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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Jun082015

Comandanta Dalia, 6. Mai 2015

Comandanta Dalia, 6. Mai 2015

Guten Abend, Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern.

Ich werde Ihnen ein bisschen erklären, was die Compañera Comandanta Rosalinda sagte.

So wie sie erklärte, so will ich jetzt erklären, was es bedeutet eine Kandidatin zu sein. Seit 1994 wussten wir, dass wir das Recht als Frauen haben, damals als wir aufwachten; und so lernten wir nach und nach die Arbeiten der Compañeras.

In den Dörfern, in den Regionen begannen wir mit der Praxis, wie wir uns organisieren für einen Kampf zum Wohl der Leute, ohne dass wir ein Studium oder Bildung gehabt hätten.

1994 merkten wir als Frauen, die wir sind, – als Mütter, Eltern, die wir sind -, dass wir den Mut hatten, unsere Ehemänner zum Kämpfen zu schicken, unsere Söhne, unsere Töchter. Und wir wussten sehr gut, dass es alles andere als leicht ist, zu gehen, um sich dem Feind gegen über zu stellen; entweder kommt er/sie lebend zurück oder tot. Aber niemals dachten wir daran. Wir waren uns klar darüber, dass die Frauen die Verantwortung tragen mussten, unsere Söhne, unsere Töchter, aufzuziehen. Das blieb. Damals stellten wir fest, dass wir wie die Compañeros dachten.

Die erste Arbeit einer Suplenta, einer Vertretungsfrau, ist, Gespräche über den Kampf zu führen. Das heißt, wir sehen dann, dass es da noch mehr Verantwortung gibt, um diese Arbeit zu machen: Versammlungen in den Regionen, Bezirken und Gebieten zu organisieren, in kurzen Zeitabständen die Dörfer zu besuchen, um die Compañeras und Compañeros mehr in den kollektiven Arbeiten zu organisieren, – um damit unseren Widerstand auf dem wieder gewonnenen Land aufrecht zu erhalten, – Land, das wir 1994 wieder zurück gewannen, – Land, das die Großgrundbesitzer uns genommen hatten. Seit der Zeit des Untergrunds machen wir kollektive Arbeiten. Wir führen Gespräche in jedem Dorf, mit Männern und Frauen, Jungen und Mädchen, um unseren Kampf verständlich zu machen.

Damit unsere Kinder nicht mit dieser schlechten Idee aufwachsen sollten, ließen wir nicht zu, dass sie diese schlechten Ideen des schlechten kapitalistischen Systems erlernten.

So schritten die Arbeiten der Compañeras voran und ihre Teilnahme als Compañeras Zapatistas an jeglicher Arbeit und Verantwortung, zu der sie die Gemeinde ernannten. Solcherart wurden die Rechte der Compañeras anerkannt: dass sie diese Freiheit haben. Die Freiheit die Meinung zu äußern, zu analysieren, zu organisieren, in allem Möglichen. Und auch die Compañeros begriffen die Rechte der Frauen.

Der erste Mut der Compañeras bestand darin, dass sie ihren Ehemännern, ihren Töchtern erlaubten zu kämpfen. Der zweite war: Nun, nachdem sie ihrem Ehemann die Freiheit gegeben hatten, sahen wir, dass das, was die Männer machten, das konnten wir als Frauen auch tun. Wir haben diesen Mut.

Wir können auch sprechen, haben die Worte, können auch analysieren, um die Probleme zu sehen. Obwohl es für uns Frauen schwer war, machten wir diese Anstrengung. Obwohl die Compañeros früher Scheißkerle waren, – aber ja, wir konnten den Compañeros zu verstehen geben. Obwohl es immer noch einige gibt, die sich immer noch als kleine Scheißkerle zeigen, – aber es sind nicht mehr alle.

