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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

May202014

FRAGMENTE AUS LA REALIDAD I, FRAGMENTE DER REALITAET I.

FRAGMENTE AUS LA REALIDAD I, FRAGMENTE DER REALITAET I.
Mai 2014.
Tagesanbruch… Es wird so 2 oder 3 Uhr früh sein, wer weiß. Die Stille hier in der Realität tönt. Habe ich gesagt ´die Stille tönt´? Ja, so ist es, denn die Stille hier hat ihre eigenen Laute, wie das Zirpen von Grillen, und dann antworten andere von gegenüber, stärker und als Erwiderung, andere immer gleichbleibend, von unten. Es gibt kein Licht in der Nähe. Und jetzt regnet es und es kommt die Stille des Regens hinzu. Hier hat ja schon die Regenzeit begonnen, aber der Regen verletzt die Erde noch nicht. Kaum dass er sie kratzt, wie mit leisen Schlägen. Ein Kratzer hier, eine kleine Pfütze, wie ungewollt, dort. Wie eine Ankündigung. Aber die Sonne, die Hitze ganz schnell wird die Erde wieder hell. Es ist nicht die Zeit des Schlamms. Noch nicht. Wohl Zeit der Schatten. Gut, an sich ist ja immer Zeit des Schattens. Immer ist er da, egal zu welcher Zeit. Selbst wenn die Sonne am unbarmherzigsten ist, der Schatten ist da, er heftet sich an die Wände, Bäume, Steine, Menschen. Als ob ihm das Licht mehr Kräfte gäbe. Ach aber in der Nacht…..zu Tagesanbruch, das ist die wirkliche Zeit des Schattens. So wie er tagsüber Erleichterung bringt, weckt er dich im Morgengrauen auf als wollte er sagen ´du wo, du was´. Und unsereiner lallt eine Antwort im Halbschlaf. Bis du dann antworten kannst, dir selber antworten kannst: ´in der Wirklichkeit´.

