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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Oct092026

Denuncia der Vollversammlung der Kollektive der zapatistischen autonomen Regierungen. A.C.G.A.Z. Gemeinschaftliche Regierungen. Chiapas, Mexiko. 8. Oktober 2026.

Vollversammlung der Kollektive der zapatistischen autonomen Regierungen.
(A.C.G.A.Z.)
Gemeinschaftliche Regierungen.
Chiapas, Mexiko. 8. Oktober 2026.

An die Pueblos Mexikos und der Welt.
An die Compañeros und Compañeras des Congreso Nacional Indígena – CNI.
An die mexikoweite und internationale Zivilgesellschaft.
An die Sexta Nacional e Internacional.
An die Menschenrechtsorganisationen.
An die alternativen Medien.
An die mexikoweite und internationale Presse.
An diejenigen, die die Erklärung für das Leben unterzeichnet haben.

Denuncia:
Wir prangern energisch und öffentlich den Angriff, das Schikanieren und die Inhaftierung unserer Compañeros der zapatistischen Unterstützungsbasen des Ejido La Culebra, zugehörig zum Caracol 9 Nueva Jerusalen, offizieller Landkreis Ocosingo in Chiapas, Mexiko an – unterstützt von den drei Ebenen der schlechten Regierung der 4T [jetzige Regierung der sogenannten IV. Transformation], mit ihren folgenden Zielsetzungen:

Erstens: Das Hauptziel der schlechten Regierung ist es, den Unterstützungsbasen der EZLN ein Ende zu machen, damit es sie in keinem Dorf, Ejido, Gemeinde, Ortschaft oder Siedlung in Chiapas geben soll. Deshalb greift sie die zapatistischen Unterstützungsbasen direkt an.

Zweitens: Es ist ein Plan der aktuellen schlechten Regierungen, um der zapatistischen Autonomie ein Ende zu bereiten: In diesem Fall möchten sie der autonomen Bildung ein Ende setzen, sowie ihrer autonomen Regierung. Und ebenso wollen sie die verschiedenen ehrenwerten Organisationen, die es gibt, erledigen.

Drittens: Durch Personen im Ejido La Culebra, die der politischen Partei, welche der Pyramide Gestalt gibt, der Partei der Bewegung der nationalen Erneuerung [Morena] angehören – wurden am 21. September 2026, um 16:00, unsere vier Compañeros der zapatistischen Unterstützungsbasen inhaftiert: wegen dem einzigen Delikt, sich zu weigern, ihre Kinder in die offizielle Schule einzuschreiben, denn unsere Compañeros haben ihre eigene autonome Schule. Als sie sahen, dass unser Compañeros ihren Widerstand aufrecht erhielten, begannen sie sie zu demütigen, zu bedrohen, unter Druck zu setzen, 2.500 Pesos Strafe zu zahlen und ein Dokument zu unterschreiben.

Diese Compañeros wurden daraufhin von den [zapatistischen] autonomem Verantwortlichen der Zone eingeladen, zu informieren, was ihnen gerade geschieht. Bei der Rückkehr ins Ejido wurden sie erneut gerufen, und es wurde ihnen gesagt, dass sie ein erneutes Delikt begangen haben: indem sie darüber informierten, was gerade passiert und es reine Lüge ist, worüber sie informierten. Deshalb wurden sie erneut mit 2.500 Pesos bestraft; somit sind es 5.000 Pesos für jede*n.

Wegen dieser Aktionen sind zwei unserer Compañeros gekommen, um die Verantwortlichen der Zone darüber zu informieren. Und am 3. Oktober 2026 wurde der Compañero SEBASTIAN PEREZ GUTIERREZ wegen des Delikts, seine Kinder nicht in die offizielle Schule zu schicken, inhaftiert. Sie sagten ihm, es wären blanke Lügen, worüber sie erzählt [informiert] hätten. Als die 24 Stunden Haft um waren, wurde er am 4. Oktober 2026 vor den Vorsitz des Ejido geführt, und sie forderten von ihm, seine Kinder in die offizielle Schule zu schicken. Der Compañero leistete Widerstand, indem er sagte, jene haben kein [Recht], das zu erzwingen, denn sie selbst haben ja einen eigenen autonomen Bildungsbereich. Deshalb wurde ihm gedroht, wurde er unter Druck gesetzt, eine Strafe von 10.000 Pesos zu zahlen. Der Compañero leistete Widerstand und akzeptierte es nicht, deshalb steckten sie ihn erneut in den Knast.

Am 4. Oktober 2026, um 17:00 wurde unser Compañero DANIEL LOPEZ AGUILAR inhaftiert. Sein Delikt besteht darin, die Compañeras gefahren zu haben, die von den autonomen Autoritäten der Zone geladen waren, um über diesen Fall zu informieren.

