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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

May312015

Politische Ökonomie aus der Sicht der Comunidades I. Subcomandante Insurgente Moisés. 4. Mai

Politische Ökonomie aus der Sicht der Comunidades I. Subcomandante Insurgente Moisés. 4. Mai

Guten Tag Compañeros, Compañeras.

Worüber ich sprechen werde – sprechen, nicht lesen – hat damit zu tun, wie die Wirtschaft aus der Sicht der Comunidades war bzw. ist, also über den Kapitalismus. Ich werde darüber sprechen, wie es vor 30 Jahren war, vor 20 Jahren und wie es in den letzten Jahren aussieht. Ich werde in drei Teilen sprechen: wie die Comunidades seit jeher leben, wie sie vor 30 Jahren lebten; wie leben jetzt die, die nicht wie die Zapatist*innen organisiert sind und zum Schluss wie wir Zapatistinnen und Zapatisten leben.

Das heißt nicht, dass wir nicht wissen, wie es in den früheren Jahrhunderten war, wir wissen es. Aber was wir hier betonen wollen sind die 30 Jahre seit 1983. Im Jahr 1983 als die Gruppe der Compañeros hierher kam, seit damals sind 30 Jahre vergangen.

Als die zapatistische Nationale Befreiungsarmee noch nicht gegründet war, damals waren wir, die Indigenen aus Chiapas für das kapitalistische System nicht existent, nicht als Menschen, nicht als humane Wesen. Nicht einmal Müll waren wir für sie. Und so ähnlich stellen wir uns vor, erging es den anderen indigenen Brüdern in den anderen Teilen unseres Landes. Und so ähnlich stellen wir uns vor, war es auch in allen Ländern, wo Indigene leben.

Wo wir leben, das heißt auf den Hochebenen, den Bergen, das sind ihre Reserven. Sie wissen nicht, ob dort Indigene leben, in der sogenannten Biosphäre der Montes Azules. Und so zählte niemand, wie viele Kinder geboren werden. Das heißt, der Kapitalismus weiß nichts, niemand macht die Zählung, denn wir existieren nicht für ihn.

Wie haben wir denn dann überlebt? Nun mit der Mutter Erde. Die Mutter Erde gab uns das Leben, auch wenn es keine Regierung gibt, keine Gouverneure oder Bürgermeister, die sich unserer erinnern. Wir sind vergessen. Nur was es da gab in unseren Dörfern, die besten Böden, da gibt es einige Männer, natürlich auch deren Frauen, die Gutsbesitzer, die Grundherren, die Großgrundbesitzer.

Sie besitzen Tausende von Hektar von der guten Erde, gutes Wasser, gute Flüsse. Deshalb haben sie uns von dort vertrieben, auf die Hochländer, denn für sie sind diese Berge wertlos, sie holen da nichts raus und dorthin haben sie uns vertrieben.

Wozu sind diese Tausende von Hektar der guten Erde, die ihnen gehören gut? Um darauf Tausende Stück Vieh zu weiden. Wie haben sie sich so viele Jahre dort halten können? Weil sie gute Revolverschützen haben, wir nennen diese die weißen Wachen, die es nicht zuließen, dass wir auf ihr Terrain kamen, den Boden der ihnen gehörte, wie sie behaupteten.

Daher, wie sollen wir über die Ökonomie in den Comunidades sprechen, wenn wir dort vergessen wurden. Das einzige was geschah war die Ausbeutung auf ihrem Besitz, wo unsere Großväter und Urgroßväter arbeiten mußten. Was also passierte war, dass wir einfallsreich sein mussten, um zu leben oder um zu überleben auf unserer Mutter Erde, und wir mussten allen Bösartigkeiten, die der Großgrundbesitzer und der Gutsherr gegen uns anwendeten widerstehen.

Niemals wurde eine Straße gebaut, niemals gab es etwas das sich Spital oder Klinik nennt, ganz zu schweigen von einer Schule, der Bildung. Es gab niemals Gesundheitskampagnen, noch Programme, keine Stipendien, gar nichts, wir waren vergessen.

Und dann – wie wir es nennen, denn ich spreche im Namen aller Brüder und Compañeros, die wir jetzt organisiert sind, ich spreche nicht für mich allein – haben wir vor 20 Jahren die kapitalistische Ökonomie in den Comunidades gesehen, wie sie begannen, sich zu interessieren, nicht so sehr wegen der Comunidades sondern wo wir leben, wo wir lebten, denn es gibt ja auch bereits Brüder und Schwestern und Compañeros und Compañeras die tot sind.

Als erstes ist zu sagen, dass es ihnen nicht genügte, dass sie die besten Böden haben, die sie schon viele Jahre genützt hatten. Jetzt merken sie, dass auf den Bergen, den Höhen eine andere Ware für sie ist, und zwar die Naturvorkommen. Und da beginnen sie sich wieder zu organisieren um uns wieder zu vertreiben, von dort, wo sie uns hingetrieben hatten, jetzt wollen sie uns wieder von hier wegtreiben. Das heißt, sie wollen uns enteignen und vertreiben, weil sie diesen Reichtum für sich haben möchten.

Und dieser Reichtum, der sich hier vorfindet, den schützen wir so wie unsere Urgroßeltern das getan haben, das wollen sie alles mitnehmen, wegbringen, dieser Kapitalist und in wenigen Jahren werden sie alles zerstören, alles was seit Millionen Jahren in der Mutter Erde ruht.

Wie kann das sein? Ihr wisst es, ich wollte nur dran erinnern, wie der Betrug, die List funktionierten, welches das kapitalistische System einsetzte, das war nämlich damals, als sie den Artikel 27 änderten, damals wurde erlassen, dass die Ejidos privatisiert werden können, denn was sie wollen ist, dass jetzt die Mutter Erde verkauft werden kann oder verpachtet.

Ich muss Sie jetzt einladen, dass sie ein wenig Ihre Einbildungskraft einsetzten, denn wir sprechen von vor 20 Jahren, das heißt, als wir bereits in der Öffentlichkeit erschienen sind.