-*-

(…)
– Also wie das ganz genau ist, das weiß ich auch nicht. Aber es ist wohl so, dass in der Stadt ihre Gewohnheit, also ihre Manieren es gebieten, dass sie, wenn jemand in einer Familie stirbt, die anderen Familienmitglieder und die Freunde die betroffene Familie besuchen um ihr zu zeigen, dass sie in ihrem Schmerz nicht allein sind. Sie sagen ´das Beileid ausdrücken´, glaube ich. Ja, genau das, wie um ihnen zu sagen, dass sie nicht allein sind.
(…)
– Gut, was ich bisher gelesen habe, so hat die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler der kleinen Schule gesagt, dass sie sich wie in ihrer eigenen Familie fühlten, dass sie wie Familienmitglieder behandelt wurden. Ja einige sagten sogar, besser als in der eigenen Familie. Wie man halt so schön sagt, es gibt solche und solche Familien, zum Beispiel in…
(…)
– Gut möglich. Ja, es kann sein, dass die Eine oder der Andere das Bedürfnis verspürt, zu kommen und der Familie des verschiedenen Galeano ihr/sein Beileid auszudrücken, oder den Compas von hier oder beiden.
(…)
– Das ist nicht so leicht, denn das ist für sie sehr weit entfernt. Wie weit wird es wohl sein? Nun so ungefähr 7 Stunden von San Cristobal? So ist es, es ist sehr weit weg. Ja und dann ist es so, dass der gewaltsame Tod sich nicht ankündigt, er hat auf seinem Kalender den Termin nicht eingetragen und seine Geographie nicht eingezeichnet, nein, er kommt einfach herein und setzt sich nieder, obwohl wir ihn gar nicht eingeladen haben. Ja, wie wenn er eintreten und die Tür zuwerfen würde.
Er ist nicht wie der Tod wegen Alter oder Krankheit, der langsam langsam den Fuß hineinsetzt, dann die Hand, dann ist er da, in einem Winkel und wartet und sich einrichtet und sagt ´hier befehle ich´. Da kann sich einer vorbereiten, man gewöhnt sich an den Gedanken. Aber der gewaltsame Tod nicht. Der ist so, wie wenn man dich schlägt, dich niederwirft, dich betäubt, dir Fußtritte verpasst, dich würgt, dich niederschlägt, dich niederschießt, dich umbringt, er kommt und schießt dir in den Kopf und außerdem lacht er dich noch aus. So macht er es.
Also wenn du wie man so schön sagt einen Plan eines Gedankenaustausches oder eines Meetings machst, oder wie die Kurse der kleinen zapatistischen Schule¸ dann sagst du an dem und dem Tag, und an dem Ort und all das teilst du rechtzeitig mit, und jeder bei sich zu Hause macht auch seinen Plan, wegen seiner Arbeit, wegen seines Studiums, mit seiner Familie und macht dann seine Reise. Und unsereiner auch, rechtzeitig bereitet man vor, wo man empfängt, was man anbietet.
Aber nachdem der gewaltsame Tod sich nicht ankündigt, bleibt keine Zeit, etwas vorzubereiten, weder für den, der empfängt, noch für den, der kommt. Und dann: worüber werden sie sprechen? Auch wenn sie sich gegenseitig ansehen, dann ist da die Stille mit ihren Lauten und die bringt dich zum Schweigen, so als ob der Tod nicht nur den Verstorbenen genommen hätte sondern als ob auch die Worte gestorben wären.
