`.

Dann beginnt die Diskussion warum, ´sagt uns den Grund, warum`, denn es ist klar warum kollektive Arbeit oder was der Zweck der kollektiven Arbeit ist. Also beginnen die Dörfer zu planen. Die zwei Dörfer, die nicht einverstanden sind, präsentieren ihre Argumente: ´Nein, es ist so weil wir weit entfernt sind und viele Ausgaben haben.` Und dann geht es darum, dass die Munizipe bzw. die Autoritäten, die Dörfer die einverstanden sind, eine andere Form entwerfen um den Dörfern die nicht wollen, die kollektive Arbeit näher zu bringen. Ich weiß nicht ob sie mich verstehen.

Dann kehrt man nocheinmal zurück zur Diskussion mit dem Dorf das nicht mitmachen will, und dann nocheinmal zu den Autoritäten um zu sagen, dass das Dorf nicht will.

So fragt die Versammlung, die Mehrheit, die einverstanden ist, warum?.

– Nein, denn das Volk befiehlt.

Und dann beginnt die Diskussion von Neuem und sie sagen:

– Ihr irrt euch Compañeros aus Dorf X, ihr irrt. Ihr versteht das falsch. Wir, die Mehrheit hier, befehlen, denn wir sind einverstanden, die Mehrheit der Dörfer des Munizips.

Dann kehre zurück und sage deinem Dorf, dass es die Mehrheit hier, die Stimme des Volkes, ist, die befiehlt und ihr gehorchen müsst. So kehrt die Autorität erneut zurück um es zu erklären, bis sie sie überzeugt. Dazu muss die munizipale Autoritätät direkt in die Dörfer gehen um es ihnen zu erklären, und da müssen die Autoritäten viele Dinge festellen. So geht die munizipale Autorität in das Dorf um direkt mit der Basis zu sprechen (BAEZLN), entsprechend der Erfüllung unserer sieben Prinzipien in denen das Volk überzeugt wird aber nicht gewonnen. Hier nun merkt man, dass derjenige, der es nicht gut erklärt, die Autorität ist und dass diese Autorität selbst die kollektive Arbeit nicht will. Dann sanktioniert das Dorf automatisch ihre Autorität, weil sie die Worte der Gemeinde verfälscht.

Deshalb sage ich euch über das Sich-Regieren, nicht, dass wir nicht dazu in der Lage sind, doch, nur, dass wir hart dafür kämpfen müssen, damit wir es tun können. Das heißt, dass wir in unserem Widerstand und unserer Rebellion viel erreicht haben, da wir viel politische, ideologische Arbeit machen und viel erklären, darüber, wie wir den Kapitalismus sehen sowie viel Auswertung darüber, wie wir als Organisation sind.

Da erkennen wir, dass wir nur kämpferisch bleiben mit viel Leidenschaft, viel Arbeit, viel Anstrengung und Aufopferung, dass heißt mit viel Widerstand und Rebellion. So werden wir den Kampf aufrecht erhalten und fortführen können, denn wir wissen sehr gut, dass der Kapitalismus uns nicht in Frieden lassen wird.

Unser Widerstand und Rebellion hat uns die Kraft gegeben, die kollektive Freiheit umzusetzen und auszuüben, denn so viele Dinge die in unserem Gehen, in unserem Regieren, unserer Freiheit passieren, lösen wir, wie es nötig ist um es zu verbessern. Was ich meine ist, dass alle Zonen die Generation der Jugendlichen vorbereitet, weil es das ist, was wir verstanden haben und wir verharren nicht mehr im Verstehen, denn was wir während der 20 Jahre festgestellt haben, dass wenn wir nichts weiter tun als reden werden, nichts getan wird.

Also in dem Moment, als wir entdeckten, was wichtig, was notwendig ist, wenn es schon die Entscheidung des Volkes ist, dann müssen wir ihm diese Arbeit geben, dann beginnen wir zu gehen. Zuerst muss man das Wort, die Entscheidung des Volkes berücksichtigen, von da an beginnen wir zu gehen, denn es ist nötig herauszufinden, ob es gut ist, also wie ein Experiment, und so werden wir es verbessern.

Deshalb sagen wir, dass es unser Widerstand und unsere Rebellion sind, die uns in der Verbesserung der Praxis unserer Freiheit, was wir tun wollen, geholfen haben. Zum Beispiel haben die Compañeros und Compañeras der Dörfer die Freiheit die Autorität, die die Regeln nicht erfüllt, abzusetzen, sie darauf Aufmerksam zu machen oder sie zu sanktionieren.

Unser Widerstand und unsere Rebellion haben uns die Freiheit gegeben zu erschaffen, zu erfinden, uns vorzustellen, wie wir unsere Arbeit des Regierens verbessern, um ein besseres Leben zu haben. Und das ist es, was uns geholfen hat herauszufinden, wie wir das Regieren oder die Arbeit unserer autonomen Regierungen verbessern.