Viertens: Am 4. Oktober 2026 wurden 16 Compañeras der Unterstützungsbasen vor den Ejido-Vorsitz gerufen, einer nach der anderen. Ihnen wurde gesagt, sie hätten den Fehler begangen, vor ihren autonomen Autoritäten Lügen zu erzählen und müssten somit eine Strafe von 500 Pesos anerkennen. Als gesehen wurde, dass unsere Compañeras ihren Widerstand aufrecht erhalten, die Zahlung der Strafe über 500 Pesos nicht zu akzeptieren, wurden sie gedemütigt, gezwungen, unter Druck gesetzt und bedroht, vor die Vollversammlung des Ejido gestellt zu werden, wenn sie nicht akzeptieren. Angesicht der Druck- und Droh-Situation akzeptierten die Compañeras, baten sich aber einen Zahlungsaufschub von 20 Tagen aus.

Fünftens: Dem Compañero MIGUEL ANGEL CRUZ DÍAZ wurde eine Strafe von 2.000 Pesos sowie 24 Stunden Knast auferlegt, weil er argumentierte, dies [s.o.] sei ungerecht, und sagte, es sei ein Recht zu informieren und einen Verteidiger/ Verteidigung zu suchen.

Drei andere Compañeros Unterstützungsbasen, mit Namen MARIANO PEREZ LÓPEZ, MARCOS LÓPEZ MENDOZA und ANTONIO PÉREZ LÓPEZ, welche Gemeindepolizisten sind, wurden auch inhaftiert und später mit 150 Pesos für jeden bestraft. Einer wegen des Delikts, zu sehen und zu kommentieren, diese Aktionen seien ungerecht.

Liste der Geldstrafen:
SEBASTIAN PÉREZ GUTIERREZ: 8.000 Pesos, sowie 68 Stunden Gefängnis.
DANIEL LÓPEZ AGUILAR: 7.000 Pesos, sowie 48 Stunden Gefängnis.
SEBASTIAN PEREZ LOPEZ: 5.000 Pesos.
FELIPE PEREZ LOPEZ: 5.000 Pesos.
MARIANO PEREZ LOPEZ: 5.000 Pesos.
MANUEL CRUZ ENCINO: 5.000 Pesos.
Gemeindepolizisten:
MARIANO PEREZ LÓPEZ: 150 Pesos, sowie 12 Stunden Gefängnis.
MARCOS LÓPEZ MENDOZA: 150 Pesos, sowie 12 Stunden Gefängnis.
ANTONIO PÉREZ LÓPEZ: 150 Pesos, sowie 12 Stunden Gefängnis.
16 Compañeras, weil sie über das Geschehen informiert haben; jede: 500 Pesos. Insgesamt: 8.000 Pesos.
Noch ein Compañero: MIGUEL ANGEL CRUZ DIAZ: 2.000 Pesos, sowie 24 Stunden Knast.
FAUSTO DIAZ PEREZ: 1.000 Pesos.
FELIPE PERES GUTIERREZ: 1.000 Pesos.
JUAN DIAZ PEREZ: 1.000 Pesos.
Die drei Letztgenannten, weil sie nicht bei der Anwendung der Ungerechtigkeit gegen ihre eigenen Compañeros interveniert [teilgenommen] haben.

Gesamte Geldstrafen: 48.450 Pesos.

Sechstens: Diese Aktionen von Ungerechtigkeit sind erzeugt durch das Projekt der schlechten Regierung, über welches der Servidor de la Nación [ein Regierungsbeamter] am 24. September 2026 ankam zu sprechen: das Programm der 4T [der jetzigen mexikanischen Regierung]: »Die Schule ist unser« – unter direktem Vorsitz des Lehrers USEBIO CRUZ RUIZ, zusammen mit dem Ejido-Komissionar MARCELO GRUZ PEREZ und seinem Vertreter MANUEL CRUZ HERNANDEZ.

Dieses Programm zwingt sie, mehr Kinder in der Schule zu haben, mit dem Ziel sich derart die ökonomische Unterstützung zu vergrößern. Aus diesem Grund zwingen sie unsere Compañeros, ihre Kinder in die offizielle Schule einzuschreiben.

Siebtens: Ungerechte Aktionen und Dinge, die die drei Ebenen der schlechten Regierungen anordnen gegen die Autonomie unserer Pueblos.

Die Compañeros werden gezwungen, für Landbesitz, Elektrizität, Beiträge innerhalb der offiziellen Schulen zu zahlen, ohne jeglichen Nutzen davon zu erhalten – mit dem Argument der usos y costumbres [traditionellen, üblichen Handhabungen], egal ob diese die individuellen und kollektiven Rechte unserer Compañeros der zapatistischen Unterstützungsbasen verletzen. Wir zahlen diese Abgaben/ Steuern nicht, jedoch erhalten wir auch nichts durch die schlechten Regierungen.

Dies ist, was die falsch benannte 4T lehrt; wir wissen nicht, wie viele Schriftstücke die Vollversammlung [des Ejido] hat; denn sie zwingen trickreich, Blanko-Papiere zu unterzeichnen, ohne den Inhalt zu wissen; mit dem Trug, es handele sich dabei um das Herumreichen der Anwesenheitsliste.

