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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Jun032015

Widerstand und Rebellion I. Subcomandante Insurgente Moisés. 6. Mai

 

Worte des Subcomandante Insurgente Moisés

  1. Mai 2015

Guten Tag, Compañeros, compañeras, Brüder und Schwestern.

Ich werde euch mitteilen, mich mit euch darüber austauschen, wie wir das mit unseren Waffen handhaben, unsere Waffen die da sind der Widerstand und die Rebellion.

Bevor ich damit beginne, darüber wie wir Widerstand und Rebellion praktizieren,  möchte ich euch daran erinnern, dass wir bewaffnet sind. Dort haben wir unsere Waffen, wie ein weiteres Kampfwerkzeug, so sagen wir jetzt dazu. Unsere Waffen sind ein Kampfwerkzeug, wie eine Machete, ein Beil, ein Hammer, Pickel, Schaufel, Hacke, all diese Dinge, denn jedes Werkzeug hat eine bestimmte Funktion, aber die Funktion der Waffe ist es – wenn du sie gebrauchst – zu töten.

Also, zu Beginn, als wir im Morgengrauen des Jahres 1994 erschienen sind, da begann auch die Bewegung der Tausende von Mexikaner, Mexikanerinnen, überall, alle gingen sie auf die Strasse, bis es dann Millionen waren, und sie üben auf die Regierung Druck aus, auf den Kahlkopf – so nennen wir ihn – den Kahlkopf Salinas, dass er sich mit uns an den Tisch setzen und sprechen muss. Aber gleichzeitig sagen sie auch zu uns, dass wir dialogisieren und verhandeln müssen.

Gut denn, wir haben sie verstanden, die Stimme des mexikanischen Volkes. Und dann kam der Befehl, dass wir uns vom gewaltsamen Kampf zurückziehen müssenen. Dann entdeckten wir etwas durch unsere Compañeras – denn der Kampf verursachte uns unsere Toten – denn diese Compañeras begannen mit einer anderen Form des Kampfes, um es irgendwie zu benennen. Denn die Regierung versuchte, nach Monaten, nach einem Jahr, nach zwei Jahren, uns zu kaufen, wie wir so sagen, sie wollen, dass wir was annehmen um so den Kampf zu vergessen.

Und da haben viele Compañeras gesprochen und gesagt, wozu und warum sind dann unsere Compañeros zu Tagesanbruch des Jahres 1994 gestorben. Wie sie, die Kämpfer und Kämpferinnen sind wir losgezogen um gegen den Feind zu kämpfen, daher müssen wir auch den als Feind sehen, der uns kaufen will, das heisst, wir dürfen nicht nehmen, was er uns geben will.

So hat alles angefangen. Es war sehr schwierig. Wir konnten nämlich von Zone zur Zone keinen Kontakt herstellen, weil alles voller Militärs war. Nur ganz langsam schafften wir es, die Kontakte zu den Compañeros von einer Zone zur anderen herzustellen um diese Nachricht zu verbreiten. Nämlich, dass die Compañeras sagten, dass wir nichts von der schlechten Regierung annehmen sollen, denn so wie die Krieger gegen diesen Feind, der uns ausbeutet, kämpften, genauso müssen wir es als Basis machen,  nichts von ihnen annehmen. So war es und langsam wurde das in allen Zonen verbreitet.

Und jetzt können wir schon verschiedene Erklärungen geben, was Rebellion und Widerstand für uns bedeuten. Denn wir haben es bereits entdeckt,  mit Taten praktiziert, das heisst, wir können bereits – wie man so schön sagt – das theoretisch erklären. Für uns heisst Widerstand, stark sein, hart, um auf alles eine Antwort zu geben, auf alle Angriffe des Feindes, des Systems also, und Rebell sein heisst, tapfer sein, ebenso um zu antworten oder um die Aktionen auszuführen, je nachdem was abgestimmt wird, und wir Männer und Frauen müssen tapfer sein um die Aktionen auszuführen, die nötig sind.

