Musik: »Poblanas« der Gruppe La Surada. Sie sind Teil der Jarana-Gitarrist*innen (mehr als 40 Musiker*innen, die gemeinschaftlich spielen), welche beim »Konzert für eine Umarmung« im Metroplitan-Theater [in Mexiko-Stadt] am 18. November teilnehmen, wo auch Meme, Kevin Kaarl, Vivir Quintana, Ely Guerra und die Caifanes auftreten werden – um so die Kohle für den Transport der Familien Sucherinnen zusammenzubringen. Ticketmaster wird ebenfalls seine Gebühren für diesen Zweck übergeben.
Aufnahmen, Zusammenstellung, Produktion: Terci@s Compas Zapatistas.
Wir werden gehen. Ob sie es wollen oder nicht, wir werden gehen.
Denuncia der Gemeinschaftlichen Regierung der zwölf zapatistischen Caracoles.
November 2026.
Compañeras, Compañeros und Compañeroas.
Schwestern*Brüder, Schwestern und Brüder.
Dieses Jahr im Juli haben wir unsere Absicht bekanntgegeben, nach Mexiko-Stadt zu reisen, um uns mit den Gruppen, Kollektiven oder Gruppenlosen der Familien Sucherinnen zu treffen. Nicht für Vollversammlungen, nicht um neue Netzwerke und Koordinierungen zu schaffen, sondern um ihrer Geschichte und der Geschichte ihrer Vermissten zuzuhören: Gruppe für Gruppe, Familie für Familie. Und auch, wenn sie es akzeptieren, um ihnen eine Umarmung zu geben, welche die zapatistischen Gemeinschaften senden.
Wir haben Mexiko-Stadt als zentralen Ort benannt, um für Euch, die Familien mit Vermissten, Erschöpfung und Kosten zu vermeiden, die es bedeuten würde, bis zum zapatistischen Gebiet zu reisen.
Seitdem [der Ankündigung der Reise nach Mexiko-Stadt] haben die Bundesregierung, die Bundesstaatenregierung von Chiapas sowie verschiedene Landkreis-Regierungen eine Serie von Aktionen umgesetzt, die nicht nur die Menschenrechte verletzen (nicht nur die der Zapatistas, sondern auch der Partei-Anhänger*innen und Parteilosen), sie widersprechen auch der Rede von Frieden, Glücklichsein und Wohlergehen, welche die da oben predigen.
Wir geben Euch jetzt die Details; jedoch möchten wir Euch zuvor informieren: Diese Provokationen zwingen uns nicht, die Reise zu Ende November, den Aufenthalt in Mexiko-Stadt im Dezember sowie der ersten Januar-Woche, die sich konkretisierenden Besuche in Oaxaca, Veracruz, Puebla, Jalisco und Querétaro während dieses Zeitraums, abzusagen.
Somit müssen die da oben, auf Landes-, Bundesstaaten- und Landkreis-Ebenen begreifen, dass wir nach Mexiko-Stadt gehen werden (gut möglich, dass eine*r von uns bereits dort ist). Wir werden uns mit den Familien Sucherinnen, die das wollen und können, in Mexiko-Stadt, in Veracruz, Puebla, Jalisco, Oaxaca und Querétaro treffen. Wir werden der Geschichte ihres Schmerzes zuhören; wir werden sie umarmen; wir werden ihr Wort in unseren Web-Taschen [morraletas] bewahren; wir werden bei der Rückkehr ihre Geschichten mitbringen und werden sie bewahren, damit nicht das Vergessen und die Gleichgültigkeit sie beflecken.
Jegliche Provokation wird mit Entschiedenheit und Mobilisierung beantwortet werden. Sie müssen entscheiden, ob sie diese Tatsache akzeptieren und sich damit abfinden, dass wir unser Wort erfüllen werden. Oder sie können mit ihren Stumpfsinnigkeiten weiter fortfahren (darin sind das gesamte Kabinett der Bundesregierung, der Bundesstaatenregierung sowie Landkreis-Präsidenten involviert) – und [damit] unserer Initiative einen anderen Charakter geben. Wir wollen keinen Aufruhr machen, wir können es jedoch.