Achtens: Hier nehmen wir die Gelegenheit wahr, Euch zu sagen: Diese Warnung geht an die gesamte mexikanische Bevölkerung. Unsere Compañeros des Ejido La Culebra werden mit der Bildung, dem Bildungsbereich angegriffen, mit dem Programm der 4T: »Die Schule ist unser«. Anderen Pueblos kann dies mit dem Wasser, dem Land, dem Gesundheitsbereich, der Rechtsprechung geschehen, um nur einige zu erwähnen. Somit: Achtung! Geschwister auf dem Land und in der Stadt.

Neuntens: Auch erklären wir, dass wir mit den Repräsentanten der Organisation namens LAS 23 REGIONES [Die 23 Regionen] gesprochen haben, denn wir wussten, sie haben Leute ihrer Organisation innerhalb des Ejido. Wir vertrauten ihnen, denn sie versprachen, mit ihren Compañeros zu reden. Aber anstatt sie losgingen und mit ihren Leuten persönlich redeten, dass sie unsere Compañeros nicht weiter angehen sollen, taten sie dies nur mittels Mails.

Als wir sie das zweite mal riefen, sagten sie, sie hätten sich bereits distanziert, gehörten nicht mehr ihrer Organisation an und hätten mit dem Problem nichts mehr zu tun. Wir wussten dann, dass sie gelogen haben, denn zwei Anführer der »23 Regionen« haben ihre Compañeros dabei unterstützt, als angeblich die letzte Vereinbarung getroffen wurde: Wo unter Demütigung und Druck erzwungen wurde, ein Dokument zu unterschreiben, um ihre Kinder in die offizielle Schule einzuschreiben und zu bestätigen: was sie den autonomen Autoritäten der Zone erzählt haben, seien reine Lügen gewesen.

Zehntens: Brüder und Schwestern der Pueblos Mexikos und der Welt, wir glauben nicht, dass es in diesem kapitalistischen System Hoffnung auf Gerechtigkeit gibt, denn immer haben sie auf der Grundlage von Ungerechtigkeiten gelebt. Jedoch wollen wir Euch sagen, was für uns zapatistische Pueblos Gerechtigkeit bedeutet: dass unsere Compañeros in Widerstand und Rebellion weiter fortfahren werden; so wie wir von der schlechten Regierung nichts erhalten, geben wir ihr auch nichts. Das heißt, unsere Compañeros werden weder Abgaben für Strom noch für Land zahlen.

Unsere Compañeros des Ejido La Culebra werden dort leben, und dort werden sie kämpfend sterben. Deshalb werden sie mit ihrer autonomen Schule fortfahren, sie werden nicht die ungerechten Geldstrafen zahlen, im Gegenteil: die übergebene Menge an Geldstrafe muss zurückgegeben werden.

Diese Aktion der Ungerechtigkeit kann jede*r verstehen; denn es ist klar zu sehen: Es ist der Plan des Herrn, des Vorarbeiters, des Verwalters und Aufsehers der Vierten Transformation.

Elftens: Wir wissen, dass die Regierungen der 4T (MORENA-PVEM-PT-Parteien) mit solchen Sabotagen auch die Reise nach Mexiko-Stadt, um die Familien Sucherinnen zu umarmen, verhindern möchte.

Das alles, weil es sie sorgt, dass die Lüge »Alles läuft gut in Mexiko, alle sind glücklich« auffliegt.

Warum zwingen sie nicht die tausenden von Privatschulen, worin tausende Familien ihre Kinder haben? Weil alle wissen, das Bildungswesen, das die Regierung gewährt, ist Müll, und weil sie Angst haben, dass diese Familien rebellieren. Sie verletzen [mit der Erzwingung in offizielle Schulen sich einzuschreiben] auch die Verfassung und die Menschenrechte der Pueblos originarios.

Zwölftens: Wenn sie die Reise für das Leben – Kapitel Mexiko so sehr sorgt, ist es doch sehr einfach: Es reicht, die Forderung nach Wahrheit und Gerechtigkeit aller Gruppen, Kollektive, Organisationen und Bewegungen der Familien Sucherinnen zu erfüllen. Somit bräuchten sie sich nicht mit uns zu treffen. Und anstatt nach Mexiko-Stadt würden wir nach Guadalajara, in Jalisco gehen, um ihnen sauberes Wasser aus Quellen zu bringen, die von der Mutter Erde und ihren Bewahrer*innen geschützt werden.

Dreizehntens: Und all das, weil die Wahlen kommen, und sie Wahlausweise sammeln für ihren üblichen Betrug und um dem organisierten Verbrechen zu gefallen.

Pueblos Mexikos und der Welt, wir möchten Euch sagen: Hier machen wir weiter, und hier werden wir weitermachen mit unserem Plan, wir sehen uns bald in Mexiko-Stadt.

Hochachtungsvoll.
Gemeinschaftliche Regierung der 12 zapatistischen Caracoles.

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