Und beim Widerstand da entdecken wir dass das nicht nur heisst, deinem Feind zu widerstehen, nicht anzunehmen was er gibt, die Almosen oder die Reste. Wir entdeckten, dass Widerstand bedeutet, den Drohungen und Provokationen des Feindes zu widerstehen. Zum Beispiel dem Lärm der Hubschrauber. Denn durch den Lärm der Hubschrauber kommt die Angst, denn der Kopf sagt dir, dass sie dich töten werden und dann rennst du hinaus und das ist der Moment, wo sie dich sehen, und da beginnen sie auf dich zu schiessen. Daher heisst es, keine Angst haben, Widerstand zeigen, das heisst, du musst stark werden, damit du nicht zu laufen beginnst, wenn du den Lärm hörst. Denn es ist eine Tatsache, der verfluchte Lärm des Hubschraubers verursacht Angst, erschreckt und es geht nur darum, keine Angst zu haben und schön ruhig zu bleiben.

Wir entdeckten auch, dass es nicht nur darum geht, nichts anzunehmen. Unsere Wut, unseren Zorn gegen das System, auch dagegen müssen wir widerstehen. Und das schwierige und gleichzeitig Gute daran ist, dass wir diesen Widerstand und diese Rebellion organisieren müssen. Und wo liegt die Schwierigkeit? Wir sind Tausende, die diese Waffe des Widerstandes verwenden, wir sind Tausende, und diese Tausende können die Wut verwandeln und wie sollen wir das kontrollieren. Wie verwenden um den Kampf zu machen, das sind zwei schwierige Dinge, daher habe ich zu Beginn gesagt, dass wir da unsere Waffen haben.

Aber was wir gesehen haben war, dass der Widerstand – wenn wir verstehen, ihn zu organisieren und wenn wir natürlich zu aller Anfang über  diese Organisation verfügen, denn Widerstand und Rebellion kann es nicht nur so geben, wenn es keine Organisation gibt – also dann wenn man diese zwei Kampfwaffen organisiert – wir können es wohl so sagen –  uns viel geholfen haben, unseren Horizont zu erweitern und wie wir die Dinge sehen.

Ich erinnere mich an eine Versammlung von Compañeros und Compañeras. Wir sprachen über die Form, warum wir politische und ideologische Arbeit leisten sollen. Viele Gespräche, viele Anleitungen an die Bevölkerung über Widerstand und Rebellion. Und da erinnere ich mich, dass die Compañeros und Compañeras den politischen friedlichenKampf dem bewaffneten Kampf gegenüber stellten und auf die Waagschale warfen. Und da sagen einige Compañeras und Compañeros: ´was ist mit unseren Brüdern in Guatemala passiert?´ Wir fragen uns: ´30 Jahre des bewaffneten Kampfes und was haben sie jetzt diese unsere Brüder´.

Warum müssen wir den Widerstand im politischen friedlichen Kampf so gut organisieren? Oder warum müssen wir unseren militärischen Widerstand vorbereiten? Was ist besser für uns?

Und da haben wir bemerkt, dass das, was wir wirklich wollen das Leben ist. Wie wir das vorher der mexikanischen Zivilgesellschaft gesagt hatten. Bei der Mobilisation die sie am 12. Jänner 1994 organisierten, sie wollen uns lebend, sie wollen nicht, dass wir sterben. Wie sollen wir das dann also machen? Was müssen wir noch tun um Widerstand und Rebellion zu leisten?

