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Palabra del Ejército Zapatista de Liberación Nacional

Jun282013

Die Mitschulerinnen und Mitschueler IV. Unsere Lehrer werden nicht dabei sein.

Die Mitschulerinnen und Mitschueler IV.
Unsere Lehrer werden nicht dabei sein.

Juni 2013.

An die Anhaegerinnen und Anhaenger der Sexta in Mexiko und auf der ganzen Welt:

An die Schuelerinnen und Schueler der kleinen zapatistischen Schule:

Compañeroas, compañeras, compañeros:

Also, ich glaube wirklich, dass Ihr als Schulkameraden und –kameradinnen etwas vom Besten der Welt haben werdet.

Aber Ihr werdet sicherlich, wenn Ihr im Land des Widerstandes angekommen seid, jene vermissen, die fuer uns Zapatistinnen und Zapatisten sehr wichtig waren und dies noch immer sind. Jene, die uns immer begleitet und uns durch ihr Beispiel gefuehrt haben. Jene, die wie so viele andere auf allen Flecken der Welt, nicht der EZLN angehoeren. Einige sind Anhaenger der Sexta, andere gehoeren dem Nationalen Indigenen Kongress an, aber viele andere haben ihre eigenen Haeuser gebaut, und trotzdem, sie gehen den gleichen Weg wie  wir. Sie alle sind in irgendeiner Weise Teilhaber unserer Erfolge, ob die nun gross oder  klein sind.

Fuer unsere Fehler und Misserfolge, von denen es nicht wenige gab und die auch nicht nur  klein sind, sind nur wir allein verantwortlich.

Denn Ihr fragt Euch vielleicht, wer uns gelehrt hat, zu widerstehen, zu kaempfen und  durchzuhalten.

Und vor allem werdet Ihr Euch fragen, warum an Eurer Seite nicht, wie ein weiterer  Mitschueler, eine weitere Mitschuelerin die urspruenglichen Voelker Mexikos und der  Welt, besonders aber Lateinamerikas sitzen.

Die Antwort ist einfach: weil sie unsere Lehrer sind und waren.

Das heisst, die Allerersten werden nicht anwesend sein, jene, auf deren Blut und derer Schmerzen die moderne Welt errichtet wurde: die urspruenglichen Voelker.

Weder die indigenen Voelker, noch Vertreter ihrer wichtigsten Organisationen werden Eure Mitschueler und Mitschuelerinnen sein.

Wir haben sie nicht zur kleinen Schule eingeladen.

Vielleicht fragt Ihr jetzt, ob wir verrueckt geworden sind oder ob das ein schmutziges  Manoever ist, so wie das die Politiker von oben so gerne machen, um die indigenen  Voelker zu verdraengen und uns selbst als DAS indigene Volk par excellence darzustellen.

Aber nein, wir haben sie ganz einfach deshalb nicht eingeladen, weil wir ihnen nichts  lehren koennen.

Oder koennen wir den indigenen Voelkern lehren, was es heisst, wie ein Fremder behandelt  zu werden, auf dem Boden, der uns gehoerte, und das noch bevor auf der ganzen Welt die von oben verfaelschte Geschichte verbreitet wurde, und unserem Himmel fremde Fahnen aufgezwungen wurden?

Koennen wir ihnen lehren, was man fuehlt, wenn man verspottet wird, wegen des  Aussehens, der Kleidung, der Sprache, der Kultur?

Sollen wir ihnen lehren was es heisst, jahrhundertelang ausgebeutet, beraubt, unterdrueckt, verfolgt, verschwunden gemacht zu werden?

Was koennen wir den Bruedern der Yaqui, dem Mayo Yoreme lehren, ueber den Raub der Naturvorkommen und den notwendigen Widerstand angesichts der Enteignung?

Was dem Kumiai, dem Cucapá, dem Kikapú, dem Pame, darueber was es heisst, verfolgt zu werden, fast bis zur Ausrottung, und trotzdem zu beharren und zu verharren?

Was dem Nahua, deren Laendereien von Bergbauunternehmen und korrupten Beamten ueberfallen wurden und ohne sich um Verfolgung und Tod zu kuemmern, weiterkaempfen, um die Eindringlinge, deren einzige Gottheit das Geld ist, zu vertreiben?

Was dem Mazahua und dem Ñahñu, darueber, was man spuert, wenn man wegen seiner Kleidung, seiner Farbe, der Art wie man spricht ausgelacht wird und statt sich zu schaemen, den Wind mit Klaengen und Farben faerbt?

Was koennen wir den Wixaritari lehren ueber den Hunger und den Raub der Kultur unter dem Alibi des ´Fortschrittes´ und den Widerstand, unter Fuehrung der Alten?

Sollten wir dem Coca, dem Me´hpaa, dem Teneke lehren, sich nicht zu ergeben?

Dem Amuzgo, ueber sein Recht zu kaempfen?

Den Mayas sollen wir lehren was das gewaltsame Aufzwingen durch Raub und Kriminalisierung einer fremden Kultur ist und durch die Unterdrueckung der urspruenglichen?

Dem Purépecha sollen wir ueber den Wert des Lebens und der indigenen Kultur erzaehlen?

Dem Popoluca, Zapoteco, Mixteco, Cuicateco, Chinanteco, Chatino darueber, was es heisst, weiterzukaempfen, obwohl alles dagegen spricht?

Dem Rarámuri ueber den Hunger, der in den Eingeweiden bohrt und die unbesiegbare Wuerde?