Daher ist es schwierig, dass sie kommen, aber nicht, weil sie nicht wollen, oder weil sie den Galeano oder die Compas von La Realidad nicht moegen, nein, das ist es nicht, sondern weil es einfach nicht möglich ist.
Außerdem, wo wirst du sie alle unterbringen, wo dieses Caracol ja sehr klein ist und wieder von diesen Paramilitärs umzingelt ist? Und was wirst du denen zu essen geben?
Und die Dusche? Wenn 25 oder 50 sich duschen wollen, wegen der Hitze oder wegen des Regens?
(…)
– Ja ja, diese Besucher bringen ihr eigenes Essen mit und ihr Plastik als Regenschutz, nun, dann ändert sich das schon ein wenig, aber nicht viel, denn wie bereits die Gesundheitspromotorin erklärte, man muss, wie man so schön sagt, auf die Hygiene aufpassen, oder wie man so sagt, dass sie keinen Saustall anrichten. Denn es ist so, dass es Leute gibt, die sind sehr schmutzig, nicht einmal zielen koennen sie, vor allem die verdammten Männer. Denn wir die Frauen, wir sind …
Was? Ja wegen der Krankheiten. Ja wie die Cholera. Was? Nein das hat einen anderen Artikel, Cholera die Wut und Zorn bedeutet.
(…)
– Was? Nein, die anständigen Besucher kündigen sich vorher an, die kommen nicht unangemeldet daher. Wenn ein Besucher kommt ohne sich anzukündigen, sagt man oder sagte man: ´Schmarotzer¨ oder ´Schmarotzerin´, je nachdem, weiß nicht, warum man sie so nannte oder nennt, aber das heißt jedenfalls, dass er/sie kam aber nicht wegen einer Einladung sondern, wie man so schön sagt, er/sie hat sich selbst eingeladen. Ja der Tod ist wie ein ´Schmarotzer´, eine ´Schmarotzerin´, wie ein Besucher, eine Besucherin, der/die ohne sich anzukündigen, ohne um Erlaubnis zu fragen kommt. Ja ich weiß eh, das ist nicht dasselbe, ist mir auch nur so eingefallen.
(…)
– Ja, ich glaube wenn du ihnen sagst, an dem und dem Tag da geht es, dann wird die Eine oder der Andere kommen, aber nicht alle, aber einige schon. So ist das halt. Aber auch wenn nicht alle kommen, dann kommen sie doch, auch wenn das in einer anderen Form geschieht. Wie ´Hoerer*innen´ aber umgekehrt.
Denn den Tod kann man auch mit einem anderen Kalender und einer anderen Geographie besiegen. Warum ich ´auch´ gesagt habe? Ich weiß schon, was ich sage. Aber höre nicht auf mich, nicht jetzt. Vielleicht werde ich es dir ein anderes Mal erklären….oder du wirst es sehen.
(…)
– Was heißt wie viele? Keine Ahnung? Aber ich glaube, es werden einige sein, denn ich sehe, dass sie dort eine andere Hütte aufstellen und auskehren und putzen. So als ob sie Besucher erwarten würden.
(…)
– Wann genau? Nun frag halt den Emiliano oder den Max oder den SubMoi, habe ihn gerade gesehen, dass er mit einer jungen Frau von hier gesprochen hat. Obwohl, nachher hat er sich mit den Komitees getroffen.
(…)
– Ich? Ja ich warte. Wenn sie einen Beschluss gefasst haben, die Zonenkomitees, dann werden sie sicherlich sagen, dass ich schreiben soll, und dann schreibe ich halt.
(…)
Schau!… Dort!… wo das Lichtlein ist. Hast du das kleine Tierchen gesehen, wie seltsam das ist. Ja, sieht aus wie ein Hund…oder besser gesagt, wie eine Katze. Ja wie eine Katze-Hund. Komisch, nicht wahr?
(…)
-Ja, ja tatsächlich, die Realität ist seltsam.