Und da haben wir folgendes entdeckt: sie werden sich über unsere Art, wie wir uns regieren, lustig machen, über unsere Autonomie, dem müssen wir widerstehen. Wir müssen den Provokationen der Armee und der Polizei widerstehen. Wir müssen den Problemen Widerstand leisten, welche die Sozialorganisationen auf den Plan rufen werden. Wir müssen Widerstand leisten, wenn die Informationen in den Medien sagen, dass die Zapatisten bereits am Ende sind, dass sie keine Kraft mehr haben, dass der dahingeschiedene Marcos bereits heimlich mit dem Calderon verhandelt, oder wenn sie sagen, dass der Calderon ihm Geld gibt, damit er eine Behandlung zahlen kann, denn er liegt ja schon im Sterben – gut, er ist ja schon tot, er ist ja schon dahingeschieden – aber nicht, damit ihn der Calderon heilen könne, sondern weil er einem anderen Compañero das Leben gegeben hat.

Gut, alle diese psychologischen Bombardements, so kann man das wirklich nennen, damit unsere Unterstützungsbasen demoralisiert werden, ein ganzer Haufen von Dingen ist es, denen wir widerstehen müssen.

Und dann haben wir den Widerstand gegen uns alle entdeckt. Wir begannen verschiedene Arbeiten zu machen, verschiedene Verantwortlichkeiten, und nun ja, da hatten wir dann Probleme bei uns zu Hause. Ich weiss nicht, vielleicht geht es euch nicht so, oder vielleicht doch, oder vielleicht ist es sogar schlimmer bei euch zu Hause. Und da kommen dann also die Probleme hoch und der Widerstand muss dann persönlich geleistet werden, und gleichzeitig wird aber der Widerstand auch im Kollektiv geleistet.

Der persönliche, indviduelle Widerstand geschieht dann, wenn mein Vater, meine Mutter, meine Frau sagen: ´wo bist du denn? Was machst du denn? Mit wem treibst du dich herum? Etc.´ Und da muss einer widerstehen, dass man keine Dummheit macht, dass man nicht seine Frau schlägt und  dann doch seine Arbeit im Stich lässt. Denn es wird geschimpft, weil es keinen Mais gibt, keine Bohnen, kein Holz da ist, und dann sind da noch Probleme mit den Kindern. Da geschieht der Widerstand im persönlichen.

Wenn der Widerstand im Kollektiv erfolgt, geschieht das mit Disziplin, das heisst, mit Übereinkommen. Wir kommen überein, wie wir es machen werden, um gewissen Problemen gegenüberzutreten. Dazu werde ich euch ein aktuelles Beispiel erzählen. Das war vor….also im Februar war es, da ging eine Gruppe von Personen mit einer anderen Gruppe auf ein wiedergewonnenes Territorium, dort leben sie jetzt, diese Menschen die nicht Zapatisten sind, wir sagen nichts dazu, aber sie denken, Eigentümer dieser Böden zu werden und sie machen die rechtlichen Wege um den Eigentümeranspruch zu legaisieren.

Und es ist so dass der Herr Velasco zu ihnen sagt, dass sie dafür eine bestimmte Anzahl von Personen brauchen. Diese Menschen beginnen daher, andere Leute im Dorf zu suchen und die haben jetzt schon begonnen, bewaffnet daher zu kommen. Sie sind bereits 58 Personen und dann begannen sie, das Territorium der Compas zu überfallen, die wiedergewonnene Erde. Und die Compas sagten: ´das werden wir nicht erlauben´.

– ´Wie viele sind es?´

– ´Ungefähr 60.´

– Es reicht mit 600 Waffen und wir machen sie fertig, denn sie sind zu weit gegangen mit ihrem Hohn´.

In die Weide der Compañeros haben sie diese Flüssigkeit geschüttet, die das Grünfutter verbrennt, sie haben einen Samenstier umgebracht und davor haben sie Häuser der Compañeros zertört. Daher waren die Compas schon so rebellisch, wütend und sie hatten die Nase voll von all der Böswilligkeit. Und da kommen die Compas mit folgender Argumentation:

– ´Vergesst nicht Compañeros, wir sind ein Kollektiv´.

Und sie sagten zu den Compañeros, den 600 die versammelt waren:

– ´Erinnert ihr euch an die Orange? Was haben wir gesagt was passiert, wenn eine Frucht angestochen wird?