1.- Im Ejido La Culebra, offizieller Landkreis Ocosingo (regiert von der PVEM, der Grünen Ökologischen Partei Mexikos) fahren sie fort, Familien der [zapatistischen] Unterstützungsbasen zu schikanieren, zu bedrohen und einzuknasten. Diejenigen, die provozieren sind Mitglieder des Kartells von Mario Delgado, Staatsminister für öffentliche Bildung. Der Haupt-Auftragskiller ist Eusebio Cruz Ruiz, der sich als Lehrer präsentiert und sagt, er erhält von Mario Delgado direkte Anordnungen.
Nun haben sie einen Schritt weiter getan: Sie verbieten allen, in den Kooperativ-Laden der Compas zu gehen, ansonsten droht Gefängnisstrafe. Und auch jeder*jede Anwohner*in des Ejido und der nahen Gemeinden, welcher*welche die Gemeinschaftsklinik aufsucht (die Zapatistas, Partei-Anhänger*innen sowie Parteilose versorgt), wird eingesperrt und erhält eine Geldstrafe. Wer nicht gehorcht, wird inhaftiert.
Wir erfinden das nicht. Hier ist der Beweis (darauf klicken, um die beiden Fotos zu vergrößern):
Sie verbieten nicht nur Freizügigkeit, freien Handel und den Zugang zu Gesundheitsversorgung, sondern stecken »respektvoll« diejenigen ins Gefängnis und geben denen eine Geldstrafe, die ihnen nicht gehorchen; und dies nicht nur innerhalb des Ejido sondern in allen Gemeinden der Umgebung.
2.- Bei der sogenannten Autobahn San Cristóbal–Palenque, die ein Regierungsprojekt ist, zerstören die Guardia Nacional, Bundesstaaten- sowie Landkreis-Polizei und der Großgrundbesitzer namens Audamaro Oropeza Camacho Gemeinschaftseigentum innerhalb des seit mehr als 32 Jahren wiedergewonnenen Lands. Sie haben die Schilder gefällt, die anzeigten, dass dieses Land Teil des Rates der Guten Regierung und nun Teil des Gemeinschaftlichen [Lands] ist. Sie haben gemeinschaftliche Rinder geraubt, haben absichtlich Mais-Bohnenfelder und Waldstücke zerstört, mit der Unterstützung und zur Freude der Verantwortlichen der Landkreise und des Bundesstaates Chiapas.
Die Denuncias wurden bereits mehrfach dem [Menschenrechtszentrum] Frayba vorgebracht, und Frayba hat sie den Bundes- und Landesbehörden vorgelegt, ohne dass es irgendeine Antwort, weder mündlich noch in Aktion, gegeben hätte.
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Sie spielen mit dem Feuer. Die Umarmung der Familien Sucherinnen ist eine zivile und friedliche Initiative. Sie sucht mit keinem die Konfrontation.
Die einfachste Form, um zu vermeiden, dass wir nach Mexiko-Stadt kommen, besteht darin, die Forderung nach Wahrheit und Gerechtigkeit derjenigen, die ihre Nächsten durch nicht-natürliche Ursachen verloren haben, zu erfüllen. Somit würden uns die Familien Sucherinnen sagen: »Kommt nicht mehr, denn wir sind zufrieden.«
Sollen sie tausende oder zehntausende Soldaten herbringen. Sollen sie der Truppe und der Gesellschaft erklären, dass sie eine Mobilisierung aufzuhalten versuchen, welche vorhat, eine Umarmung zu übergeben und dem andern gehörigen Schmerz zuzuhören. Das, was wir machen werden, nennt sich »Empathie«, etwas, das ihnen offensichtlich fehlt.
Das, was passieren wird, das sollen sie öffentlich verkünden: Es dient dazu, einen Auftragskiller von Mario Delgado zufrieden zu stellen, den Großgrundbesitzer Audomaro Oropeza Camacho noch mehr Rinder und Land der Indígenas Zapatistas rauben zu lassen, sowie eine Autobahn durchzusetzen, die von allen Originarios der Zone abgelehnt wird.
Somit seht zu: Gut gewarnt ist gut gewusst.
Das ist alles.
Aus den Bergen des Südosten Mexikos.
Subcomandante Insurgente Moisés und Versammlung der Kollektive der Zapatistsichen Autonomen Regierungen (A.C.G.A.Z.). Gemeinschaftliche Regierungen der 12 zapatistischen Caracoles.
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