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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Mar072016

Deklaration des CNI vom 24 Februar 2016

Deklaration des CNI vom 24. Februar 2016

An die Völker der Welt

Schwestern, Brüder. Wir folgen den Schritten unserer Altvorderen auf den Pfaden, die aus dem Lehrstuhl Tata Juan Chávez Alonso hervorgegangen sind und haben uns am 30. Jänner 2016 in der Chinanteca Comunidad San Antonio de Las Palmas, Gemeindebezirk Tuxtepec, Oaxaca versammelt. Anwesend waren Delegierte der Völker Mazateco, Binniza, Chinanteco, Maya, Purepecha, Otomí, Nahua, Wixárika, Tepehuano, Tzotzil, Chol, Popoluca, Zoque und Tzeltal aus 32 Comunidades der Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca, Veracruz, Yucatán, Campeche, Guerrero, Michoacán, Estado de México, Morelos, Distrito Federal und Jalisco.

Wir haben uns versammelt um uns im Anderen anzusehen und anzuhören, in dem, der täglich Beraubung, Unterdrückung, Verachtung und Ausbeutung erlebt. Das geschieht in allen Winkeln der indigenen Geographie, dort kündigt sich das Wetterleuchten des Unwetters, das über unser Territorium heraufzieht an, das Ungewitter, das in der Dunkelheit des Kapitalismus gezeugt wurde. Wir treffen uns, um uns ein weiteres Mal in der Geschichte unserer Vorfahren und in unserer eigenen zu erfahren, um die Wege zu finden und zu suchen und um weiterhin existieren zu können, als das, was wir sind, in jeder Comunidad, Gegend, Nation und Tribu. Wir, die wir täglich den Nationalen Indigenen Kongress flechten in der schwierigen Aufgabe, die wir Originalvölker erbten, nämlich die Sorge um die Welt. Von hier aus wenden wir unser kollektives Haupt, um die Horizonte zu verstehen, wo wir sehen was wir sehen.

Wir sehen die lügenbespickten Wege, die uns die von oben in vielfältigen Formen anbieten. Die sagen, dass sie für den Schmerz und die Verzweiflung, welche die von unten durch diesen Krieg erleiden empfindsam seien. Die Wege, die uns die in der Mitte anbieten, die sagen, dass sie auf unserer Seite sind, während sie unseren Schmerz und unsere Hoffnung mit denen von oben besprechen und verhandeln, mit denen kokettieren und sie umarmen. Unseren Compañeros bieten sie Führungsrollen, Fernsehapparate, Diäten, Unterstützungen und Projekte an, die unseren Kampf verwässern und die Gewebe, die wirklich von unten errichtet werden zerstören.

Wir sehen auch den, der unten ist und davon träumt, oben zu sein und sich in den Henker mit totem Herzen verwandelt. Wir sehen das erst, wenn er uns ermordet hat, entzweit hat, unsere Mutter Erde denen gegeben hat, die sie zerstören werden. Obwohl er weiss, dass diese Erde auch seine Mutter ist, hat er unsere Menschen betrogen, damit sie die Lügen und den Verrat der Regierung glauben, indem er sagte, dass die Regierenden mit guten Absichten daherkämen.

Aber wir sehen auch den Weg, den wir unten teilen. Jener, der aus dem kollketiven Herzen eines Volkes hervorkommt, das sich selbst hört und das Fühlen des Bruders versteht, der ebenso kämpft und leidet, ganz gleich wie wir. Der versteht, dass die Gerechtigkeit hier auf dieser Erde ausgesät werden muss, so wie das unser Compañero Federico Ortiz, unser Bruder aus dem Volk der Purépecha gemacht hat. Sein Vermächtnis lädt uns dazu ein, immer für uns allein zu gehen, ohne Parteien, ohne dass uns jemand befiehlt oder sagt, wie es geht.