– ´Ja schon, aber, verstehen diese Arschlöcher das denn?´

– ´Wir werden nicht erlauben, dass diese Arschlöcher uns ihre Zeit aufdrängen, wir werden unsere Zeit vorgeben´.

Was passiert mit einer Orange oder Zitrone, die angestochen wird? Alles wird faul, was heisst das in diesem Fall? Dass wir unsere gesamte Organisation damit anstecken werden, das ist es. Wir müssen die Basis befragen, ob wir gewaltsam reagieren werden, dann weiss unsere Basis, dass wir anders vorgehen werden. Und wie wir bereits gedacht hatten und was wir jetzt machen, die Basis erlaubt es nicht, sie erlaubt nicht, dass wir so vorgehen.

Daher wurde den Compas gesagt: ´die so rebellisch, wütend und zornig sind, die sollen nicht hingehen. Sagt das nur eurem Vertreter, dass ihr nicht hingeht, denn wenn ihr hingeht, würdet ihr töten, daher ist es besser, wegzubleiben, sagt das nur eurem Verantwortlichen, damit er Bescheid weiss und der, der nicht Bescheid gibt, das ist seine Angelegenheit. Auch die, die Angst haben, sollen nicht hingehen. Nur die, die verstehen, dass man hingehen muss, nicht um zu provozieren sondern um den Boden zu bearbeiten, das heisst, er geht, um das Feld zu bearbeiten, das Haus zu bauen und was sonst zu errichten ist. Im Morgengrauen sind die 600 weggegangen und sie haben ihre Waffen nicht verwendet. Sie haben ein Abkommen darüber getroffen, wer das kontrollieren wird.

Also das sind die Kontrollen der zwei Dinge, der Wut aber auch der Angst. Wir suchen, wir erklären, wir sprechen, wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen, denn es ist die Wahrheit, dass die grosse Mehrheit der Compañeros so etwas nicht zulässt.

Dieser Widerstand, den wir bereits seit 20 Jahren praktizieren, das war am Anfang sehr schwierig wegen der Situationen, die sich uns darboten und wir mussten das lösen. Ich werde euch ein Beispiel erzählen, wie schwierig es ist, das zu verändern. Als der  Salinas regierte, da haben sie die Projekte gegeben, da gab es Projekte mit Bargeld, das heisst, sie haben Kredite vergeben, und das haben die Compas erhalten und stellt euch mal vor, die sind schon Milicano, Korporale, Sergeant, Zapatisten halt. Was dann? Was dieses Arschloch gibt, wo geht da die Hälfte hin? Für Kugeln, für Waffen, für Ausrüstung und mit der anderen Hälfte kaufen sie Kühe. Das heisst, was die Regierung gab, nur mit einem Teil wurde das angeschafft, was sie wollten. Daher hat die Regierung dann nichts mehr gegeben, auch nicht den Brüdern Parteianhängern.

Damals kam den Compas dann der Gedanke, daher erzähle ich euch das alles, als das los ging, begannen wir vereint zu sagen, dass wir nichts mehr annehmen werden. Es war sehr schwierig, aber die Compas haben es dann verstanden. Sie sagten, wenn wir es machen, dann werden wir den Widerstand leben können.  Das Negative daran war, dass, wenn wir zu Versammlungen aufgerufen haben, sie uns sagten. ´ich kann nicht kommen, ich bin im Widerstand und ich habe keinen Cent für den Autobus´. Aber das ist ein Vorwand, um sich bedeckt zu halten, nicht weil sie  nicht können.

Aber nachdem wir es ernst nahmen, das mit dem nichts von der Regierung annehmen, da sind wir darauf gekommen, dass wir hart arbeiten müssen, die Mutter Erde bearbeiten müssen, das habe ich euch eh schon öfter in diesen Tagen, die wir hier sind, erzählt. Da haben dann die Compañeros begonnen, ihre Produkte zu ernten und sie haben gemerkt, dass es gescheiter ist, den Boden zu bearbeiten und so können wir das vergessen, was die Regierung gibt.