Aber die Mehrheit hat bereits verstanden. Die Frauen lassen es nicht mehr zu; sie verbleiben nicht mehr gedemütigt wie früher, wovon die Compañera Comandanta Miriam sprach. Jetzt beschweren sich die Frauen bei den zivilen Verantwortlichen, bei den Vertreterinnen oder Beauftragten. In jeder Gemeinde haben wir Vertreterinnen und Beauftragte; wenn diese das nicht in Ordnung bringen können, geht es an die im Bezirk Verantwortlichen. Sie regeln das, weil wir haben Bestimmungen in jedem Dorf, gemäß den Vereinbarungen jeder Gemeinde.

Aber glaub’ nicht, dass sich bereits alle Compañeras beschweren würden, – da sie Angst vor ihren Ehemännern haben. Aber wir erfahren es durch andere Compañeras; während der Versammlungen kommen die Gespräche auf; und wir müssen es als Compañeras untersuchen. Das heißt, unter uns Frauen müssen wir es regeln, weil unter uns Frauen haben wir viel Geduld; nicht so wie die Männer, die keine Geduld haben.

Dort wo wir sehen, dass wir die Arbeit machen können, nehmen wir uns bereits jetzt den Raum, um zu partizipieren, um eine neue Generation auszubilden, – wenn auch mit Fehlern. Aber wenn wir einen Fehler machen, dann korrigieren wir uns. Dorthin werden wir unseren Kampf weiter führen. Da wir organisieren und Geduld haben als Frauen, die wir sind, werden wir lokale oder regionale Verantwortliche, Kandidatin oder Suplenta bis hin zum Mitglied des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitees.

Um die Compañeras mehr zu organisieren und den jugendlichen Frauen und Männern mehr zu verstehen zu geben, müssen wir orientieren, begeistern oder zusammen bringen, müssen wir anstecken; aber nicht mit einer Krankheit, sondern mit einer guten Idee. Es ist ja keine schlechte Idee, begreifbar zu machen, dass sie nicht durch das kapitalistische System ausgebeutet leben sollen. Und das machen wir; die Jugendlichen sind bereits organisiert. Wie Sie sehen, sind hier mit uns zusammen die zwei Compañeritas anwesend. Sie sind ganz junge Compañeras, sie heißen Selena und Lizbeth, sie werden unsere zukünftigen Verantwortlichen sein, sie sind Frucht unserer Kinder.

Wir machen das jetzt Stufe für Stufe, und das hat kein Ende. Darum sind wir hier als Komitee, als Comisión Sexta (des EZLN). Dank der Organisation haben wir ein bisschen lesen, ein bisschen schreiben gelernt, ein bisschen Spanisch sprechen. Wir konnten nicht ein einziges Wort Spanisch. Darum werden wir nicht aufhören, uns als Frauen in diesem kapitalistischen System zu organisieren, weil es immer noch Trauer, Schmerz, Einsperrung, Vergewaltigung gibt, – wie es die Mütter der 43 Verschwundenen erfahren.

Deshalb tauschen wir uns mit Ihnen als Sexta nacional und Sexta internacional, als Brüder und Schwestern aus. Dank unserer zapatistischen Organisation werden wir zapatistischen Frauen wahrgenommen; deshalb organisieren wir uns, Männer und Frauen, wegen dem schlechten kapitalistischen System.

Das, was wir wollen, ist, dass es in allem eine Veränderung gibt. Für die ganze Welt, das ganze Land. Deshalb werden wir uns organisieren, denn wenn wir nicht kämpfen, wird das kapitalistische System so weitermachen bis es uns alle zerstört hat; und niemals wird es eine Veränderung geben.

Wir müssen mit aller Kraft kämpfen, Männer und Frauen. Um eine neue Gesellschaft zu haben, wo die Leute, diejenigen sein werden, die bestimmen. Wir als zapatistische Frauen werden nicht aufhören zu kämpfen, solange die schlechte Regierung uns nicht umbringt. Denn immer haben uns die schlechten Regierungen verfolgt.

Entschuldigen Sie, Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern, ich spreche nicht sehr gut Spanisch, da ich es nicht sehr gut gelernt habe.

Mal sehen, ob sie verstanden, gehört haben, was ich sagte.

Das ist alles.

Vielen Dank.

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