Also, als die Regierung merkte, wie es hier ist, da plötzlich – natürlich mit verschiedenen Vorwänden, einer davon lautete, dass die schlechte Regierung nun tatsächlich unsere Forderungen erfüllt – fangen sie an, Straßen zu bauen, aber nicht für das, was sie sagen, sondern wegen der Änderung des Artikel 27, nämlich um die Ejidos zu privatisieren. Und so nützen sie die Gelegenheit doppelt für sich aus, denn sie haben bereits mitbekommen, dass wir uns erhoben hatten, jetzt tun sie so, als ob sie unsere Forderungen erfüllen würden, bauen Straßen, Projekte werden begonnen, und ein Projekt, das eine Million oder zwei Millionen Pesos kostet, und davon gibt es dann hundert, zweihundert, ja vielleicht sogar dreihundert Projekte, da rollt ein wenig von diesem miserablen Geld, aber bis in die Comunidades kommt nichts, das bleibt an diesem Haufen der Regierenden picken, aber sie reden von den Projekten, davon erzählen sie uns.

Ich kann gar nicht alles erzählen, was die Compas und auch die Brüder erzählen, sie sagen, da gibt es Projekte die heißen ´Kleiner Fisch¨, weiß der Teufel was das ist, dieser kleine Fisch. Daher sage ich, dass sie viele Projekte aufteilen und wenig Geld gibt es.

Und es beginnt bereits mit einigen Schulen, einigen Krankenhäusern. Die Schüler können noch nicht mal lesen und da sagen sie schon, dass sie ein Stipendium bekommen. Und zu den Krankenhäusern da sagen sie, dass sie den Menschen die Volksversicherung geben, denn mit dieser E-Card wird man gut und richtig behandelt, und wenn die Menschen dann wirklich ins Spital kommen, dann müssen sie hören, dass kein Arzt oder keine Ärztin da ist, und wenn sie doch da sind, dann sagen sie, dass es keine Arzneimittel gibt, wenn aber doch der Arzt oder die Ärztin anwesend sind und es auch Medizin gibt, dann ist die sicher bereits abgelaufen. Aber nachdem wir nicht lesen können, ist da der Doktor oder die Doktorin, sie geben dir die abgelaufene Medizin, man nimmt sie, aber die lindert den Schmerz den du hast nicht. Der Witz ist, dass sie dir etwas geben, irgendein Medikament, und du weißt nicht mal, ob das wirklich das richtige für deine Krankheit ist.

Also wie ich Ihnen sagte, begannen sie viele Projekte und mit diesen Dingen von denen ich erzählte und so vergingen die Jahre. So machte die schlechte Regierung viele Projekte mit wenig Geld zum verteilen, und das dient dazu, dass die schlechte Regierung die Überwachung hat über die, die Zapatist*innen werden wollen. Ich glaube sie nennen das die Kampagne der Aufstandsbekämpfung oder den Krieg der niederen Intensität, ich weiß nicht, wie sie es nennen, aber es handelt sich um eine Überwachung, damit du nicht mehr kämpfst, jetzt werden wir alle deine Forderungen erfüllen, hier da hast du. Außerdem, falls du Zapatist*in wirst, schau her, da ist meine Armee, sie sind besser ausgerüstet, du kannst so nur den Tod finden. Daher ist das eine Kampagne um uns zu überwachen.

Ich erzähle das weil diese Comunidades, jene, die die Privatisierung des Ejidos zuließen, denn es gab solche, die es zuließen, die sind bereits so, man könnte sagen wie in den Städten, es gibt unter ihnen Vagabunden, sie gehen herum, haben keine Bleibe, sind Drogenabhängige vom Thinner und alle diese Dinge. Ebenso ist es in den Comunidades, weil sie ihren Boden verkauft haben, denn sie haben die Papiere erhalten, die Eigentümerurkunde, wie ein Ranchero, ein kleiner Ranchero, ein Kleinbesitzer, also sie erreichten dass es ihr Eigentum wurde und dann verkaufen sie und ihnen bleibt die Straße, sie haben kein Feld mehr um Mais und Bohnen zu säen.

Andere die die unterschiedlichsten Projektförderungen erhalten haben, denen werden jetzt Zinsen kassiert, wie das der Kapitalismus vorschreibt. Nur um einige Beispiele zu nennen, dort wo sich das Caracol La Realidad befindet, gibt es eine Comunidad namens Agua Perla, dort wo der Jataté Fluss ist. Dieses Dorf hat Projekte bekommen, und jetzt kam eine Gruppe wie sie sagen, wie wir sagen, caxlanes, Mestizen und die sagen: wisst ihr was Señores, hier ist was ihr schuldet, dieser Boden gehört nicht mehr euch und damit ihr seht und damit es keine Probleme gibt, sagen wir euch geht nach Escárcega –das heißt nach Campeche, ich glaube in Campeche liegt Escárcega–, oder geht nach Oaxaca, wo die Regierungen von Chiapas und von Oaxaca sich um die Las Chimalapas streiten.

Dort hin zu gehen, bieten sie diesen Parteianhängern an, ich muss wieder Parteianhänger sagen, denn früher waren es die PRI-Parteianhänger die uns belästigten, jetzt gehen alle Parteien auf uns los, daher nennen wir sie jetzt Parteianhänger.

Eine andere Comunidad in Roberto Barrios, namens Chulum Juárez, erhielten Projekte. Dasselbe, sie haben ihnen eine Straße angeboten und die Comunidad akzeptierte es, denn es ist eine Asphaltstraße und sie haben es so schnell gemacht, nur wenige Monate hat es gedauert, und sie ist gut gemacht. Als die Straße fertig war erhielten sie ihren domo, so ähnlich nennen sie die dünnen Blechlamellen und andere Dinge, da haben sie auf die Straßen der Comunidad Schotter gebracht, und nachdem alles da war und die Straße fertig, da kommen sie und sagen: wisst ihr was Señores, ihr müsst gehen, denn der Berg dort, der enthält Uran und die Regierung wird es herausholen und daher müsst ihr gehen, geht nach Oaxaca, wenn ihr gehen wollt, sonst müssen wir euch gewaltsam vertreiben.