Im Widerstand und in der Rebellion haben wir festgestellt, dass die Organisation, in der wir sind, uns Sicherheit gibt. Da haben wir dann viele Dinge gemerkt, zum Beispiel wie ich schon sagte, dass wir nicht mit der Regierung sprechen, auch nicht unsere Basis, auch nicht, wenn ein Mord geschieht. Wir merkten, dass wir mit Widerstand und Rebellion uns selbst regieren können und dass wir mit Widerstand und Rebellion unsere eigenen Initativen entwickeln können.

Und unseren Widerstand, wie wir die Dinge machen, sei das auf dem Gebiet der Ökonomie, sei das auf dem Gebiet der Ideologie, der Politik, jede Zone organisiert das. Die einen haben mehr Möglichkeiten, andere wieder weniger, daher machen wir Experimente. Wie zum Beispiel die Compañeros von Los Altos. Dort haben sie, während sie dort leben, den Mais gekauft. Sie säen sehr wenig an und den grössten Teil müssen sie kaufen. In anderen Zonen ist es so, dass sie den Mais dorthin bringen, statt im Lager, im Laden der Regierung einzukaufen, kaufen sie von anderen Zonen und statt dass das Geld der Compas von Los Altos in die Kasse der Regierung fliesst, geht es zu einem anderen Caracol. Das ist manchmal gut gegangen, manchmal schlecht, aber wenn es schlecht ging, dann waren wir daran selber schuld. Wir transportieren in Tonnen, die Compañeros die für das Einsammeln des Maises zuständig sind, kontrollieren die einzelnen Lieferungen der Compas der Unterstützungsbasen nicht. Da sind aber auch Spitzbuben dabei, die geben auch verfaulten Mais dazu, die anderen Compas überprüfen das auch nicht und so wird er abtransportiert. Aber wenn er dort ankommt, wo er verbraucht wird, da wird der Mais genau kontrolliert und dann fliegt auf, dass Compas an andere Compas verfaulten Mais verkaufen.

Und dann korrigieren wir das, dass es so nicht geht. Wenn wir im Widerstand sind, müssen wir diesen Widerstand gut organisieren. Der Handel, hier nennen wir es Tauschhandel, funktionierte bei uns nicht. Denn wir können aus den Los Altos nicht Tonnen von Birnen oder Äpfel liefern – das produzieren die Compas dort –  im Regenwald wird das nicht verkauft. Daher sind wir jetzt dabei zu sehen, wie wir das machen werden. Wir diskutieren bereits darüber, die Hälfte der Diskussion, wie die Organisation aussehen soll, haben wir bereits hinter uns.

Ich werde euch eine Reihe von Beispielen geben.  Im Jahr 1998, als die autonomen Gemeindebezirke zerschlagen wurden, da war noch der Croquetas an der Macht, der Albores, der Gouverneur in Tierra y Libertad, dort in der Nähe des Caracol I, La Realidad. Die Justizbeamten drangen ein, zerstörten das autonome Gemeindehaus und die Compañeros, vor allem die Milicianos sagten, dass sie es den Beamten geben sollen – in Wahrheit handelte es sich um Soldaten, sie waren nur als Justizbeamte verkleidet – und die Antwort lautete nein. Wir befragten die Unterstützungsbasen, denn die Compas Milicianos waren es, die voller Zorn darüber waren, weil sie unser Haus, unsere Autonomie zerstörten.

So befragten wir also die Menschen und die Menschen der Bevölkerung sagten: sollen sie doch zerstören, die Autonomie die haben wir hier, ein Haus ist nur ein Haus. Das heisst, wir unterhielten Unterstützung und wir fühlten uns noch mehr im Recht, den Befehl zu geben, dass die Milicianos nichts tun dürfen und wir hatten die Kosten dieser Wut zu bezahlen. Unsere Milicianos und Milicanas nannten uns ´verfluchte Befehlshaber´. Das waren die Dinge, die wir nach und nach entdeckten, dass manchmal die Wut der Basis gross ist und sie uns nicht unterstützen, was wir machen wollen. So muss manchmal das Geheime Komitee oder das Regionalkomitee zahlen, wer eben die Verantwortung hat.