Durch unseren Widerstand und unsere Rebellion haben die zapatistischen Dörfer, Frauen und Männer, schon das Recht ihre Worte zu sagen, das heißt die Meinungsfreiheit, und sie haben das Recht gehört zu werden, ob sie nun einverstanden sind oder nicht, welches von beiden auch immer, muss gehört werden. Aber gleichzeitig haben die Dörfer, Frauen und Männer, der freien Meinungsäußerung, frei zu denken und zu planen, frei in der Meinungsbildung, was ihnen gefällt oder was ihnen nicht gefällt, frei darin vorzuschlagen, wie sie glauben etwas zu verbessern oder eine ander Form vorzuschlagen, die Freiheit es zu studieren, zu überdenken, um neue Vorschläge zu präsentieren. Sie haben die Freiheit zu analysieren und danach können sie sagen, ob es ihnen zusagt oder nicht. Sie haben die Freiheit zu diskutieren um dann zu einem Einverständnis über das Bestmögliche zu kommen bzw. wo die Vorteile liegen, deshalb wird es gut diskutiert und schließlich haben unsere Dörfer das Recht zu entscheiden was durchgeführt werden muss.

Mit unserem Widerstand und unserer Rebellion haben wir einiges herausgefunden, dank der Praxis unserer Compañeras in den drei Bereichen der Hebammen, Knochenheilerinnen und Heilpflanzen, die uns sagten, dass man diese Kultur wieder finden muss, da sie früher keine Ärzte brauchten – denn tatsächlich kannten sie diese nicht – da sie von den Pflanzen, Wurzeln, Blätter und Schalen lebten. Denn sie sagten eines Tages, wofür werfen wir die Träne in das Grab und stampfen es fest damit die Erde, in der unsere Toten sind, schön fest bleibt, und vergraben damit all die Weisheit und Intelligenz? Sie müssen wir also wiederbeleben.

Also wurde darüber reflekiert und verstanden, im politischem Sinn, ´was es ist?`. Wir sagten ´Was geschah 1810? Was geschah 1910? Als Villa starb und Zapato starb ist der Kampf da geblieben`, oder er vereint sich in einer Person so wie die Wut, die Weisheit, die Intelligenz, die Kunst also, die Kunst zu kämpfen, zu streiten. Also sagten wir warum sind nur wir allein die Befehlsgewalt, oder die politische Macht des Geheimen Komitées, also müssen wir nachdenken was wir machen werden.

Mit unserem Widerstand und unserer Rebellion sagten wir: damit das nicht geschieht, müssen wir das Erbe den Compañeros übergeben, also der neuen Generation – bei dem Erbe handelt es sich nicht um Land, nicht um eine Kuh, eine Laus oder einen Floh. Nein? Sondern um den Kampf, die Oragnisation der EZLN und die Autonomie – dann also zum Zeitpunkt der Weitergabe unserer Erfahrung, das Wie, das Was und alles, da sagt eine*r unserer Compañeros und Compañeras:

– Aber es fehlt noch was, Compas.

– Nein, das ist alles.

– Nein.

– Aber was?

– Uns fehlt, dass ihr das, was das Erbe der Sexta oder der Otra sein wird, überreicht.

So erwiderten wir ´Welche Otra, welche Sexta?`, da soetwas wie eine Organisation fehlt, nicht wie die Autonomie die schon die Organisation der Dörfer ist, die sich schon regieren, sie, Frauen und Männer, und die EZLN, die schon als Oragnisation existiert und weiterbesteht. Aber also welche Otra oder welche Sexta? ´Wir werden sie dann sehen, compas`.

So begannen wir zusammen zu überlegen was nun? Wo ist der Widerstand, wo die Rebellión, wenn es stimmt was die compas sagen, was? Wie?

Dann haben wir nichts als Erbe zu geben, im Gegenteil. Unsere Compañeros und Compañeras der Dörfer sind jene, die das Erbe den Compañeros und Compañeras geben müssen, jene die der Wahrheit beitreten wollen, in die Wahrheit, in die Sexta. So wurde die Escueltita (Kleine Zapatistische Schule) geboren, deshalb sind sie Compañeros und Compañeras.

Bevor das passiert, dass sie Lehrer und Lehrerinnen, Betreuer und Betreuerinnen sind, sahen wir jenes, wovon ich euch erzählte, von den Compañeras, dass man wieder finden muss, nicht begraben. Und es stimmt, gut, wir weinen um unsere Familien wenn sie sterben und dann begraben wir die Weisheit, die Intelligenz die sie hat. Ich weiß nicht, sie sagten uns so etwas wie, wir sollen nicht egoistisch sein, wir müssen die Compañeros und Compañeras lehren, außerdem sind wir nicht ewig auf der Welt, wenn der Feind uns nicht tötet, wenn wir nicht durch Unfälle sterben, werden wir trotzdem gehen, werden wir zurückkehren müssen.