Mit diesem Vermächtnis als Erinnerung beginnen wir unsere Versammlung im Territorium Chinanteco, denn er konnte persönlich nicht mehr herkommen, weil er am 23. Jänner 2016 verstorben ist.Ebenso erinnern wir uns unseres Compañero Felix Serdán, Wortführer des Nationalen Indigenen Kongresses und ehrenamtlicher Mayor der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung. Am 22. Februar 2015 ist er von uns gegangen, und er hat an die Jugend folgende Worte gerichte: ¨legt die Apathie ab, bildet euch und eignet euch Wissen an, denn wenn wir nicht aufwachen, werden wir von diesem Unwetter, das bereits begonnen hat, weiter überrollt werden.¨ Wir erinnern uns auch unseres Compañero Tata Juan Chávez, der uns am 2. Juni 2012 vorangegangen ist und sein stetiges Wort hinterlassen hat, das sagt, dass wir ohne Unterlass ¨an der Wiederherstellung nicht nur eines Landes oder eines Volkes sondern einer neuen Welt¨ arbeiten müssen. Das sind die Schritte und Horizonte die wir sehen, wenn wir uns auf unserem langen Weg anblicken, der uns Völker, die wir im Nationalen Indigenen Kongress organisiert sind, noch fehlt.

In Anbetracht des Obgesagten und auf Beschluss unserer erweiterten Vollversammlung zur Koordinierung erklären wir folgendes:

  1. Wir drücken unsere Ablehnung gegen die Beraubung des Grundes im indigenen Territorium der Chinanteco aus. Das geschieht durch die Aufzwingung von sogenannten ökologischen Reserven, bezahlt wird das von den Umweltserviceleistern. Es handelt sich dabei um Programme zur Privatisierung des Bodens. Die Ausführenden sind PROCEDE und PROCECOM. Ebenso lehnen wir die Aufoktroyierung von 13 Touristen-Korridoren ab. Dasselbe gilt für den Bau der Autobahn Tuxtepec- Oaxaca, was die Enteignung von 11 Chinanteca- und Zapotecen-Comunidades zur Folge hätte, das Ganze wird noch durch die Vergabe von Minenkonzessionen auf Kommunalgrund verschärft. Wir klagen das Fehlen von Gerechtigkeit im Verbrechen gegen Maximino Salinas Hernández an. Er war eine Gemeindeautorität in San Antonio de las Palmas. Am 30. Juni 2013 wurde er von Paramilitärs, die unter dem Schutz der schlechten Regierung in der Region agieren, in einen Hinterhalt gelockt und ermordet. Die Mörder befinden sich heute auf freiem Fuss.
  2. Wir klagen die Komplizenschaft der drei Ebenen der schlechten Regierung an. Sie versuchen, die gesamten Kommunalgründe der Völker der Tepehuano und Wixárika der autonomen Comunidad von San Lorenzo de Azqueltán, Jalisco zu rauben und zu privatisieren. Und wir ratifizieren unsere Anerkennung ihres Territoriums und ihrer autonomen Autoritäten.
  3. Wir verwerfen zum wiederholten Male die Zerstörung der geheiligten Orte, die das Rückgrad des Sozialgefüges des Volkes der Wixárika sind. Das geschieht durch agressive Berbbauprojekte in der Wüste von Wirikuta, San Luis Potosí. Trotz der gesetzlichen Suspendierung von 78 Abbau-Konzessionen geht der illegale Abbau in den Dörfern von San Antonio de Coronados und in Presa Santa Gertrudis unaufhörlich weiter. Alles unter offener Komplizenschaft der schlechten Regierungen, die alles daran setzen, die Menschen zu entzweien, um diese Zerstörung, die sowohl Kulturgut als auch die Umwelt betrifft, durchführen zu können.
  4. Wir klagen den latenten Angriff von seiten der Regierungen und Unternehmen an, die sich der Ejido-Gründe, Ausgrabungsstätten und sakralen Orte des Volkes der Maya im Bundesland von Yucatán bemächtigen wollen. Besonders hervorheben möchten wir den würdigen Kampf der Bewohnerinnen und Bewohner der Comunidad von Chablekal, im Gemeindebezirk Mérida. Sie verhindern den Verkauf von Terrain an Reiche und Immobilien-Unternehmen, denn das würde auf Kosten der Rechte einer Mehrheit auf Grundbesitz gehen. Ebenso fordern wir die Einstellung der Belästigungen und Unterdrückung gegen die Mitglieder des Netzwerkes ´Gegen Die Erhöhten Stromkosten´ in Candelaria, Campeche.
  5. Wir verwerfen die Militarisierung der indigenen Gründe in der Region Chimalapas, an der Grenze zwischen den Bundesländern von Chiapas, Oaxaca und Veracruz und den Plan zum Bau eines Mehrfach-Stützpunktes . Dies geschieht unter dem Vorwand, die Agrargrundbesetzungen zu stoppen. Dabei ist allen bekannt, dass es genau diese Landesregierungen und die Bundesregierung sind, die mit ihren Lügen, perversen Projekten und Raub von anderen Territorien dafür verantwortlich sind, dass die Besetzungen zunehmen, was natürlich zu Konflikten unter den Menschen führt.
  6. Wir fordern die Einstellung der Todesprojekte, die sich wie Wasserfälle über die Völker des Bundesstaates von Mexiko ergiessen. Das alles unter Missachtung des wiederholt ausgedrückten Wunsches der Comunidades der Nahuas und Ñatho. Alles verdeckt durch angebliche Volksbefragungen, die nichts anderes getan haben, als das Wort der Originalvölker zu verfälschen. Deutlich sichtbar am Fall der Autobahn Toluca- Naucalpan: zur Durchsetzung dieses Baues haben sie sich der systematischen und gewalttätigen Verletzung der Autonomie der Gemeindeversammlungen bedient. Sichtbar ist dies an der exzessiven Polizeipräsenz um die Stimmen, die sich gegen die Zerstörung des Waldes erheben, zum Schweigen zu bringen. Es handelt sich um den Wald der Otomí Mexica in den Comunidades von San Francisco Xochicuautla und San Lorenzo Huitzizilapan. Die Polizeipräsenz dient aber auch zum Schutz der Maschinen des Privatunternehmens Autovan, diese Firma hat die Konzession für besagten Bau erhalten. Weiters fordern wir die Annullierung des Baues eines Neuen Flughafens für Mexiko Stadt sowie der Zusatzbauten. Diese führen bereits zur Zerstörung und Beraubung von Comunidades im Becken des Mexiko-Tales und des Lebens im Texcoco-See. Für dieses Projekt haben sie sich stärkster Repressionen bedient, wie jene, die das Dorf von San Salvador Atenco im Mai 2006 erleiden musste. Bis heute wurde noch kein Schuldiger bestraft. Wir, die wir dem Nationalen Indigenen Kongress angehören wiederholen, dass wir den Mördern, Folterknechten und Vergewaltigern, seien sie nun Täter oder Drahtzieher, weder verzeihen noch ihre Taten vergessen werden.
  7. Wir begrüssen die Entscheidung des Ejido Tila im Bundesland von Chiapas zu seinen Schritten hin zur Autonomie sowie zur Entscheidung, den Gemeinderat aus seinem Territorium zu verjagen. Dasselbe gilt für die Comunidad von Los Laureles und San Hisidro, die zirka 70 Hektar von 3 Landgütern zurück eroberten, die man ihnen geraubt hatte.
  8. Wir zeigen die totale Straflosigkeit an, die man gegen die Mörder des Kindes Hidelberto Reyes walten liess. Der Mord geschah durch das mexikanische Heer in der Comunidad von Santa María Ostula, Michoacán am 19. Juli 2015. Bei einem Einsatz, der dazu diente, den Kommandant der Kommunal-Polizei Cemeí Verdía Zepeda festzunehmen, der dann schlussendlich am 24. Dezember letzten Jahres freigelassen wurde. Und auch die Straflosigkeit und den Schutz, unter dem Mario Álvarez López und Federico González Medina standen. Beide sind Bandenchefs der Caballeros Templarios im Küstenbereich von Michoacan und die Drahtzieher und verantwortlich für 34 Morde und 6 Verschwundene. Darunter hatten die Kommunalangehörigen von Ostula seit 29. Juni 2009 zu leiden. Ziel war es, sie ihrer Gründe und Strände für den Drogenhandel zu berauben. Aber auch wertvolle Hölzer, denen das Aussterben droht und der legale und illegale Abbau von Mineralien in der gesamten Region sind Ziel der Banden. Alles geschieht in gemeinsamen Aktionen zwischen den Ebenen der schlechten Regierung und den narko-paramilitärischen Banden.
  9. Wir wiederholen die unumstössliche Forderung an die mexikanische Regierung, die 43 Compañeros, Studenten der Escuela Normal Rural Raúl Isidro Burgos in Ayotzinapa, Guerrero lebend zurückzubringen. Wir fordern die Bestrafung der Polizisten, Militärs und Politiker, die die Befehlsgewalt inne hatten und für dieses Verbrechen verantwortlich sind. Wir wissen, dass wir vom Staat nur Lügen und Verrat erhalten werden, weil sie versuchen, ihre Schuld zu verbergen und sie wollen die Nachforschungen der interdisziplinären und unabhängigen Experten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission unterbinden.
  10. Wir verwerfen die Reartikualtion von paramilitärischen Gruppen im Umfeld der Comunidades der Basisunterstützungsgruppen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, begleitet von vermehrten Militär-Patrouillen am Land und in der Luft. Wir machen darauf aufmerksam, dass der Krieg gegen die zapatistischen Völker auch gegen alle die gerichtet ist, die von einer anderen Welt träumen, diese erbauen und dafür kämpfen. Als Nationaler Indigener Kongress werden wir immer wachsam sein, um in diesem Sinne zu handeln.
  11. Wir sprechen uns für die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen unserer Völker aus. Denn ihr einziges Verbrechen war die Verteidigung der Mutter Erde, der Würde und des Lebens für ihre Völker und die nachkommenden Generationen.