Ein anderes Beispiel war, als die Armee unser erstes Aguascalientes zerstörte. Dasselbe geschah, wir waren bereit, Aufständische und Milizionäre, denn wir wussten, wenn sie dir einen Teil nehmen, dann bist du schon besiegt, denn wir dachten da sehr militärisch. Denn wenn du im Militärischen eine Schlacht verlierst, dann bist du in einer beschissenen Situation und du möchtest das wieder zurückgewinnen, aber du musst dich doppelt anstrengen um das zurückzugewinnen. Das hat uns wieder geleitet.

– ´Was wollen wir, den Tod oder das Leben?´

– ´Na natürlich das Leben.´

– ´Dann sollen sie kommen diese Scheisskerle, wir werden sie nicht umbringen, aber sie uns auch nicht.´

– ´Aber wie sollen wir es machen. Die Hinterhalte sind ja schon aufgestellt.´

– ´Nun denn, dann heisst es das kommunizieren´.

Und so haben wir das aufgegeben und auf diese Weise verhindert, dass es viele Tote gab, von unserer Seite aber auch von Seiten des Feindes. Einer der Hinterhalte wurde autorisiert und dort fiel der, der in Momón gefallen ist, der Coronel Monterola, später haben sie ihn dann zum General gemacht, glaube ich.

Und so war es auch im Caracol von Garrucha, als die autonomen Gemeindebezirke zerschlagen wurden, das passierte im autonomen Gemeindebezirk Ricardo Flores Magón. Da war es ebenso, es erging der Befehl, dass die Gewalttätigkeiten von seiten des Feindes und der Regierung nicht auf dieselbe Art beantwortet werden dürfen. Und so haben wir so viele Provokationen überstanden, die jene verursachen, die sich manipulieren lassen, in diesem Fall die Parteianhänger.

Das ist den Compañeros passiert. Wer viele dieser Schläge erlitten hat, von vielen Provokationen heimgesucht wurden, ist das Caracol von Morelia, das von Oventik, La Garrucha und Roberto Barrios. Wo die Paramilitärs sehr grausam gewütet haben war in Roberto Barrios, in La Garruch, Morelia und Oventik.

Zum Beispiel in San Marcos Avilés, wo unsere Unterstützungsbasen leben, wie oft haben sie sie angegriffen. Was die Paramilitärs tun ist, sie versuchen alles, damit du aufgibst. Es ist offensichtlich, dass sie gut vorbereitet sind, von der Armee der Regierung, denn sie piesacken dich furchtbar. Sie stehlen deinen Kaffee, Bohnen, Mais, sie reissen deine Pflanzungen aus, schneiden deine Bananenpflanzungen um, sie stehlen die Ananas die du gepflanzt hast, das heisst sie setzen dir ganz wild zu. Bis eines Tages unsere Unterstützungsbasisgruppen sagten, es reicht. Und das Gute daran ist, dass diese Rebellion und dieser Widerstand im Kollektiv organisiert sind. Da sind dann die Compañeros und Compañeras der Basisgruppe von San Marcos Avilés zur Junta de Buen Gobierno gegangen und haben gesagt: wir sind hier um euch zu sagen, dass wir es nicht mehr aushalten, es ist uns egal, wenn wir sterben müssen, aber wir werden sie mitnehmen.