Das brachte uns zum Reflektieren, darüber, warum immer wir es mit dem Mikrofon sind. ´Warum immer ich?` So sagten wir uns ´Warum haben wir Angst vor dem Volk?`. Sie sind diejenigen, die schon regieren, genauso darin. Wenn wir das Erbe übergeben, sollte es vollständig sein. Also müssen sie die Lehrerinnen und Lehrer sein.

Dann mussten wir dies organisieren, ihnen Mut geben, und tatsächlich werden sie, die Compañeros der Dörfer, wissen was zu tun ist, wenn wir nicht da sind. Das ist der Witz, dass wir ihnen den Raum geben müssen, die selbst wissen zu erklären. Tatsächlich wissen sie besser zu erklären als wir. Ich bin Insurgente, ich bin im Lager, ich bin nicht im Dorf, sie sind es die das Alltägliche leben, nicht ich. Ich bin im Lager, natürlich Befehle erteilend.

Mit unserem Widerstand und unserer Rebellion wussten wir jenes Problem der Befehle zu lösen. Es ist nicht die Schuld der Compañeros und Compañeras, jene die schon diese 20 Jahre lang regieren, es ist auch nicht unsere Schuld, denn es war erforderlich, so haben wir uns vorbereitet, damit die Befehle erfüllt werden. Im Militärischen werden die Befehle erfüllt, sie werden nicht diskutiert, es gibt keine Demokratie. So haben wir die Compañeros Milizionäre und Milizionärinnen vorbereitet, darum konnten wir Tausende von Kämpfer*innen kontrollieren, weil Befehle, die nicht diskutiert werden, funktioniert haben. Aber als wir die Autonomie erschufen kostete es uns viel das aus dem Kopf zu bekommen – beim Regieren gebraucht man keine Befehlen, man gebraucht Vereinbarungen.

Aber wenn wir organisiert sind, können wir erschaffen und wir können rückgängig machen, so ist es in der Tat. Wir mussten nocheinmal politische, ideologische Arbeit betreiben, um es den Compañeros verständlich zu machen. Deshalb sagt man, dass eine Sache das Eine ist und eine andere Sache etwas Anderes bzw. diese Sache hat eine Funktion und die Andere hat eine andere Funktion, es ist möglich, aber das braucht Organisation.

Denn wir denken und glauben dass, – deshalb sagte ich euch heute Morgen ´mir gefällt es nicht hier zu sein`, aber da wir so organisiert sind, wie es unsere Dörfer sagen, muss man es erfüllen – wir wollen, da wir schon Jahre an der Spitze stehen, dass die Compañeros, denen wir schon den Raum gegeben haben, nun weiter machen. Aber die Compañeros sagen, ´wir haben Schwierigkeiten auf Spanisch zu sprechen`, und man muss erfüllen, was die Compas befehlen.

Es ist unsere Art, wie wir gehen, arbeiten, kämpfen, mit dem was unser Widerstand und unsere Rebellion ist. Denn wir denken nicht, das wir unentbehrlich sind, wir, die repräsentieren, sondern dass wir alle lernen, praktizieren, verwirklichen, damit eine*r, bevor man dorthin geht wohin man zurückkehren muss, Vertrauen in den Compañero, die Compañera hat, soetwas in der Art, wie ein Arzt der berät, also, dass wir ihnen entsprechend unseren Erfahrungen helfen. Es ist nicht das Gleiche wie wenn wir dort sitzen und den Compañeros, den Compañeras zuhören. Wenn du sprichst, sprichst du, wenn du das Mikrofon nimmst; man sieht schon das passiert, wie es die Compas sagen, dass nun die Hand nicht mehr zittert. Doch noch vor Kurzem zitterte die Hand, das ist wahr, es ist nicht das Gleiche.

Es ist also nötig, dass die Compañeras und Compañeros praktizieren, und wir helfen ihnen, denn wenn man einmal tot ist, kann man nicht mehr um Rat gefragt werden, oder doch? Das ist es. Es ist nicht das Gleiche wie wenn du sie an deiner Seite hast, morgen, in der Vergangenheit, während der Zeit deines Lebens und dann ´hör mal Compañero, Compañera, ist das gut, wie ich das geschrieben habe? Ist das gut, wie ich das erklären werde, sagen werde, ausrichten werde?` Also da helfen wir ihnen, da unterstützen wir sie.

Deshalb sagen wir, dass wir sehr anders sind, sehr anders. Wir gehen als ob wir ein Schuh wären, die Kleidung, man misst, ob es einen passt oder nicht passt, man probiert, bis man findet was passt. So sind wir, Compañeros, Compañeras, Brüder und Schwestern, und das was unser Widerstand und unsere Rebellion sind.

Morgen werden wir weiter machen.

1Diese Redensart scheint sich auf den Beitrag des Vorredners John Holloway zu beziehen

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