-*-

Fragment der Seite 4 des Untersuchungsberichtes betreffend der Ermordung des Compañero Galeano. Fragen, gerichtet an die Compañera S., Zapatistin, Unterstützungsbase in La Realidad, Alter 16 Jahre, fast 17 Jahre alt. Datum: 11 Mai 2014.
(ACHTUNG: nachstehender Text enthält hochtrabende Wörter, welche die Empfindlichkeit des europäischen Königtums und von Thronfolgekanditaten verletzen könnten. Unter uns gesagt, nichts was man nicht überall auf der Welt hören kann, auf der Welt derer Von Unten. Dann geht’s los.)
“Heute ist der 11. Mai 2014.
(…)
Dafür ist eine Compañera hier, die uns erzählen wird, was sie ihr sagten, oder was er ihr sagte, es sprach eine Person, der andere sprach nicht. Darüber wird uns die Compañera berichten. Erzähle, Compañera.
Compañera S: Nun seht mal, compa Subcomandante Insurgente Moisés, ich werde Ihnen erzählen, was mir dieser Mörder sagte.
SCIM: Wann war es, dass er dir das sagte?
Compañera S: Am Samstag.
SCIM:Am 10. Mai?
Compañera S: Am 10. Mai.
SCIM: Um welche Uhrzeit?
Compañera S: So um 9.
SCIM: Um 9 Uhr früh?
Compañera S: Ja. Ungefähr um 9 sagte er zu mir:
–Du bildest dir aber viel ein –sagte er zu mir, aber ich wollte keine Antwort geben.
Dann sagte er “bleib stehen” und ich blieb stehen.
–Hör zu was ich dir sagen werde –und ich blieb stehen.
SCIM: Wie heißt dieser Mann?
Compañeras S: Er heißt R.
SCIM: R. Ja, erzähle weiter.
Compañera S: Er sagte “hör mir zu was ich dir erzählen werde” und ich hörte ihm zu.
Er sagte:
–Genieße dein Caracol. Schau es dir genau an, denn wir werden es bald besetzen und dieses Caracol wird bald uns gehören. Und da werde ich mein Haus erbauen, aus reinem Spaß, wenn es uns gehören wird, denn wir werden es bald besetzen.
Ich antwortete:
–Nun gut, wenn ihr euch als Männer fühlt, so wie ihr sagt, die solch einen Schwanz und solche Eier haben, und dass ihr das Caracol lebend oder tot nehmen werdet. Warum besetzt ihr es dann nicht, wenn ihr wirklich die Eier habt?
Und er sagte zu mir:
–Ja ich habe die Eier und den Schwanz, soll ich sie dir zeigen? –sagte er zu mir.
Ich antwortete ihm:
–Wenn du sie herzeigen willst, zeig sie deiner Mutter –sagte ich.
Darauf sagte er zu mir:
–Bist du sehr wütend, weil wir deinen Ehemann ermordet haben?
Ich antwortete ihm:
–Dieser Compañero ist nicht unser Ehemann. Es ist einer unserer Compañeros, der für unser Volk kämpft, er kämpft nicht, damit er Brosamen von der Regierung bekommt.
Und dann begann er zu lachen, zusammen mit seinem Compañero und dann sagte er…
SCIM: Wie heißt sein Compañero?
Compañera S: M.
Und er sagte zu mir:
–Wen wir bald in unseren Händen haben werde, das ist der Raúl, der Jorge und der René. Die werden wir bald haben und wir werden sie so ermorden wie wir den peluda (Anmerkung: “La peluda” ist der abwertende Name, den die Paramilitärs der CIOAC-H verwenden, wenn sie vom Compañero Galeano sprechen) umgebracht haben.
Ich habe ihnen schon gesagt, wenn sie das machen wollen, dann sollen sie es machen und versuchen, aber sie sollen ins Caracol gehen. Und nicht einschleichen, wenn da niemand ist, so wie sie das mit der Schule gemacht haben, wo sie rein konnten, weil niemand da war. Ich sagte: wenn ihr wirklich Männer seid, besetzt das Caracol und da begannen sie zu lachen und sagten:
–Sei froh dass wir nicht deinen Vater umbringen.
SCIM:Das hat er gesagt?
Compañera S: Ja.
–Wir haben deinen Vater nicht umgebracht, aber das nächste Mal schon.
Und ich antwortete:
– Und warum habt ihr ihn nicht umgebracht?
–Weil wir ihn nicht gesehen haben.
–Wenn ihr es machten wollt, dann macht es. Er ist im Caracol. Dort ist er.
In diesem Moment sagte er zu mir:
–Weißt Du, wer la peluda umgebracht hat?
Ich antwortete:
–Wie soll ich das wissen, ich war ja nicht dort, als sie unseren compañero ermordeten?
–Ich habe ihn umgebracht. Ich habe ihm in den Kopf geschossen und so zum Teufel geschickt. So werden wir es machen. Wir werden sie in unseren Händen haben. Die ich schon genannt habe, mit denen werden wir es so machen. Aber das braucht Zeit. Weißt du was? Wir haben euch satt – sagte er – weil es nicht richtig ist, was ihr macht. Deshalb haben wir von euch die Nase voll.
Aber ich antwortete ihm:
–Wir sind es, die die Nase voll haben von dem, was ihr macht. Und noch mehr als wir hörten, es war unser Compañero, wir als Compañeras haben seinen Körper aufgehoben. Da hat sich dann unsere Wut nochmals gesteigert – und da begannen sie zu lachen.