Und da ist es, wo die Junta de Buen Gobierno und das Geheime Komitee mit diesen Compas spricht und ihnen erklärt: erstens sagen wir nicht nein, weil wir eine Organisation sind; zweitens, wenn jemand von euch überlebt, kann er nicht mehr im Dorf bleiben, der Überlebende wird sich verstecken müssen, denn sie werden dich so nicht leben lassen, diese Dreckskerle, denn was sie wollen ist, dass alle Unterstützungsbasen von dort verschwinden. Daher ist das, was ihr tun müsst, ein Schreiben verfassen, nehmt es auf und wir werden zusehen, dass das der verfluchten Regierung zu Ohren kommt, damit sie wissen, dass die, die dort sind sterben werden und dass auch wir sterben werden ja und dann, dann geschehe was geschehen muss.

Und dann haben wir auch eine andere Form gefunden. Die Compañeros und Compañeras haben die Aufnahme gemacht und wir suchten die Möglichkeit, dass das die Regierung erfährt und bis jetzt ist das gültig.  Dann hat die Regierung folgendes gemacht – wir wissen es – ich glaube, sie haben den Parteianhängern, die dort leben, Geld gegeben, die haben sich beruhigt, denn das ist die Art der Regierung, wie sie sie beruhigen. Alles was sie immer getan haben, war das Zuteilen von Projekten oder die Vergabe von ein bisschen Geld zum verteilen, die Regierung hat es immer so gehandhabt. Wer weiss, was jetzt passieren wird, denn die Regierung hat jetzt nicht mehr so viel.

Nur um das zu erwähnen, wir wir widerstehen, denn wir haben versucht…..wir haben nämlich etwas bemerkt und sehen keinen Grund, warum  wir andere Indigene ermorden sollen. Das macht uns wütend, wenn ich euch sagen würde, wie wir in unseren Versammlungen sprechen, ganz hässlich, denn da verwenden wir alle erdenklichen Krafausdrücke gegen die Regierung. Wir empinden so viel Zorn, weil sie echte Scheisskerle sind, wie sie manipulieren, und dann – entschuldigt den Ausdruck – weil es so viele Trottel gibt, die es zulassen, dass sie mainpuliert werden und das gegen ihre eigene Rasse.

Da gibt es zum Beispiel die von der ORCAO. Ein Teil von der ORCAO hat schon gemerkt, dass es total schlecht ist, was sie tun, aber dann gibt es einen anderen Teil, die nichts interessiert, weil sie Geld bekommen und sie drohen weiter. Vor einem Monat haben die Compañeros von Morelia dem widerstehen müssen, was die ORCAO macht . Und die CIOAC? Das ist noch schlimmer, die sind das mit dem Compa Galeano und das passiert auch in Morelia, das sind dieselben, die von der CIOAC Histórica.

Also, was wir wollen ist das Leben, und dank des Widerstandes den wir praktizieren, haben wir nicht mehr das gegenseitige Morden praktiziert, was die Regierung  durch Manipulation erreichen möchte.

Wir haben auch gegen die Besucher aus Mexiko widerstanden, die kommen und uns sagen oder unsere Bevölkerung fragen, warum wir nicht im bewaffneten Kampf weitermachen, sie sagen dass wir Reformisten seien, andere wieder sagen wir seien Ultras. Wem sollen wir da glauben? Nein, diesem Gerede müssen wir Widerstand entgegensetzen. Denn das ist leicht gesagt und unsere Antwort lautet: eine Sache ist die, was man sagt, eine andere, was man tut. Denn reden ist sehr leicht, mann kann dort brüllen und schreien, aber wenn du hier bist, dann ist die Sache anders, alles ändert sich dann.

Dank des Widerstandes, Compañeros und Compañeras,  Schwestern und Brüder, sagen wir zwar nicht, dass die Waffen nicht nötig sind aber wir haben gesehen, dass es zumindest teilweise geht. Wie wir schon sagten, durch den organisierten zivilen Ungehorsam, denn es ist wahr, hier kommt die Regierung nicht mehr her, dank der Compañeras und Compañeros. Und wir sehen, dass wir es besser machen können, dass wir den Widerstand und die Rebellion besser organisieren können und so zeigen wir, dass wir niemand um Erlaubnis bitten müssen.