Das ist es, was sie seit 20 Jahren vorbereiten, jetzt führen sie es aus. Noch dazu mit der Änderung der Gesetze, zu Gunsten des kapitalistischen Systems, haben sie es bereits erreicht, das sagen sie, das sagt das Papier. Was wir sagen ist folgendes: das Papier sagt, dass das bereits erlaubt ist, aber es fehlt noch, dass die Menschen mitmachen, ob die Menschen das wirklich zulassen, und es fehlt auch noch, dass wir Zapatist*innen da mitmachen.

Die Sachen, die ich euch erzähle, kommen daher, weil wir uns fragen, weil wir die vergangene Geschichte, unsere eigene, beobachten und wir sagen: Warum verändert sich der Kapitalismus sehr wohl, um immer mehr zu dominieren und um immer mehr zu haben, wo sie eh schon so viel haben? Warum verbleiben wir die Ausgebeuteten immer unverändert?

So fragen wir uns, denn die Brüder und Schwestern wie wir sie nennen, die Parteianhänger, da unterscheiden wir auch wen wir so nennen. Wir nennen sie Brüder und Schwestern die Parteianhänger*innen, jene die uns nichts tun. Aber zu den Paramilitärs, diesen Arschlöchern sagen wir nicht Brüder und Schwestern.

So ist das mit den Brüdern die Parteianhänger sind. Als wir ans Licht der Öffentlichkeit getreten sind – die Compañera Vilma hat bereits darüber gesprochen – haben wir Zapatisten gesagt, dass wir die Mutter Erde zurückgewonnen haben. Das ist so, wie wenn sie uns unsere Mutter genommen hätten und man suchen muss, wo sie ist, und wenn du sie findest, dann musst du sie zurückholen. Man kann dafür verschieden Worte verwenden. Der Punkt ist, komm Mutter, nicht wahr? Nicht unter uns streiten.

Ja da ist so etwas Ähnliches passiert, sie haben uns unsere Mutter genommen und wir haben begonnen, uns zu organisieren, denn das ist das erste. Zu aller Anfang muss man sich organisieren und das haben wir getan. Wir mussten uns organisieren, die Frauen und Männer um zurückzubekommen, da gibt es keine andere Art, wie man es nennen könnte.

Denn aus der Mutter Erde kommt alles, daher mussten wir die Mutter Erde zurückerobern und wir begannen, uns zu organisieren, wie wir sie bearbeiten werden. Dann vergingen die Jahre und die schlechte Regierung und die Eigentümer, die Großgrundbesitzer begannen zu sagen, dass wir die Zapatistinnen und Zapatisten daran schuld sind, dass diese Böden, Tausende von Hektar unproduktiv seien. Und wir Zapatistinnen und Zapatisten haben das akzeptiert, für die Großgrundbesitzer oder für den Kapitalismus sind diese Böden nicht produktiv, denn es werden nicht mehr Tausende und Abertausende Stück Rinder abtransportiert wie das die Großgrundbesitzer früher getan haben, jetzt gibt es Tausende und Tausende von Maiskolben, so wie diesen hier.

So winzig klein hat ihn uns zuerst die Mutter Erde gegeben, die uns die Großgrundbesitzer weggenommen hatten. Es stimmt nicht, dass wir sie ihnen wegnehmen, denn sie gehörte ja uns, aber sie haben sie so schlecht behandelt die Mutter Erde, dass die ersten Produkte die wir ernteten soo klein waren. Aber nachdem unsere Großeltern ja zu arbeiten verstehen, haben wir uns schön langsam wiedergefunden, auf und mit unserer Mutter Erde.

Diese wiedergewonnenen Böden bearbeiten wir in der Gemeinschaft. Wenn wir sagen in der Gemeinschaft, dann bedarf es viel Praxis, damit du da Dinge entdeckst. Zum Beispiel haben wir zu Beginn begonnen, die Erde im Kollektiv zu bearbeiten, alle zusammen, das heißt, niemand hatte sein eigenes Stück milpa (Feld), sondern alles zusammen und alle zusammen. Dann gab es da manchmal sehr viel Regen, sehr viel Trockenheit, ein Unwetter und da haben wir Ernten verloren. Alsdann sagten die Compañeros, so geht es nicht, es ist besser, wenn wir beginnen uns zu organisieren, wir müssen Übereinkommen treffen, wie viele Tage wir in der Gemeinschaft arbeiten und wie viele Tage für uns allein.

Und es waren vor allem die Compañeras, die uns auf diese Gedanken brachten. Denn sie sind es, die die Gewürze der Speisen anpflanzen, wir sagen dazu Schnittlauch, Zwiebel und andere Gewürze, die die Compañeras in der Küche verwenden. Und nachdem das im Kollektiv gebaut wird und die Compañeras ihre Töchter und ihre Söhne auf das Feld schicken um das zu holen, dann mal einer oder eine alles mitnimmt dann bleibt nichts für die anderen, denn da gab es noch keine Übereinkommen darüber.

Dann haben wir das als ein Problem gesehen und da haben dann die Compas viele Sachen entdeckt. Denn da will einer Maiskolben und nachdem es allen gehört, wenn jemand alles nimmt, dann stimmt das nicht, aber das geschieht deshalb, weil es noch kein Übereinkommen gibt. Was daher dann die Compas machen ist eine Übereinkunft, so viele Tage werden wir die Gemeinschaftsarbeit für alle machen und so viele Tage arbeiten wir für uns.

Und die gemeinschaftliche Arbeit macht man auf dem Niveau des Dorfes, das heißt lokal, kommunal. Dann auf Niveau regional, so nennen wir es. Von Region sprechen wir, wo bereits 40, 50 oder 60 Dörfer zusammen gehören, das nennen wir Region. Und dann folgt die gemeinschaftliche Arbeit auf dem Niveau des Gemeindebezirkes, wenn wir vom Niveau Gemeindebezirk sprechen, dann sind da manchmal 3, 4 oder 5 Regionen beisammen und das ist dann bereits der autonome rebellische zapatistische Gemeindebezirk. Und wenn wir von der gemeinschaftlichen Arbeit der Zone sprechen, dann sind das alle Gemeindebezirke, die sich in einer Zone befinden, wie zum Beispiel die Zone La Realidad oder die von Morelia oder von Garrucha, die fünf Zonen halt.