–Natürlich, wenn doch alle eure Ehemänner sind –sagte er zu mir.
SCIM: Und darüber, dass sie sich lustig gemacht haben, dass er sagte, was sie machen, dass sie es machen, was sie sagen. Nicht wahr? Denn er sagte irgendetwas über die Junta der Guten Regierung. Nicht wahr? Oder sagte er nicht………
(unhörbar)
SCIM: Ach ja.
Compañera S: Er sagt nur:
–Wir werden morden, wir werden sie ein für alle mal zum Teufel schicken. Ihr seid die Junta der Guten Regierung, ihr seid gute Regierungen, egal was wir euch antun werden, ihr werdet uns nichts tun. Warum? Weil ihr gute Regierungen seid.
Ich sagte zu ihm:
–Ja natürlich, wir sind gute Regierungen, aber alles hat seine Grenzen – so sagte ich zu ihm.
–Aber was werdet ihr denn mit mir machen? Selbst wenn ihr wisst, wer ihn umgebracht hat, ihr werdet uns nichts tun, denn ihr seid die Gute Regierung, die alle beschützen. Ich fürchte mich nicht – sagt er. Ich fürchte mich nicht, daher sage ich dir, dass ich ihn umgebracht habe.
Ich antwortete darauf:
–Hoffentlich wird es so sein. Am Tag, an dem du dran bist, hoffentlich bist du dann auch so ein Maulheld wie jetzt vor mir.
–Da kannst du sicher sein. Aber wann? Dieser Tag wird nicht kommen – sagt er, – denn ihr seid die Junta der Guten Regierung, ihr seid gut und werdet uns nichts tun.
SCIM: Erinnerst du dich noch an etwas, was er gesagt hat? Etwas über das er gelacht und gegrinst hat.
Compañera S: Ja er lachte und seine Begleitung brüllte, antwortete aber nicht.
SCIM: Der M sprach nicht sondern lachte nur?
Compañera S: Er sprach nichts, lachte nur. Da war der M, er zwickte ihn am Rücken, damit er nichts mehr sagen solle.
SCIM: Ach. Er zwickte ihn?
Compañera S: Ja, er zwickte ihn am Rücken und dann begannen sie sich anzubrüllen. Er sagte:
–Es ist besser du gehst jetzt dorthin, wo du hingehen wolltest –sagte er zu mir. Ich gab keine Antwort.
SCIM: Gut, wenn du dich an noch etwas erinnerst, was er dir gesagt hat, dann können wir weitermachen. Das dient dazu, um alle Informationen zu sammeln, denn das war das, was er persoenlich gesagt hat.
Compañera S: Ja.
SCIM: Und er selbst kam und sagte es. Und dann sagst du dass er dich noch fragte ob du wusstest, wer gemordet hat, wer den Compañero Galeano umgebracht hat. Und er sagt, dass er es war, nicht wahr?
Compañera S: Ja.
SCIM: Und er sagte, dass er ihm in den Kopf geschossen hat.
Compañera S: In den Kopf geschossen und dann ist er zum Teufel gegangen.
SCIM: Gut Compañera. Wie ist dein Kampfname?
Compañera S: Ich heiße S.
SCIM: S?
Compañera S: Ja.
SCIM: Gut Compañera.So wollen wir es machen, damit man sieht, dass es direkt geschieht, denn du bist von hier aus La Realidad. Was war deine Arbeit die du beim Austausch in Oventik gemacht hast?
Compañera S: Hörerin.
(Anmerkung: “Hörer*in”: dabei handelt es sich um eine Arbeit, eine Kommission, mit der einige Compañeras und Compañeros beauftragt werden und die Arbeit besteht darin, dass dieseR Compa ´zuhört´, was in einem Austausch besprochen wird und dieses Gesprochene dann in seinem/ihrem Dorf, Region, Zone wiedergibt, damit der ´Gedankenaustausch´ nicht nur unter denen erfolgt, die teilgenommen haben, sondern dass alle Zapatist*innen das erfahren. Es ist dasselbe wie ´Berichterstatter´ oder ´Berichterstatterin´. Die Compas
wählen als “Hörer*in” junge Menschen, die ein gutes Gedächtnis haben, gut spanisch sprechen und sich in ihrer eigenen Sprache gut ausdrücken können. Der Austausch mit dem Nationalen Indigenen Kongress (CNI) hatte Hunderten von jungen Frauen und Maennern der verschiedenen Zonen das Amt der/des ¨Hörerin und Hörers¨ zugewiesen, denn das was unsere Compas der Originalvoelker des CNI sagen würden, sollte von allen zapatistischen Unterstützungsbasen gehört werden.
SCIM: Ach ja, ja, ja. Was wir nachher mit dem Nationalen Indigenen Kongress (CNI) vorgehabt hatten. Gut. Das war alles Compañera S. Danke.
(unhörbar)
SCIM: Ach richtig. Als du mit diesem R. gesprochen has, war er betrunken oder zurechnungsfähig?
Compañera S: Nein. Ich war so nahe, aber er hat nicht nach Alkohol gerochen. Und als ich zum Haus vom L kam, da ging er vorbei Richtung nach Hause. Er sah mich, drehte sich um und lachte und ich sah ihn wütend an.
SCIM: Das heißt, wir können sagen, was er sagte, sagte er mit vollem Bewusstsein? Will heißen, er war nicht betrunken.
Compañera S: Nein, er war nicht betrunken.
SCIM: Gut. Das ist alles Compañera. Dake.