Gefangene aus San Pedro Tlanixco, Bundesland Mexiko.

  • Rómulo Mireles, zu 54 Jahren Gefängnis verurteilt
  • Pedro Sánchez Berriozábal, zu 52 Jahren       Gefängnis verurteilt
  • Teófilo Pérez González, zu 50 Jahren       Gefängnis verurteilt
  • Lorenzo Sánchez Berriozábal, wartet auf Urteilsspruch
  • Marco Antonio Pérez González, wartet auf Urteilsspruch
  • Dominga González Martínez, wartet auf Urteilsspruch
  • Zwei Haftbefehle liegen vor

Gefangene aus San Miguel Aquila, Michoacán

  • Agustín Villanueva Ramírez, zu 27 Jahren       Gefängnis verurteilt
  • Vicente Villanueva Ramírez, zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt
  • Efraín Villanueva Ramírez, zu 27 Jahren       Gefängnis verurteilt

Gefangene aus  San Sebastián Bachajón, Chiapas

  • Santiago Moreno Pérez
  • Emilio Jiménez Gómez
  • Esteban Gómez Jiménez

Gefangene Loxichas, Oaxaca

  • Álvaro Sebastián Ramírez
  •  Justino Hernández José
  • Eleuterio Hernández García
  • Agustín Luna Valencia
  • Abraham García Ramírez
  • Fortino Henriquez Hernández
  • Zacarías Pascual García López.

Unten und links schreiten wir weiterhin voran, denn nur dort ist es, wo die Wahrheit und die Gerechtigkeit für unsere Völker wieder aufblühen können. Nur dort, wo wir erbauen, indem wir unser Herz den kommenden Generationen zuwenden und die Wurzeln in denen verankern, die vor uns waren, von dort, wo das Leben für alle ohne Ausnahme beginnt.

Für die gesamtheitliche Wiederherstellung unserer Völker
Nie wieder ein Mexiko ohne uns
Am 24. Februar 2016
Nationaler Indigener Kongress

 

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