Daher, wenn man von Zonen spricht, dann sind das schon Hunderte und Aberhunderte von Dörfern, wenn man von Gemeindebezirk spricht, sind das Dörfer in zweistelligen Ziffern. So wird die gemeinschaftliche Arbeit gemacht, und diese gemeinschaftliche Arbeit wenden wir nicht nur auf der Mutter Erde an.

Ich erinnere nur daran, wie der dahingeschiedene Sup Marcos seinerzeit gesagt hat, als sie uns verurteilten, wie wir uns als Antikapitalisten bezeichnen können, wenn wir aber Coca Cola trinken. Ich weiß nicht, ob sich irgendjemand der hier ist, daran erinnert. Wie soll ich euch das erklären. Es ist so, dass sie uns idealisieren, sie glauben, alles was wir sagen wird auch so ausgeführt. Nein Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern, das ist nicht immer leicht. Was aber Sache ist, ist die, dass wir organisiert sind.

Ich werde ein deutlicheres Beispiel erzählen. Ich erinnere mich, wie eine Compañera aus der Stadt sehr böse war, weil sie sah, dass ein zapatistischer Compa seine Compañera anschrie, denn er war nämlich betrunken, besoffen, angetrunken. Da sagten wir zur Compañera: beruhige dich Compañera, denn diese Compañera wird zur Autorität gehen und ihre Klage vorbringen, morgen, übermoren, dann wird dieser Compa bestraft werden. Aber du denkst wenn wir sagen ´sauber´, dann ist alles sauber und wenn wir sagen ´schwarz´, dann ist alles schwarz. Nein, das ist idealisieren. Aber dagegen ist es so, dass die Compañera Klage erheben wird und dann kommt die Sanktion.

Der Punkt ist, organisiert sein. Denn früher war es so, da gab es unzählige Fälle von misshandelten Frauen, und dieses Problems nahm sich weder der Syndikus, noch der Gemeinderat oder der Bürgermeister an, im Gegenteil, der Syndikus, der Gemeinderat, der Bürgermeister die waren oft noch schlimmer, wie werden solche dann das Problem lösen.

Gut also wir sprechen von der kollektiven Arbeit. Wie gesagt, auch andere Arbeiten werden gemeinschaftlich ausgeführt, zum Beispiel im Verkauf dessen, was ich euch gerade erklärt habe, nicht weil wir es gerne tun. Denn für uns Zapatistinnen und Zapatisten ist es so, damit der Kapitalismus aufhört, müssen wir ihn zerstören. Und ein Weg zur Zerstörung ist der, ihm die Produktionsmittel zu nehmen, indem wir sie uns aneignen und wir selbst sie verwalten. Wenn wir dann die Dinge verkaufen, zum Beispiel das hier, das ist Erde, aber das dort, was ist das? Dort die Blumen? Sind die schon vom Kapitalismus produziert oder nicht? Diese Brillen die Sie aufhaben? Und das dort? Alles was Sie an sich tragen?

Aber wir verstehen es, und das ist eine Art, am Kapitalismus zu kratzen. Wenn wir sowieso seinen Gewinn vermindern werden, das ist wahr. Das ist keine Lüge, wir verstehen es. Wir erinnern uns, denn wir kommunizieren alles gegenseitig, denn eine Sache ist es, etwas zu sagen, eine andere, etwas zu tun. Zum Beispiel, erinnere ich mich an viele NGOs die hier sagten, wir erlauben nicht dass hier ein Chedrahui – Supermarkt herkommt und wir werden dort nichts einkaufen. Nicht einmal zwei Wochen sind vergangen. Daher wiederhole ich, es ist eine Sache etwas zu sagen und eine andere, etwas zu tun.

Gut nun, jetzt werde ich anfangen, Dinge zu erzählen die wir langsam entdeckten, was die kollektive Arbeit ist und dass es da verschiedene Dinge gibt, nicht nur die Arbeit mit der Mutter Erde. Wir begannen das über den Widerstand zu sehen, wir begannen das zu entdecken.

Wir begannen den Widerstand, die Compañeros und Compañeras in unseren Dörfern. Jetzt werde ich erzählen, wie dieser Gedanke des Widerstandes entstanden ist. Nun, in jenen Zeiten als wir uns erhoben haben hat die Regierung, die schlechte Regierung begonnen, Spione, Langohren, ich weiß nicht, wie man das sonst noch nennt, zu verwenden. Also sie brauchten jemand, der hörte und sah, was die Zapatisten tun, wie sie sich bewegen. Und da haben die Compañeras und Compañeros bemerkt, dass die Lehrer und Lehrerinnen solche Spione, Langohren sind. Und sie verjagten sie.

Damit entsteht aber ein Problem, jetzt haben wir keinen Lehrer, keine Lehrerin mehr. Gut, wir mussten uns etwas einfallen lassen, wir mussten etwas tun, wir mussten etwas schaffen. Und da, wie ich schon sagte, begann die Regierung Anstalten zu zeigen, dass sie viele Projekte machen werden. Wie wenn sie neidig wären. Wir haben sofort verstanden, wenn sie das geben was sie geben ist es deshalb, weil die Regierung nicht will, dass jemand Zapatist wird, das heißt, sie geben unseretwillen. Aha so ist das haben wir gesagt.

Da war es dann, wo die Compañeras begannen, nein zu sagen, denn im Jahr 1994 sind aufständische Compañeros, Milizianos gestorben. Diese Compañeras begannen zu sagen: wir gingen damals in Waffen und unsere Compañeros sind gestorben. Wie werden wir dann jetzt ihre Reste annehmen, Almosen annehmen, Brosamen annehmen, die die schlechte Regierung verteilt. Was sie damit vorhaben ist, uns zu kaufen, so wie sie die kaufen, die keine Zapatisten sind, damit sie nicht Zapatisten werden.