Und im schmerzgeplagten Lateinamerika:

Koennen wir einem unserer grossen Brueder dem Mapuche-Volk etwa lehren, was es heisst, kontinuierlich dem Krieg der Beraubung und Ausrottung zu widerstehen? Eine endlose Liste von Luegen, Spott und Kraenkungen zu ueberleben, die alle Farben der Politk  von oben traegt?

Und irgendeinem der urspruenglichen Voelker Mexikos, Amerikas, der ganzen Welt? Was koennten wir ihnen lehren, wir die Zapatistinnen und Zapatisten, wir die kleinsten?

Was werden sie von uns lernen?

Zu widerstehen?

Ihr Widerstand allein zeigt bereits, dass sie in der grossen Schule, die Welt heisst, Lehrstuehle besetzen und unterrichten koennen, und nicht in die Schule gehen muessen.

Wir laden die urspruenglichen Voelker zur kleinen Schule deshalb nicht ein, weil in unserer Geschichte wir es sind, die tollpatschige Schueler dieser Giganten waren.

Natuerlich werden wir ihnen das Schulmaterial schicken. Aber..

Sollen wir lehren, wie man in der Gemeinschaft lebt, wie es sich anfuehlt, wenn man eine  andere Kultur hat, eine andere Sprache, eine andere Art?

Zu kaempfen?

Zu traeumen und Widerstand aufzubauen?

Auf gar keinen Fall.

Von den indigenen Voelkeren koennen wir Zapatistinnen und Zapatisten noch viel lernen.

Alsdann, sie werden nachher kommen, und wir Maenner und Frauen werden fortfahren zu lernen.

Und wenn sie zum Extra-Treffen, das wir fuer sie abhalten werden, kommen werden, werden unsere besten Toene erklingen, die schoensten und strahlendsten Farben werden ihren Schritt schmuecken, und unser Herz wird sich wieder oeffnen um die zu empfangen, die unsere grossen Brueder sind, die groessten, die besten.

Denn den zu ehren, der lehrt, heisst auch, die Erde zu ehren.

Sie werden in unsere Haeuser kommen, mit ihnen werden wir Speisen und Erinnerungen austauschen.

Wir werden sie ueber uns erheben.

Und erhoben ueber unsere Schultern, werden sie sich noch mehr erheben.

Und wir werden sie fragen, was sie schauen.

Wir werden bitten, dass sie mit ihren Augen uns lehren weiter zu schauen, in die Breite zu schauen, tiefer zu sehen und hoeher.

Dass uns ihr Wort empfangen moege woraus wir trinken werden.

Dass sie uns helfen moegen zu wachsen und besser zu werden.

Fuer sie war ist und wird immer unsere staerkste Umarmung gelten.

Daher werden unsere Lehrer nicht dabei sein.

Aber sorgt Euch nicht. Es ist sicher dass diese Menschen, die es schafften, bis heute allen  Angriffen zu widerstehen, edelmuetig sind, und wenn der Moment gekommen sein wird, werden sie Euch ihr Herz oeffnen, so wie wir das jetzt machen.

Denn sie haben uns gelehrt, den Laerm nicht zu schauen, der uns taub und blind macht.

Denn sie haben uns gelehrt, die Farben der Taeuschung und des Geldes nicht anzuhoeren.

Denn sie haben uns gelehrt sie anzusehen und uns zu sehen, sie anzuhoeren und uns zu hoeren.

Denn sie haben uns gelehrt, dass Indigener zu sein heisst, die Wuerde als immerwaehrendes  Schicksal zu haben.

Denn sie haben uns gelehrt, nicht zu fallen, sondern uns zu erheben.

Denn sie haben uns gelehrt, welchen Wert es hat, die Farbe zu haben, die wir sind, die der Erde.

Denn sie haben uns gelehrt, keine Angst zu haben.

Denn sie haben uns gelehrt, dass wir, um zu leben, sterben.

Vale. Salud und schweigt still um den Schritt zu hoeren, der aus dem tiefsten der Welten  kommt, die auf der Welt sind und waren.

Aus den Bergen des Suedostens von Mexiko.
SupMarcos
Mexiko, Juni 2013
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Hoere und schau die Videos an, die diesen Text begleiten.

Sub-verso, zusammen mit Portavoz, mit der Nummer “Was ich nicht sagen werde”, voller Ehrgefuehl und einem Gruss. Lang lebe das Volk der Mapuche:

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In memoriam Juan Vázquez Guzmán,Indígener tzeltal Mitglied des CNI und Anhaenger der Sexta, ermordet im April 2013, in Chiapas, México. Hier erinnern sich seine Compañeras und Compañeros des Ejido San Sebastián Bachajón, und wir alle seiner.

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Das Kollektiv Aho, mit Venado Azúl, Rubén Albarrán (Café Tacvba), Poncho Figueroa (Santa Sabina), Roco Pachukote (Sonidero Meztizo), Lengualerta, Hector Guerra (Pachamama Crew), Moyenei Valdés (Sonidero Meztizo), Valle González-Camarena, Memo Méndez Guiu y Moi Gallo im musikalischen Teil, Marcoatl, el Gallo, Benjamin Ramauge, Gaby Fuchs, Damian Mendoza und Jose Matiella, und sie lassen keinen Zweifel darán dass¡WIRIKUTA SICH NICHT VERKAUFT SONDERN VERTEIDIGTU

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ebersetzung: RedMycZ, Christine

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