-*-

Ein neuerlicher Tagesanbruch. Der Subcomandante Insurgente Moisés kommt und sagt:
– Es ist so weit. Die Vereinbarung lautet, dass der Ankunftstag der Freitag 23. Mai sein wird, die Ehrung für den Compa Galeano am Samstag den 24. Mai und am Sonntag den 25. Mai kehrt wieder jeder nach Hause zurück. Die Unterstützungsbasen eben.
Gilt das auch für die Auswärtigen? – frage ich.
– Ja aber den Auswärtigen sage dasselbe, so wie die Vereinbarung für die Unterstützungsbasen lautete, das heißt, dass sie ihr eigenes Essen mitbringen müssen und auch ihre Schlafmöglichkeit.
– Und soll ich das als Kommuniqué oder Brief oder etwas anderes aussenden?
– Nun das entscheidest du, aber es muss klar sein, dass sie keine Last für die Compas darstellen dürfen. Sie kommen zur Unterstützung, um ihr Beileid mit der Familie und den Compas von hier auszudrücken, nicht, um bedient zu werden. Denn es handelt sich nicht um ein Fest.
Ach ja, sage ihnen auch, dass am 24. Mai in allen Caracolen die Unterstützungsbasen eine Ehrung für den Compa Galeano machen werden. Und dass es gut wäre, wenn sie an diesem Tag auch etwas in ihren Orten machen würden, jeder nach seiner Weise und mit der Zeit, die er hat.
Und noch etwas. Wenn du das von der Befragung der Compañera schreibst, dann schreibe die Namen dieser Scheisskerle nicht nieder, nur den Anfangsbuchstaben. Denn wir wissen nicht, ob er der Mörder ist oder ob er nur als Angeber und Großmaul herumläuft und einem Mädchen Angst einjagen möchte.
Und schreibe auch, dass wir die Compañeras und Compañeros der freien oder alternativen oder autonomen Medien, oder wie sie auch heißen mögen, ganz speziell einladen, das heißt jene, die keine bezahlten Medien sind, die der Sexta angehören, das heißt, die unsere Compañeros und Cmpañeras sind und deren Auftrag in ihrer Heimat der/die des “Hörer*in” ist. Und vielleicht ….ja, schreibe so “vielleicht” wird die Generalkommandatur der EZLN eine Pressekonferenz geben, für die freien Medien oder wie man sagt, die, die der Sexta angehören. Ich sage “vielleicht”, denn es kann ja sein, dass keine Zeit dafür ist und wir wollen ja nicht wortbrüchig werden. Und dass die bezahlten Medien nicht eingeladen sind, wir werden sie nicht einmal empfangen.
– Und soll ich das Foto vom Verstorbenen mitschicken?
– Ja, aber eines, wo er als Lebender darauf ist, nicht von der Leiche. Denn wir erinnern uns an unsere Compañeros wegen ihres Kampfes im Leben.
– Alles klar. Noch was?
Nur, dass wir hier sind, aber ich glaube, das wissen sie eh, wir sind in der Realität.

-*-

Vale. Salud und zuhören.
Aus den Bergen des Südostens von Mexiko
Subcomandante Insurgente Marcos. Mexiko, Mai 2014. Im 20. Jahr nach dem Beginn des Krieges gegen das Vergessen.

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