Und dieser Gedanke wurde produziert und reproduziert, dass es dasselbe ist wie kämpfen, das Nichtannehmen – so haben wir begonnen – nichts von der schlechten Regierung anzunehmen. Etwas später haben wir dann entdeckt, dass das nicht nur ein Nicht-Annehmen ist. Das sage ich euch nur deshalb, weil wir damals gesehen haben, dass sie den Parteianhängern viele Projekte gaben und das war dann der Moment als wir Zapatistinnen und Zapatisten sagten, dass wir die Mutter Erde bearbeiten müssen. Und als wir das sagten, sagten die Compañeras und Compañeros: ja, denn als unsere Großeltern und Urgroßeltern lebten war das ja auch so. Oder hat unseren Großeltern jemand Bohnen, Reis, Öl und Milch geschenkt? Nein, ganz im Gegenteil, alle die Arbeitskraft unserer Großeltern kam dem Patron, dem Arbeitgeber zugute. Und jetzt, warum wird dir die Regierung jetzt ein Kilo von Minsa, Maseca und Bohnen geben? Außerdem ist das genverseucht, wie sie das nennen, und Chemie, nicht mal die Milch ist echt.

Ja das war dann, als wir sagten, dass wir die Mutter Erde bearbeiten müssen. Dann, in dem Masse, wie wir diesem Widerstand mehr Kraft widmeten, hatten dann die Compas, die das verstanden haben, bald Bohnen, Mais, Kaffee, Schweine, Truthähne, Haustiere. Und dann haben die, die Parteianhänger sind Wellblech, Zement, Baustäbe und alle diese Dinge bekommen. Da sie aber die Erde nicht bearbeiten und die Compas dagegen wohl und wenn diese dann Wellblech usw. brauchen dann verkaufen sie. Die Compas kaufen es ihnen dann ab, denn sie haben das Geld, weil sie ja die Erde bearbeiten.

Als die Compas das merkten, diese Sache, die wir entdeckten, ihr dürft nicht vergessen, sie sind reine Praktiker die Indigenen, also wir. Wenn wir sehen, dass es so funktioniert, dann sagen wir hier, ¨die Sache ist haben sie versaut¨, dann machen wir es alle so, denn wir haben gesehen, dass es funktioniert und dann bearbeiten unsere Compas mit noch größerer Freude die Felder.

Und da beginnt die Regierung zu sagen, dass sie so viele Projekte geben, sie sehen die Wellbleche, die roten, denn es sind lauter rote Wellbleche, und ja, auch die Compas geben sie oben drauf, den Himmel nennen sie es, das rote. Und die Regierung sagt, dort ist es, alle diese Dächer sind von Projekten aber das ist nicht wahr, das sind die Häuser unserer Compas, die dieses Wellblech kaufen. Und die Regierung hat es bemerkt, jetzt kontrollieren sie es, jeder muss beweisen, dass er ein Haus baut, und die Parteianhänger haben dasselbe gemacht, denn die Parteien geben auch die Hausprojekte und auch sie fordern den Beweis, dass der Empfänger ein Haus baut, denn sonst geht das Material zu den Zapatistas, so sagen sie.

Andererseits, wenn wir aus den zapatistischen Comunidades sehen, wie es den Brüdern die Parteianhänger sind geht, ehrlich gesagt, Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern, es ist traurig zu sehen, wie sie leben. Es ist bitter mit anzusehen, wie es ihnen geht. Denn viele ihrer Jugendlichen, Männer und Frauen, die wir gekannt haben, sind nicht mehr hier, sie folgten dem amerikanischen Traum, auf der Suche nach dem grünen Geld, den Dollar. Und viele sind nicht mehr zurückgekehrt. Andere, die zurückgekehrt sind, sind total verändert, andere, die zurückgekehrt sind, geht es schlecht, sie sind drogensüchtig, rauchen Marihuana. Und die die nicht Marihuana rauchen, haben ihre Kultur verändert, sie sagen, dass sie den Pozol nicht mehr mögen, noch schlimmer, sie sagen, dass sie den nicht mehr kennen.

So kommt der Sohn oder die Tochter zurück und kommt in das Haus seines/ihres Vaters und seiner/ihrer Mutter. Und Vater und Mutter sind unverändert, denn die Regierung hat sie daran gewöhnt, dass sie mit gekreuzten Armen warten, sie haben es bereits im Kopf programmiert, dass sie hie und da etwas erhalten werden, das heißt dann ¨Oportunidades¨, ich glaube, jetzt nennen sie das ´Prospera´. Das heißt, die Brüder die Parteianhänger sind, wurden, wie soll ich sagen, zu nutzlosen Menschen gemacht, denn sie bearbeiten die Erde nicht mehr. Ich glaube, das Wort das sie dafür verwenden lautet unterwürfig, ich glaube, so heißt das.

In der Zeit der Sklaverei da merkst du wenigstens, wer dein Patron, dein Herr ist, wer dich versklavt. Aber in diesem Fall nicht, denn er manipuliert dich, er gewöhnt dich an etwas, er programmiert deinen Chip, das heißt, deinen Kopf, dein Hirn. Dann verstehst du nichts mehr und außerdem siehst du nicht, wie das Gesicht des Peña Nieto oder des Velasco aussieht, noch das des anderen, jenes halt, der dich begaunern wird.

Warum machen sie das? Weil das die andere Seite der Art ist, wie sie erreichen, was sie erreichen möchten, das heißt, die Mutter Erde, um ihren Reichtum auszupressen. Sie verwenden nicht nur einen Weg, mit dem sie versuchen uns mit Gewalt die Mutter Erde abspenstig zu machen. Was sie nicht wollen ist, dass Armee und Polizei kommen und morden, aber der Tag wird kommen, wenn das Volk es nicht mehr erlaubt. Was sie im Moment machen, das ist das Vergeben von Projekten, dann gewöhnst du dich daran, sie programmieren dich so, dass du dich daran gewöhnst, die Erde nicht zu bearbeiten und wenn du daran gewöhnt bist, dann kommt es noch schlimmer, wenn du das Papier, das heißt das Dokument hast, dass du der Grundbesitzer bist, dann verkaufst du.