Dagegen treffen wir untereinander Übereinkommen, was wir selbst machen müssen. Das ermutigt uns. Zudem auch, dass die Generation, die jetzt mit uns ist, das heisst jene, die jetzt 20 Jahre alt sind, die jungen Frauen und Männer von heute sagen: wir sind bereit, aber zeigt uns was zu tun ist, wie das geht, sich zu regieren. Daher bilden die Zonen jetzt bereits durch die Organisation des Widertandes und der Rebellion die neue Generation der jungen Männer und Frauen heran, damit sich wirklich erfüllt was wir sagten. Nämlich dieses Wort von ´bis in alle Ewigkeit und für immer´. Es klingt wie etwas Religiöses, aber nein, es ist Rebellion. Denn es ist für immer und daher ist es nötig, dass sich die neuen Generationen vorbereiten, damit niemals wieder ein Enkel des Absalón Castellanos Domínguez oder vom Javier Solórzano, also irgendeines dieser Grossgrundbesitzer  zurückkehren kann.

Daher haben wir eine grosse Aufgabe um das zu verbessen.  Compañeros, Compañeras, Brüder und Schwestern, das heisst nicht, dass wir unsere Waffen abtreten, sondern nur, dass dieses politische, ideologische, rebellische Verständnis uns gezeigt hat, wie wir diesen Widerstand wirklich in einen Kampf verwandeln können.

Die Compañeros der Juntas de Buen Gobierno haben uns bereits gesagt, dass wir eine andere Instanz brauchen. Und wir haben daher die Compas des CCRI gefragt, warum die Compañeras und Compañeros das sagen.  Worauf sie sagen: ´wir spürten das schon, als die Junta de Buen Gobierno entstehen musste´.

Und dann sprachen sie mit uns und erklärten uns. Als damals die MAREZ, die Autonomen Rebellischen Zapatistischen Gemeindebezirke zerbröselten – nennen wir es mal so – das war, als einige Projekte hatten, andere hatten keine Projekte, andere hatten gar nichts. Damals, als sich die Junta de Buen Gobierno formierte, begann sie, die Gemeindebezirke zu kontrollieren, damit alles gleich ist, alle gleiche Projekte haben. Jetzt, als Junta de Buen Gobierno merken sie wieder, dass nicht alles gleich ist. Die einen haben mehr Projekte, weil sie näher sind,  zu Fuss zur Strasse oder einfach näher und die anderen, die weiter weg sind, für die gibt es nichts. Aber wir als Junta de Buen Gobierno dürfen das nicht erlauben. Wir müssen in der Generalversammlung und beim Austausch der Zonen diskutieren, ob bereits der Moment gekommen ist, wo wir eine neue Instanz finden müssen, denn ausserdem müssen wir diesen Widerstand und diese Rebellion gegen das Unheil, das kommen wird organisieren. Und weiters sagen die Compañeros jetzt: der Moment ist gekommen, sagen sie, der Moment für eine andere Instanz, denn wir werden beginnen müssen, im Widerstand und in Rebellion zu agieren, jetzt zwischen den Zonen. Die Tausende von Zapatisten müssen mit Widerstand und Rebellion kämpfen und dafür müssen sie sich organisieren. Aber dank alledem, dank dieses Terrains des Kampfes, des Widerstand und der Rebellion, haben wir gelernt, es hat uns geholfen, es orientiert uns wie wir das machen können. Und nur damit, denn wir werden niemand um Erlaubnis bitten, es reicht, für uns ist es zu Ende. Dass sie das Gesetz über Rechte und indigene Kultur nicht anerkannt haben, das ist uns egal. Und wenn sie uns das nicht anerkennen wollen, haben wir dafür unser eigenes Werkzeug.

Gut Compañeros, wir weden mit weiteren Beispielen fortsetzen, was Widerstand und Rebellion bedeuten, aber wascht euch mit kaltem Wasser, damit ihr aufwacht.

 

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