Damit sie die Erde bekommen, das ist das, was mit den Brüdern Parteianhängern geschieht. Das ist es, was der Kapitalismus erreichen will, das was in der Mutter Erde ist.

Wenn wir sagen, dass es in den Comunidades der Parteianhänger sehr traurig aussieht, möchte ich dazu ein Beispiel nennen. Und hoffentlich sind diese Brüder und Schwestern hier, damit sie das hier sehen, sie bestätigen was wir sagen. Es gibt eine Comunidad dort in der Zone von La Realidad, ich glaube sie heißt Miguel Hidalgo, in der Nähe des Dorfes Nuevo Momón. Diese Brüder waren bis vor wenigen Monaten Angehörige der CIOAC-Histórica. Sie waren mit dem einverstanden, was mit unserem Compañero Maestro Galeano gemacht wurde. Wochen nachdem sie das mit dem Compa Maestro Galeano gemacht hatten, waren dies Brüder dann bereits Ex – Cioaquistas. Obwohl sie früher bei der CIOAC waren, wollen sie das jetzt nicht mehr sein. Sie selbst haben das entschieden, wegen politischer, parteipolitischer Differenzen, ideologischer Differenzen in den Projekten. Und dann haben diese Brüder gedacht, dass es besser ist, sich zurückzuziehen, denn wir wollen uns nicht gegenseitig ermorden. Und so gingen sie auf einen Grund, der seit 1994 wiedergewonnen ist, dorthin sind diese Brüder geflüchtet, weil sie mit Gewalt aus ihrer Comunidad vertrieben wurden.

Es gibt also keine Rücksicht mehr. Die Anführer der Sozialorganisationen sind dafür oft verantwortlich. Sie lassen es zu, sie verkaufen sich, und daher ist es nötig, dass sich die Männer und Frauen dieser Organisation auch organisieren.

Daher sagen wir, so wie es ist, ist es katastrophal. Wie die Regierung diese Comunidades der Parteianhänger behandelt, das werde ich euch gleich erzählen. Es geschah vor ca. einem Monat oder vor eineinhalb Monaten. Da sagte die Regierung, dass sie das Sozialprojekt kürzen werden, denn in den Comunidades geben sie Stipendien, obwohl die Schüler weder lesen noch schreiben können. Jedem Schüler und jeder Schülerin gaben sie tausend oder tausendzweihundert Pesos. Die Eltern, die zum Beispiel vier Kinder in der Schule haben, erhalten so ihre fünftausend Pesos und sie waren bereits daran gewöhnt die Väter und Mütter, das zu bekommen.

Vor ca. 1 Monat oder eineinhalb Monaten war es nun so, dass die, die 4 Kinder in der Schule haben und ihr Stipendium bekommen, die bekommen jetzt 800 Pesos für alle vier und daher sagen sie, sie haben uns beschissen. Ja klar Brüder, sie haben euch beschissen. Was sollen wir euch sagen? Und dann, denn das ist die Art der Indigenen, wie wenn es ein Handy wäre, schnell kommunizieren sie unter sich. Wenn jemand verschwunden ist, ist die Comunidad sofort darüber unterrichtet, wenn jemand krank ist, dann wissen das ganz ganz schnell alle. Also wie gesagt, das funktioniert wie ein Telefon, die Information erfolgt ganz schnell.

Gut, wir mit den Compas aus den Dörfern, mit den Basisgruppen, wir machen Besprechungen, wo wir erklären, dass es ganz schlimm kommen wird und nicht nur für uns Indigene allein, sondern in ganz Mexiko, am Land und in der Stadt, und nicht nur in Mexiko. Und dann ist es so, dass wir Zapatisten Verwandte haben, die keine Zapatisten sind. Es gibt welche, die sind gut, die Verwandten meine ich und es gibt solche, die mit uns nichts zu tun haben wollen. Und sie sind es, die miteinander sprechen, die Basisgruppen also, denn sie wissen, wer versteht, jene, die nicht gegen uns sind und denen erzählen sie über die Situation. Und das geht um wie ein Lauffeuer, dass es ganz schlimm kommen wird, und dann beginnen auch sie zu erzählen. Dass bereits die Frau Magister sowieso gekommen ist, der Herr Magister XY, sie haben uns bereits die Rechnung präsentiert. Da kommt dann die Information heraus.

Das ist der Teil, den wir gestern verlesen haben, dass sie uns fragen, was sie machen sollen. Und was wir sagen lautet: organisiert euch Brüder.

Aber was machen wir in dieser Organisation? Denkt nach darüber.

Aber wie sollen wir es anstellen um nachzudenken? Wie du lebst und so weiter.

Und das andere was wir im Leben der Parteianhänger sehen ist, dass Kinder, die Buben, die Mädchen nicht daran schuld sind. Abgesehen davon, dass die Regierung schlecht orientiert, sind die Kinder verwahrlost. Wer weiß, was mit ihnen eines Tages passieren wird? Oder werden sie aufwachen, wenn sie merken, was los ist, aber dafür – so glauben wir – müssen noch viele Dinge geschehen. Sie werden Diebe werden, Banditen, sie werden Mais und Bohnen klauen, alles, denn so sind sie drauf, schlimmer als Drogenabhängige. Es gibt Comunidades, die sind wirklich Marihuana-Raucher, ehrlich, ich lüge nicht. Daher sage ich, dass dort die Kinder, die Mädchen und Buben so sind, wie wenn sie verlassene Hühner wären.

Das was ich euch erzähle ist das, was wir erleben, wo wir leben. Ihr wisst, wie man bei euch lebt. Das einzige was wir sagen ist, dass es notwendig ist, in der Praxis anzuwenden, was wir im Kopf ausdenken, sonst werden wir nur reden und reden und reden. Es ist vielleicht kein gutes Beispiel wenn ich über die Gläubigen spreche. (Unhörbar) ist ihnen bereits entglitten, aus der Bibel, wie sie sagen, weil sie so viel lesen und lesen und lesen, und verstarb, und es heißt Gerechtigkeit, es heißt Freiheit, Schluss mit der Ungerechtigkeit, aber das sind nur Worte. Und die Politiker, die machen es ebenso.

Daher sagen wir ihnen nicht, Compañeros, Compañeras, Brüder, Schwestern, wir sagen nicht, dass sie sich bewaffnet erheben sollen, wir sagen auch nicht, dass sie dieses Beispiel nehmen sollen, oder jenes kopieren sollen. Nein. Jeder muss sein Territorium sehen, was man dort machen kann, aber es ist nötig, dass wir die Praxis angehen.

Wenn wir zum Beispiel diese Phrase sagen, dass das, was wir errichten wollen für Jahrhunderte oder für immer ist. Da sagen wir dann: wie werden wir das machen? Wenn die Kämpfer, die alten Zapatisten nicht ihre Kinder vorbereiten, das heißt, die neue Generation, jene die jetzt 19 oder 20 Jahre alt sind, dann kommt in 50 oder 60 Jahren der Enkel vom General Absalón Castellanos Domínguez, Ex-General, Ex–Gouverneur von Chiapas zurück und der wird wieder in den Comunidades befehlen, wenn sich diese Generation nicht vorbereitet. Und so muss diese Generation die nächste vorbereiten, damit das über die Jahrhunderte und für immer andauert, sonst wird daraus nichts.

Eine der Grundlagen des wirtschaftlichen Widerstands von uns Zapatistinnen und Zapatisten ist die Mutter Erde. Die Häuser die die schlechte Regierung schenkt haben wir nicht, auch keine Blocks, aber wir haben ein Gesundheitssystem, ein Schulsystem, wir sind damit beschäftigt, dass das Volk regiert und die Regierungen gehorchen.

Wenn ich darüber nachdenke, was ich euch sagen will, dann ist da eine Sache und zwar wie es uns wirtschaftlich geht und die andere, wie wir regieren. Es ist schwer für mich, das zu erklären, denn die Art und Weise, wie das die Compas machen, ist nicht nur eine einzige.

Beispiel: in einigen Kollektiven der Compas, wenn die Zeit des Verkaufs kommt, sei es der Mais, seien es die Bohnen oder die Rinder, dann machen es die Compas so, dass sie sich als Kollektiv organisieren und dann – sagen wir es so – tun sie so, als ob sie ein Coyote (Zwischenhändler) wären, um mit dem echten Coyote den Preis zu treiben. Zum Beispiel, wenn ich Zapatist bin und der Compa ist der Kaffeekäufer, oder der Viehkäufer oder Maiskäufer, dann ist, so glaube ich, jetzt der Kilopreis des Kaffees 23 Pesos. Ich als Zapatist erfrage, wie viel und wo der Coyote kauft, und wenn er um 40 Pesos verkauft und hier um 23 Pesos kauft, dann weiß ich, wie viel er verdient. Ich mache auch die Rechnung was der Transport kostet und wie viel ich den Preis erhöhen kann, wenn er 23 Pesos zahlt, dann muss ich 24 zahlen. Und so agieren die zapatistischen Compas und auch die Parteianhänger und so hat dann der Coyote keine Klienten mehr. Wenn der Coyote dann hört, dass ich 24 Pesos zahle und er 23, dann beginnt er wieder mit mir zu konkurrieren und er zahlt 24. Und da macht dann der Zapatist nochmals seine Rechnung, es geht noch und jetzt geht es auf 25 Pesos. Das ist die Konkurrenz im Stil Coyote zu Coyote. Habt ihr mich verstanden? Das ist der Kampf.

Gleichzeitig sagen die Parteianhänger: seht, die Zapatisten zahlen mehr, um einen Peso mehr. So ist das, so ist das Leben in den Comunidades. Daher sage ich, es gibt nicht nur eine Form, wie es gemacht wird, wir sind auf der Suche. Und das hat auch mit der Ökonomie einer autonomen Autorität zu tun.

Zum Beispiel: in der Autonomie funktionierte alles bestens bezüglich Gesundheitsversorgung, bezüglich Erziehung, bezüglich Agroökologie oder in den drei Bereichen, wie es die Compas nennen, das sind die Knochenheilung, die Geburtshilfe und die Heilpflanzen. Aber wenn es Projekte gab und Spenden von unseren solidarischen Compañeros und Compañeras kamen und wenn diese Spenden zurück gingen oder das Projekt der NGO endete, dann begann die Organisation der Konstruktion der Autonomie schwächer zu werden, das heißt im Bereich Gesundheit und Erziehung.

Und da haben wir wieder bemerkt, dass wir Fehler gemacht hatten, denn – um es irgendwie auszudrücken – wir geben nur gerne aus, sonst nichts, denn es ist nicht unser Schweiß, wie die Compas es ausdrücken. Denn wenn einer etwas mit dem eigenen Schweiß schafft, dann passt er gut darauf auf, dann vergeudet er nichts. Und so haben wir gemerkt, dass das nicht richtig war, dass wir das korrigieren mussten.

Als wir mit der Korrektur begonnen haben, tauchte ein anderes Problem auf. Viele der Dinge die wir machen, wie wir uns organisieren, glaubt nicht dass es deshalb ist, weil wir eine gute Phantasie haben, weil wir super sind oder was sonst noch. Nein Compañeros, Compañeras, Brüder und Schwestern. Im Laufe der Dinge schaffen wir, erfinden wir. Wie die Probleme auftauchen, so lösen wir sie, aber wir geben nur nicht auf. Das ist es, wir lassen es nicht sein, wir lösen das Problem, und der Vorteil ist der, dass wir selbst es lösen, wir hängen von keiner Instanz der Regierung ab. Wenn es uns schlecht geht, dann geht es uns allen schlecht. Wenn es uns gut geht, dann geht es uns allen gut.

Wie ich euch gesagt habe, bei den Projekten, bei den Spenden, da mussten wir korrigieren, und als wir die Form fanden, wie wir das korrigieren, da hat denen, die das Projekt suchen, das nicht mehr gefallen. Denn wir sagten: wir werden reproduzieren müssen, man kann nicht nur ausgeben, wir müssen darüber nachdenken, was wir reproduzieren werden, damit eines Tages, wenn es keine Projekte, keine Spenden von Seiten unserer solidarischen Brüder und Schwestern, Compañeras und Compañeros mehr kommen, dann müssen wir wie früher widerstehen können.

Dort ist der Irrtum. Den Fehler, den wir im ökonomischen begangen haben erweckte in uns die Erinnerung an die vergangenen Zeiten im Untergrund, denn damals haben wir Kliniken im Untergrund gebaut, und wir konnten uns nicht einmal vorstellen, dass wir eines Tages Compañeros und Compañeras aus dem asiatischen Kontint kennenlernen würden, aus den fünf Kontinten kann man sagen, wir träumten nicht mal davon. Trotzdem, wir schafften es. Nicht dank der Solidarität sondern mit Schweiss. Da begannen wir, den Compañeros das zu erzählen, das wird wiederaufgenommen und wir begannen zu arbeiten, und so machen wir es jetzt.

Daher sagen wir, dass wir uns umerziehen, umorganisieren wegen des bevorstehenden Unheils. Tatsächlich, Compañeros und Compañeras, wir könnten euch so viele Dinge erzählen. Die Dinge sind nicht so einfach, aber nur dass ihr es wisst, der Punkt ist, dass wir nicht aufgeben.

Die kollektive Arbeit, über die ich euch erzählen werde, die machen wir seit zwei oder drei Monaten. Denn wir reorganisieren uns, wir sind dabei uns umzuerziehen und daher müssen wir hart an der Gemeinschaftsarbeit werken, damit wir etwas haben, womit wir uns bewegen können oder wie wir kämpfen können.

Bei den Versammlungen der Compas, in den Dörfern, Regionen, Gemeindebezirken und Zonen kommt es vor, dass ein zapatistischer Compa sagt: Compañeros, Compañeras, ich werde bei der Gemeinschaftsarbeit nicht mitmachen, denn das bringt mir nichts, damit kann ich weder Salz noch Seife kaufen. Aber das heisst nicht, dass ich den Kampf nicht fortsetze, ich werde weiterhin Zapatist sein und wenn es nötig ist, einen Beitrag für den Kampf zu leisten, dann bin ich damit einverstanden zu unterstützen.

Darauf sagen die anderen Compas: du bist im Irrtum Compa, mit dem was du sagst. Du musst daran denken, wer du bist, ein Zapatist, denn hier diskutieren wir nicht nur über die Gemeinschaftsarbeit, hier diskutieren wir grundsätzlich ueber das Zapatist-Sein. Der Zapatist muss für alles bereit sein. Wenn du sagst, dass du nicht bei der Gemeinschaftsarbeit mitmachen willst, weil das drei, vier oder fünf Tage dauert, was wäre dann erst, wenn du dran kommst, autonome rebellische zapatistische Autorität zu sein. Das ist ein Dienst, der dauert 3 Jahre. Dagegen dauert die Gemeinschaftsarbeit nur drei, vier oder fünf Tage. Denk nach, was du gesagt hast.

Und in der Versammlung erhebt sich dann der Sohn dieses Compa und der sagt: so ist mein Vater. Mein Vater sagt – dieser Compa ist Gesundheitspromotor – dass ich nur den Namen nach Gesundheitspromotor sei, dass ich nicht mal weiss, wie man ein Aspirin verschreibt. Ja, das sagt mein Vater, denn er möchte, dass ich meine Stelle als Gesundheitspromotor aufgebe und dass ich zum studieren weggehe – das heisst weg von der autonomen Schule und dass der Compa irgendwo hingehen solle -. Weiters sagt der Compa Promotor: und immer wenn mein Vater krank wird, kommt er und verlangt von mir Tabletten.

Ich erzähle euch das alles Compas, damit ihr seht, dass der Punkt der ist, nicht aufzugeben, der Punkt ist, nicht nur etwas zu reden. Man muss Stellung beziehen, etwas tun, suchen, erfinden, schaffen. Das ist es.

Vielleicht habt ihr euch auch etwas vorgestellt, wenn wir sagen, dass wir die Mutter Erde bearbeiten. Ihr habt es vielleicht sogar gesehen, eure Beschützer und Beschützerinnen haben euch vielleicht hingeführt. Sagen sie nicht, sie bearbeiten die Erde,die Zapatisten? Sie wandern doch nicht aus die Zapatisten? Deshalb habe ich euch das Beispiel dieses Compas der Unterstützungsbasis erzählt, darüber, dass er keine Gemeinschaftsarbeit leisten will, da entstehen dann die Probleme. Einer selbst schliesst sich so aus, er weist sich selbst aus. Denn Zapatist sein heisst, dass du alles mitmachen musst und da gibt es welche, die nicht mehr wollen und dann gehen sie. Und die die gehen, die wollen nicht mehr am Kampf mitmachen, das heisst, sie haben die Organisation verlassen.

Daher zahlen wir, von dem wenigen das wir ökonomisch erwirtschaften keinen Strom, kein Wasser, keine Grundsteuer, nichts. Aber wir erhalten auch nichts vom System. Und wie ich schon sagte und nur um zu wiederholen, hier mit unserer kollektiven Arbeit in der Zone, der Region, dem Gemeindebezirk oder im Dorf, machen wir das mit dem Blick darauf, dass wir uns eventuell mobiliseren müssen um andere Brüder und Schwestern, Compañeras und Compañeros zu unterstützen. Niemals aber um von der Regierung zu verlangen, dass sie ihre Versprechungen erfüllt, dafür geben wir keinen Cent aus.

Und von dem was wir weiterhin erzählen werden, der Punkt wo wir sind, was wir machen wollen und wie wir denken, dass wir das tun werden ist der, dass es bereits die Compas sind, die Menschen, die Autorität sind, die befehlen, die entscheiden. Wir hängen nicht von der Regierung ab. Und diese unsere Art so zu sein, das werden wir weiterhin ausführen, kämpfend und wir werden dafür sterben, wenn es nötig ist, um das zu verteidigen, wo wir jetzt sind.

 

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